Enter your email address below and subscribe to our newsletter

Rath checkt ein: Sylt ist ein Versprechen: Diese vier Luxushotels lösen es ein

Zwischen Champagner-Gelage und magischen Dünen liegen die wahren Stärken von Sylt, findet unser Kolumnist. Erleben kann man sie etwa in vier herausragenden Hotels, die er für Capital besucht hat – vom Budersand bis zum Söl’ring Hof

Beitrag teilen

Zwischen Champagner-Gelage und magischen Dünen liegen die wahren Stärken von Sylt, findet unser Kolumnist. Erleben kann man sie etwa in vier herausragenden Hotels, die er für Capital besucht hat – vom Budersand bis zum Söl’ring Hof

Die Lieblingsinsel der Deutschen? Den Übernachtungszahlen nach ist das Rügen, vor Usedom. Und im Ausland natürlich Mallorca. Doch die Nummer drei im Inland umweht neben einer steifen Nordseebrise seit jeher ein Hauch von Mythos – Sylt besitzt einfach Kultstatus. Die nordfriesische Insel lebt von Extremen auf engstem Raum. Hier die Szenegastronomie samt Promis, da die stillen Rückzugsorte der Camper und Puristen. Nicht zu vergessen: eine Spitzenhotellerie, deren Dichte unerreicht ist. Folgen Sie mir zu diesen Top-Adressen, die das Phänomen Sylt entschlüsseln helfen.

Severin’s Resort & Spa: Luxus in Reinkultur

Ich beginne meine Reise in Keitum und checke ein im „Severin’s Resort & Spa“, einem Mitglied der „Selektion Deutscher Luxushotels“. Für mich ist es das vornehmste Haus der Insel. Nach mehr als einem Jahrzehnt, das maßgeblich von Christian Siegling geprägt wurde, bricht unter seinem Nachfolger Max Westphal eine neue Ära an. Er bringt internationale Erfahrung mit, und hat zudem im Umfeld von „Vier Jahreszeiten“-Direktor Ingo Peters gewirkt. Westphal ergänzt die viel gerühmte Qualität des „Severin’s“ um eine leise, jedoch spürbare Präzision in der Führung.

Was dieses Luxushotel auszeichnet? Da wäre zum einen das größte zusammenhängende Reetdach Europas und eine kluge (Innen-)Architektur, die mit hellem Holz und edlen Natursteinen den Bogen zwischen hanseatischer Noblesse und intimer Geborgenheit spannt. Dazu kommt eine überall spürbare Liebe zum kleinsten Detail.

Der 2.000 Quadratmeter große Spa-Bereich unter einem markanten Glasdach bietet viel Licht, viel Platz und hochwertige Anwendungsrituale. So entsteht eine Ruheoase, die selbst für Sylter Verhältnisse außergewöhnlich ist. Kein Wunder, dass dieses Haus es regelmäßig in die Top Ten der „101 Besten Hotels Deutschlands“ schafft.

Auf der gastronomischen Seite verleiht Nils Henkel dem Haus eine unverwechselbare Handschrift. Der ehemalige Drei-Sterne-Koch inszeniert im „Tipken’s“ mit seiner „Pure Nature“-Philosophie regionales Gemüse in völlig neuen Texturen. Das „Hoog“ wiederum serviert maritime Leichtigkeit, etwa mit fangfrischer Nordsee-Seezunge oder einem Keitumer Deichlamm.

Soelring Hof: Das Konzept heißt Leidenschaft

Auch der „Soelring Hof“ ist eher ein nobler Kontrapunkt zum schillernden Insel-Spektakel. In der Abgeschiedenheit der Rantumer Dünen reift seit der Eröffnung im Jahr 2000 die Vision eines einzigartigen, luxuriösen Hideaways. Zu den damaligen Co-Eigentümern gehörte übrigens HSV-Legende Uwe Seeler.

Heute ist Jan-Philipp Berner der Geschäftsführer sowie kulinarische Kopf des Hauses. Der Profikoch und geborene Gastgeber ist stets vor Ort, begrüßt und verabschiedet die Gäste oder hilft ihnen mit dem Gepäck. Eine zupackende Führung, die selten geworden ist.

