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US-Biowaffenprogramme
Das russische Verteidigungsministerium reagiert auf die Enthüllungen der US-Geheimdienste
Auch wenn deutsche Medien nicht darüber berichten, schlagen die Warnungen und Enthüllungen der US-Geheimdienste über die Machenschaften der US-Biolabore im Ausland Wellen. Nun hat sich auch das russische Verteidigungsministerium geäußert, das schon lange vor eben diesen Aktivitäten warnt.
Ein Standpunkt von Thomas Röper.
Deutsche Medien verschweigen beharrlich, dass die US-Geheimdienstkoordinatorin vor den Aktivitäten der über 120 Biolabore weltweit warnt, die von den USA betrieben werden, weil dort an gefährlichen Biowaffen geforscht wird. Aber auch wenn die deutsche Öffentlichkeit davon nichts erfahren soll, schlagen die Erklärungen der US-Geheimdienstkoordinatorin international hohe Wellen.
Nun hat sich das russische Verteidigungsministerium dazu geäußert, das vor vielen der nun in den USA veröffentlichten Gefahren schon lange warnt. Allerdings weist es in seiner Erklärung auch darauf hin, dass die Presseerklärungen aus den USA unvollständig sind, weil darin konkrete Programme, an denen in der Ukraine geforscht wird, nicht erwähnt werden.
Ich übersetze nun die russische Erklärung und danach füge ich die Chronologie der russischen Veröffentlichungen an. Die vom russischen Verteidigungsministerium dazu veröffentlichten Bilder, füge ich nicht in die Übersetzung ein, weil sie im Grunde nur die in den Presseerklärungen der US-Geheimdienste enthaltenen Bilder, Landkarten und Grafiken oder öffentlich zugängliche internationale Verträge zeigen.
Beginn der Übersetzung:
Briefing des russischen Verteidigungsministeriums zur Analyse der Dokumente des US-Geheimdienstes über die Aktivitäten von Biolaboren in der Ukraine
Die Russische Föderation hat wiederholt in relevanten internationalen Foren, darunter dem UN-Sicherheitsrat und der UN-Generalversammlung, die Durchführung militärischer Biowaffenprogramme durch die Ukraine und westliche Länder unter Verstoß gegen das Übereinkommen über biologische Waffen und Toxinwaffen thematisiert. Frühere Briefings zu diesem Thema finden Sie auf der Website des russischen Verteidigungsministeriums. Bis vor Kurzem erhielten wir als Reaktion lediglich Ausreden und Vorwürfe der Desinformation.
Die Weitergabe dokumentierter Informationen über diese illegalen Aktivitäten westlicher Länder an die internationale Gemeinschaft hat es uns jedoch ermöglicht, die Situation zu verändern.
So kündigte beispielsweise die US-Geheimdienstdirektorin Tulsi Gabbard im Mai 2026 die Einleitung einer Untersuchung zur Finanzierung von 120 Biolaboren im Ausland durch die vorherige US-Regierung an, von denen sich mehr als 40 in der Ukraine befinden.
Am 12. Juni veröffentlichte das Büro der Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes eine Pressemitteilung mit freigegebenen Dokumenten, die bestätigen, dass die US-Regierung absichtlich Informationen über Biolabore in der Ukraine und anderen Ländern zurückgehalten hat. Laut den veröffentlichten Daten heißt es:
„Viele der von der US-Regierung finanzierten Biolabore haben praktisch ohne Aufsicht oder Kontrolle Forschungen mit gefährlichen Krankheitserregern durchgeführt oder führen diese weiterhin durch, darunter sogenannte Gain-of-Function-Experimente.“
Es wurden weitere Beweise dafür gefunden, dass die Biolabore in der Ukraine mit US-Bundesmitteln finanziert und wiederaufgebaut wurden.
Die Pressemitteilung der US-amerikanischen Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes enthält eine Karte der Biolabore in der Ukraine. Die Dokumente weisen Einrichtungen in Charkow, Dnjeprpetrowsk, Lwow, Winnyzja, Ternopil, Tschernigow und Odessa aus. Ich möchte betonen, dass dort Forschungen zu Erregern von Pest, Milzbrand, Tularämie, Marburg-Fieber und Ebola durchgeführt wurden.
