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Klage gegen Cohere: US-Verfahren belastet Aleph-Alpha-Übernahme

Mit Unterstützung der Bundesregierung will die kanadische KI-Firma Cohere das deutsche Start-up Aleph Alpha übernehmen. Gleichzeitig läuft in den USA ein wichtiger Gerichtsprozess gegen Cohere – verbunden mit immensen Schadensersatzforderungen

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Mit Unterstützung der Bundesregierung will die kanadische KI-Firma Cohere das deutsche Start-up Aleph Alpha übernehmen. Gleichzeitig läuft in den USA ein wichtiger Gerichtsprozess gegen Cohere – verbunden mit immensen Schadensersatzforderungen

Ein Rechtsstreit belastet den von der Bundesregierung forcierten Zusammenschluss der KI-Unternehmen Cohere und Aleph Alpha: Vor einem US-Bundesgericht läuft seit Frühjahr 2025 ein Prozess gegen Cohere, in dem eine Reihe großer Verlage dem kanadischen Start-up gravierende Urheber- und Markenrechtsverletzungen vorwerfen und millionenschwere Schadensersatzforderungen erheben. Insider rechnen noch im Herbst mit einem Urteil.

Hinter der Klage vor dem für den Southern District of New York zuständigen Bezirksgericht stehen unter anderem der Verlag Condé Nast („Vogue“, „Vanity Fair“), das Magazin „The Atlantic“, der britische „Guardian“ sowie zwei US-Tochterfirmen von Axel Springer, in denen die Portale „Politico“ und „Business Insider“ erscheinen. Die Medienhäuser beschuldigen Cohere, es habe Tausende urheberrechtlich geschützte Artikel zum Training seines Sprachmodells genutzt und greife für den Betrieb seines Chatbots weiter darauf zu.

Laut den Verlagen umgehe Cohere teils sogar Bezahlschranken und ignoriere explizite Anweisungen auf Webseiten, auf diese nicht zuzugreifen. Außerdem soll der Cohere-Chatbot halluzinieren und für die entsprechenden Falschinformationen seriöse Medien als Quelle nennen. Cohere sei für „systematische Urheberrechts- und Markenrechtsverletzungen“ verantwortlich und gefährde so „die wirtschaftliche Existenzgrundlage des Journalismus“, heißt es in der Klage. 

Das Verfahren gehört zu einer Reihe von juristischen Auseinandersetzungen zwischen Inhalteanbietern und KI-Firmen. Laut einer Aufstellung der Kanzlei Mishcon de Reya laufen derzeit an die 100 solcher Verfahren. Im Kern geht es um die Frage, ob die KI-Anbieter die Inhalte nutzen und wiedergeben dürfen und damit Geld verdienen dürfen. Viele Inhalteanbieter spüren als Effekt bereits einen signifikanten Rückgang des Traffics und sehen ihre Refinanzierungsgrundlage in Gefahr.

Hohe Schadensersatzforderungen

Im November lehnte der zuständige Richter einen Antrag der Cohere-Seite ab, die Klage abzuweisen. Die Kläger hätten „hinreichend dargelegt“, dass die Ausgaben des Chatbots ihren journalistischen Inhalten „quantitativ und qualitativ ähnlich“ seien.

Die Verlage fordern Schadensersatz bis zum gesetzlichen Höchstbetrag von 150.000 Dollar pro betroffenem Werk. In der Klage sind beispielhaft 4000 Artikel aufgelistet, deren Urheberrecht Cohere verletzt haben soll. Bei einer Verurteilung könnten auf das geplante Gemeinschaftsunternehmen so hohe finanzielle Belastungen zukommen.

Ein Sprecher von Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) erklärte, man kommentiere laufende Gerichtsverfahren gegen einzelne Unternehmen nicht. Es gehöre aber zu den grundlegenden Fragen von KI-Politik, „die richtige Balance zu finden zwischen innovationsfördernder, niedrigschwelliger Datennutzung für KI-Training und angemessener Berücksichtigung der Interessen von Rechteinhabern“. Das Digitalministerium bringe „sich hier intensiv ein“.

Cohere reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Vom Berliner Axel-Springer-Verlag hieß es, man sehe „in generativer KI große Chancen für den Journalismus“, Innovation und der Schutz geistigen Eigentums schlössen sich allerdings nicht aus. „Für einen langfristig erfolgreichen unabhängigen Journalismus und ein gesundes Medienökosystem braucht es aber verlässliche und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen“, so das Unternehmen.

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