Mit nur 15 Zimmern und Suiten gleicht der „Soelring Hof“ eher einem luxuriösen Privatdomizil als einem Hotel. Das hanseatisch-elegante Design ist unaufdringlich und hochwertig. Nettes Detail: Die Zimmer tragen Namen statt Nummern, die sich draußen auf den Strandkörben wiederfinden. Persönlicher Charme schlägt sterile Perfektion.

Das Frühstück ist köstlich und im Zwei-Sterne-Restaurant „Soelring Hof“ setzt Jan-Philipp Berner die Philosophie seines Mentors Johannes King konsequent fort. Er hebt lokale Produkte aufs Podest und lässt dazu fein abgestimmte Raritäten des fantastischen Weinkellers einschenken. Gekrönt wird der Gaumenschmaus von einem 360-Grad-Blick auf Wattenmeer und Nordseewellen.

Budersand: Ruhe in ungewohnter Umgebung

Am südlichen Ende von Sylt, fernab von Geschäften und buntem Treiben, besuche ich mit dem „Hotel Budersand“ das vielleicht untypischste Haus meiner Testreise. Es liegt in Hörnum, dort, wo die traditionelle Stammkundschaft der Insel sich einmietet. Seit vielen Jahren leitet Marco Winter das puristische Luxushotel und versteht es, Gäste anzuziehen, die vor allem Entspannung suchen.

Architektonisch ist das Budersand ein echtes Statement und eine wohltuende Abwechslung von den dominanten Reetdächern. Vier versetzte Gebäudekuben, die über gläserne Brücken miteinander verbunden sind, fügen sich in die raue Dünenlandschaft ein. Direkt vor der Tür liegt der einzige Links-Golfplatz in Deutschland.

Im Inneren manifestiert sich der hohe Anspruch an Genuss und Geist. Die von der Autorin und Literaturkritikerin Elke Heidenreich kuratierte Bibliothek umfasst über 1.400 Bände und lädt zu bereichernden Mußestunden ein.

Derweil zelebriert Küchenchef Felix Gabel im Restaurant „Kai3“ seine „Nordic Fusion“-Gerichte, die heimische Kost und asiatischen Esprit vereinen. Hinter den bodentiefen Glasfronten ist die Nordsee ein ständiger Begleiter des Menüs.

Landhaus Stricker: Die Kraft der Persönlichkeit

Das „Landhaus Stricker“ in Tinnum lebt von zwei starken Persönlichkeiten: Holger Bodendorf und Hoteldirektor Florian Leisentritt. Bodendorf ist Koch, Gastgeber und einer der wichtigsten Impulsgeber der Insel, etwa mit dem von ihm initiierten Sylter Gourmet Festival, das internationale Bekanntheit erlangt hat.

Jenseits der Küche findet das Haus in der Bar zu seiner wohl ehrlichsten Form. Hier rücken Team und Gäste zusammen, und zwischen einem schnellen Espresso und einem Glas Meursault erlebe ich jene Herzlichkeit, die Holger Bodendorfs Stil prägt. Mein Lieblingsort auf Sylt.

Diese Signatur zieht sich durchs gesamte Haus. Lässt der Name des Hotels durch und durch Tradition vermuten, fällt das Interieur überraschend modern, mutig und farbenfroh aus. Gemütliches Reetdach trifft kosmopolitischen Chic. Als Mitglied von „Relais & Châteaux“ bewahrt sich das Haus seinen Charakter als stilles Refugium, sanft umschlossen von weitläufigen Wiesen.

Das gastronomische Herzstück ist das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant „Bodendorf’s“, wo der Hausherr eine vom Mittelmeerraum inspirierte Haute Cuisine auftischt, die er mit viel Kreativität interpretiert. 

Sylt kann mehr als Klischees

Alle vier Häuser belegen im Ranking der „101 besten Hotels Deutschlands“ in ihren jeweiligen Kategorien die vordersten Plätze – ermittelt unter Einbeziehung von Gästefeedback, Expertenmeinung und messbarer Leistung. Das unterstreicht die Sonderstellung von Sylt. Die Insel verbindet Qualität mit Haltung, ist laut und leise zugleich. Das hier vorgestellte Luxus-Quartett beweist, die leidenschaftliche Gastfreundschaft der Insulaner. Mein Rat daher: Setzen Sie alle vier Hotels auf Ihre Bucket List, und sei es nur für einen maritimen Lunch oder ein (Sterne-)Dinner.

Beitrag teilen

Neue Beiträge und
Informationen direkt
per E-Mail erhalten.