Die Standorte und Forschungsaktivitäten der Biolabore, die zuvor vom russischen Verteidigungsministerium und dem russischen Außenministerium identifiziert worden waren, wurden nun durch US-amerikanische Geheimdienstmaterialien bestätigt. Es sei darauf hingewiesen, dass die Rechtsgrundlage für die Durchführung dieser Forschung das Abkommen „Über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Verhinderung der Verbreitung von Krankheitserregern, Technologien und Kenntnissen, die zur Entwicklung biologischer Waffen verwendet werden können“ von 2005 zwischen dem US-Verteidigungsministerium und dem ukrainischen Gesundheitsministerium war. Die Arbeiten wurden von der US-amerikanischen Defense Threat Reduction Agency (DTITRA) koordiniert und unter strengster Geheimhaltung durchgeführt, wobei der Zugang ukrainischer Spezialisten zu Informationen und Einrichtungen eingeschränkt war.
Im Zuge der Militäroperation erhielten wir weitere Dokumente, die bestätigen, dass der Schwerpunkt der Arbeiten nicht mit den aktuellen Herausforderungen im ukrainischen Gesundheitswesen, insbesondere mit sozial bedeutsamen Krankheiten, übereinstimmte. Priorität hatte die Untersuchung der schädlichen Eigenschaften potenzieller biologischer Kampfstoffe sowie von Infektionserregern, die darauf abzielen, die Wirtschaft von Staaten zu schädigen.
Die Pressemitteilung der US-amerikanischen National Intelligence Agency enthält einen Auszug aus einer Liste von Biolabors mit Angaben zu Finanzierung und Auftragnehmern.
Ich möchte besonders auf das Metschnikov-Institut für Anti-Pest-Forschung in Odessa hinweisen, das auf der Karte als „Lagerstätte für biologische Waffen“ gekennzeichnet ist.
Dem Dokument zufolge ist das US-Verteidigungsministerium der Auftraggeber für den Wiederaufbau, und der Auftragnehmer ist Black & Witch, ein mit dem US-Militär verbundenes Unternehmen.
Ich erinnere daran, dass die Aktivitäten des Instituts während des auf Initiative der Russischen Föderation einberufenen Konsultativtreffens der Vertragsstaaten des Übereinkommens über biologische Waffen und Toxinwaffen zahlreiche Fragen aufgeworfen haben. Diese Fragen betrafen die unangemessen hohen Lagermengen von Behältern mit Erregern von Cholera, Tularämie und Brucellose, für die es keine dokumentarischen Belege für deren Verwendung zu friedlichen Zwecken gab.
Dieser Verstoß wurde in einem Bericht des ukrainischen Gesundheitsministeriums nach einer Inspektion der Erregersammlung in der Einrichtung dokumentiert.
Schon die Nomenklatur der Krankheitserreger, die im Widerspruch zu den aktuellen Gesundheitsproblemen der Ukraine steht, wo steigende Röteln-, Diphtherie- und Tuberkulosefälle verzeichnet werden, deutet auf Versuche hin, in ukrainischen Biolaboren Komponenten für Biowaffen zu entwickeln.
Eine weitere Einrichtung, die wir bereits erwähnt haben, ist das Institut für Experimentelle und Klinische Veterinärmedizin in Charkow.
Die Liste der vom Institut untersuchten Infektionskrankheiten bei Tieren umfasst schwere Erkrankungen, die auf den Menschen übertragbar sind und die Landwirtschaft schädigen können. Dazu gehören die hochpathogene Vogelgrippe sowie die Afrikanische und die klassische Schweinepest und die Newcastle-Krankheit, die pandemisches Potenzial besitzen.
Die Situation mit dem Rotzerreger wirft Fragen auf: Ein separates Forschungsprojekt dazu wurde im Rahmen des amerikanischen Programms für Zoonosen finanziert und abgeschlossen, obwohl in der Ukraine noch nie Fälle dieser Krankheit aufgetreten sind.
Ich möchte an dieser Stelle auf die ukrainischen Projekte mit dem Codenamen U-P hinweisen, die einen klaren militärbiologischen Schwerpunkt haben und in der oben genannten Pressemitteilung nicht erwähnt wurden.
