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Autozulieferer Schaeffler wird künftig auch Kamikaze-Drohnen produzieren

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Wie die Schaeffler-Zentrale in Herzogenaurach diese Woche Medienberichten zufolge bekannt gab, will sie sich künftig mehr auf die militärische Sparte ihres Geschäftsbereichs konzentrieren. Bisher ist das mittelfränkische Traditionsunternehmen vor allem als Zulieferer für die Automobilindustrie in Erscheinung getreten. Schaeffler ist der viertgrößte Autozulieferer in Deutschland und fällt weltweit unter die Top-10 der Zulieferunternehmen für die Automobilindustrie. Das Unternehmen beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt.

Angesichts der Krise der Automobilindustrie, insbesondere der deutschen, sieht sich Schaeffler jedoch nach neuen Geschäftsfeldern um. Denn wie das Unternehmen kürzlich mitteilte, erzeugen seine traditionellen Produktionsbereiche, etwa die Komponenten für Autoantriebe, derzeit kein Wachstum mehr. Zuletzt hatten die Herzogenauracher nur noch in der Sparte E-Mobilität ein entsprechendes Wachstum zu verzeichnen.

Schaeffler ist eines von etlichen deutschen Unternehmen im Bereich der Automobilindustrie, das sich in Richtung Aufrüstung umorientiert. Auch in Bezug auf Raumfahrtindustrie und humanoide Roboter will Schaeffler sein Produktportfolio umstellen.

Bereits Ende des Jahres 2025 hatte Schaeffler anlässlich des Rüstungsgipfels von Bundeswirtschafts- und Verteidigungsministerium eine Kooperation mit dem Münchner Drohnenproduzenten Helsing vereinbart, um diesem künftig eine Massenfertigung von Drohnen zu ermöglichen.

Medienberichten zufolge bezog sich die Absichtserklärung damals vor allem auf die Absicherung von Lieferketten für Halbleiter und Rohstoffe, die Unterstützung der Drohnenproduktion Helsings und die Herstellung und Beschaffung von Elektronikkomponenten. Die eigentliche Drohnenherstellung sollte bei Helsing verbleiben.

Ähnlich sieht es nun auch bei der Zusammenarbeit mit dem französischen Privatunternehmen Delair aus. Die Endproduktion der Drohnen wird in Toulouse stattfinden, dem Sitz des französischen Drohnenproduzenten. Schaeffler liefert dafür die Komponenten und „ertüchtigt“ – wie es heißt – Delair dazu, den Produktionsausstoß zu erhöhen und eine neue Produktionslinie für Kampf- und Abfangdrohnen zu errichten. Vorgesehen ist, ab November täglich hundert Stück dieser Drohnen herzustellen.

Konkret geht es um Kamikazedrohnen des Typs Damoclès und Abfangdrohnen des Typs Aspik. Mit Ersteren beliefert Delair die französische Armee. Die MX-10 Damoclès-Drohne ist ein Quadrocopter-Modell, das Delair in Zusammenarbeit mit dem Rüstungskonzern KNDS entwickelt hat.

Wie der sprechende Name, der an das Schwert des Damokles aus dem antiken Griechenland erinnert, schon andeutet, handelt es sich um teilautomatische Loitering Munition, die in einem bestimmten Gebiet kreist und sich mit einem Sprengsatz auf ein anvisiertes Ziel stürzen kann (eine sogenannte Selbstmord- oder Kamikazedrohne). Damoclès ist für den Kurzstreckeneinsatz ausgelegt und hat eine Reichweite von etwa zehn Kilometern.

Aspik stellt hingegen eine neuartige Abfangdrohne (Interceptor-Drohne) dar, die Gefahren aus der Luft – also etwa andere Drohnen, zum Beispiel gegnerische Aufklärungsdrohnen – aufspüren und bekämpfen soll.

Wie die CEOs von Schaeffler und Delair gegenüber den Medien betonten, wollen sie durch die neue Zusammenarbeit „belastbare Kapazitäten im europäischen Verteidigungssektor“ fortentwickeln und ihren Kunden modernste Drohnensysteme anbieten.

Während von einem Ukraine-Einsatz des Aspik-Modells nichts bekannt ist, hat Frankreich Medienberichten zufolge bereits 2023 Delair-Drohnen in die Ukraine geliefert. Es soll sich um Aufklärungsdrohnen gehandelt haben. Seit spätestens 2025 setzte die Ukraine auch die Loitering Munition MV-25 Oskar ein, die von KNDS zusammen mit Delair und EOS Technologie entwickelt worden war. Ob auch der Drohnentyp MX-10 Damoclès in der Ukraine eingesetzt wurde, ist ungewiss.

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