Beispielsweise befasste sich das Projekt U-P-1 mit Rickettsien und anderen durch Arthropoden übertragenen Krankheiten.
Das groß angelegte Projekt U-P-2 untersuchte die Mechanismen der grenzüberschreitenden Ausbreitung und Migration von Tularämie- und Milzbrandvektoren.
Uns liegen Informationen zu zehn ähnlichen Projekten vor, bei denen es um die Arbeit mit Krankheitserregern ging, die besonders gefährliche und wirtschaftlich bedeutende Infektionen verursachen, wie zum Beispiel Krim-Kongo-Fieber, Leptospirose, Zecken-Enzephalitis und Afrikanische Schweinepest.
Unsere wiederholten Aussagen zur Schaffung eines Rechtsrahmens durch die Demokratische Partei der USA zur Finanzierung militärischer biologischer Forschung wurden in einer Pressemitteilung der Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes bestätigt.
In dieses System waren wissenschaftliche Organisationen und große Pharmaunternehmen eingebunden und durch staatliche Garantien wurden Gelder von Nichtregierungsorganisationen mobilisiert. Hauptauftragnehmer des US-Verteidigungsministeriums waren Metabiota, Black & Witch und CHTM Hill, die mit dem Bau biologischer Anlagen und der Lieferung von Ausrüstung beauftragt waren.
Die Gelder wurden zudem über ein Fördersystem der ukrainischen und internationalen Wissenschafts- und Technologiezentren verteilt.
Wir betrachten die veröffentlichten Dokumente als weiteren Beweis für die Verletzung der Verpflichtungen aus der Konvention durch das Kiewer Regime und werden in relevanten internationalen Foren um Aufklärung des Sachverhalts bitten.
Damit sind alle Anschuldigungen gegen die Russische Föderation, Desinformation zu verbreiten und hybride Operationen zur Irreführung der internationalen Gemeinschaft durchzuführen, absolut haltlos.
Das russische Verteidigungsministerium wird die eingehenden Informationen weiterhin analysieren. Uns liegen bereits einige sehr brisante neue Informationen vor. Diese werden derzeit ausgewertet und die entsprechenden Dokumente werden geprüft.
Wir werden Sie über die Ergebnisse auf dem Laufenden halten.
Ende der Übersetzung
Die Chronologie der Veröffentlichungen seit Februar 2022
Wie versprochen folgt nun die Chronologie der Veröffentlichungen der letzten Jahre über das Thema der US-Biowaffenforschung.
Schon Anfang März 2022 hat das russische Verteidigungsministerium Dokumente veröffentlicht, die belegt haben, dass die Ukraine nach Beginn der russischen Militäroperation in aller Eile gefährliche Krankheitserreger vernichtet hat. Im Westen wurde derweil bestritten, dass es diese Krankheitserreger in der Ukraine überhaupt gegeben hätte. Und ebenfalls Anfang März hat das russische Verteidigungsministerium Details über die Krankheitserreger veröffentlicht, an denen geforscht wurde und auch mitgeteilt, welche amerikanischen Organisationen daran geforscht haben.
Was Anfang März 2022 noch „russische Propaganda“ war, hat die stellvertretende US-Außenministerin Nuland ein paar Tage später bei einer Anhörung im US-Parlament unter Eid indirekt bestätigt, aber die westlichen Medien hielten das nicht für berichtenswert. Auch dass die WHO Kiew wiederum nur ein paar Tage später aufgefordert hat, „hochgefährliche Krankheitserreger“ zu vernichten, die Kiew laut westlichen Medien und Politikern angeblich gar nicht hatte, fanden die westlichen Medien nicht interessant genug, um darüber zu berichten. Daher weiß davon im Westen auch kaum jemand, während russische Medien im Detail darüber berichtet haben.
Ende März 2022 hat das russische Verteidigungsministerium weitere Details und Dokumente zu dem US-Biowaffenprogramm in der Ukraine veröffentlicht, aus denen unter anderem hervorging, dass unter anderem eine New Yorker Firma namens Rosemont Seneca an der Finanzierung beteiligt war. Stammlesern des Anti-Spiegel ist die Firma ein Begriff, denn sie hat in einem anderen Zusammenhang eine wichtige Rolle in der Ukraine gespielt. Die Firma gehört übrigens Hunter Biden, dem Sohn des US-Präsidenten.
Wie kurz danach öffentlich wurde, haben die US-Spezialisten in der Ukraine auch Tests an Menschen durchgeführt. Weitere Details wurden Mitte April 2022 und Anfang Mai 2022 veröffentlicht. Außerdem hat der ehemalige US-Präsident Bush Junior Mitte Mai die Existenz der unter ihm in der Ukraine begonnenen US-Biowaffenprogramme, wenn auch unfreiwillig, zugegeben.
Anfang Juni 2022 fand in Moskau eine Konferenz über die Biowaffenprogramme des Pentagon in der Ukraine statt, in der die der Öffentlichkeit bekannten Fakten zusammengetragen wurden und an der auch ich teilgenommen habe. Darüber habe ich in zwei Artikeln berichtet. Nur wenige Tage später hat das Pentagon zugegeben, 46 Biolabore in der Ukraine finanziert zu haben, allerdings sei es dabei nur um Gesundheitsvorsorge gegangen, Details dazu inklusive Link zur Erklärung des Pentagon finden Sie hier.
Mitte Juni 2022 hat das russische Verteidigungsministerium viele Details über die US-Biowaffenprogramme und die Erreger, an denen geforscht wurde, veröffentlicht, denen Anfang Juli weitere Details folgten.
Anfang August 2022 hat das russische Verteidigungsministerium erklärt, dass es Covid-19 für eine US-Biowaffe hält und Anfang September wurden weitere Details über die US-Biowaffenprogramme in der Ukraine veröffentlicht.
Russland hat im September 2022 eine Sondersitzung der Vertragsstaaten der Biowaffenkonvention erwirkt, den Vertragsstaaten seine Erkenntnisse präsentiert und den USA und der Ukraine 20 Fragen gestellt, von denen sie nicht eine beantworten konnten oder wollten. Darüber hat das russische Verteidigungsministerium im Dezember weitere Details veröffentlicht. Ende Januar 2023 hat das russische Verteidigungsministerium dem weitere Details hinzugefügt.
Anfang März 2023 hat das russische Verteidigungsministerium sich erstmals zu den mRNA-Impfstoffen geäußert und Anfang April 2023 weitere Details über die gefährlichen Impfstoffe veröffentlicht.
Anfang Mai 2023 hat das russische Verteidigungsministerium weitere Details über die Erforschung von Zugvögeln in der Ukraine, die zur Verbreitung von Infektionskrankheiten genutzt werden können, durch das Pentagon veröffentlicht. Ende Mai 2023 wurden weitere Details darüber veröffentlicht.
Im Juni 2023 hat das russische Verteidigungsministerium begonnen, über die Rolle von Bill Gates und über die Forschungen an Mücken und Zecken im Rahmen der US-Biowaffenprogramme zu berichten und im Juli 2023 weitere Informationen darüber veröffentlicht.
Im August 2023 hat das russische Verteidigungsministerium seine Vorwürfe, die USA hätten Covid-19 erschaffen und auch die Pandemie vorbereitet, erhärtet. Dabei hat das russische Verteidigungsministerium davor gewarnt, dass die USA offenbar bereits eine neue Pandemie, allerdings mit weiteraus gefährlicheren Krankheitserregern vorbereiten.
Anfang September 2023 und Anfang Oktober 2023 hat das russische Verteidigungsministerium sein Augenmerk wieder darauf gelegt, darüber zu informieren, wie die USA ihre Programme vertuschen und internationale Kontrollen vermeiden.
Im August 2024 hat das russische Verteidigungsministerium darauf hingewiesen, dass das Pentagon die Finanzierung der Biowaffenforschung an andere Ministerien abgegeben hat, um die Spuren zu verwischen.
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Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
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Dieser Beitrag erschien zuerst am 20. Juni 2026 auf anti-spiegel.ru.
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Bild: Inftektionist hat ein Biogefährdungszeichen. Geschlossene Zone, Quarantine.
Bildquelle: Egoreichenkov Evgenii / Shutterstock