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Kanada: Drei Tote nach Schießerei im jüdischen Viertel von Montreal

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Am Montagnachmittag kam es im Stadtteil Côte-des-Neiges in Montreal an einem Hotel zu einer Schießerei mit tödlichem Ausgang. Ein Zivilist, ein diensthabender Polizist vor Ort sowie der Täter kamen ums Leben. Zudem wurde eine Polizeibeamtin schwer und eine weitere Person leicht verletzt. Die angeforderte Polizei erschoss den Amokläufer. Der Schütze steht laut Medienberichten in Verbindung mit der sogenannten frauenfeindlichen „Incel“-Bewegung (involuntary celibate) und hatte zuvor laut Radio-Canada ein gewalttätiges Manifest verbreitet, das sich explizit gegen Frauen richtet. Laut bisherigen Ermittlungen handelte der Mann allein, wie der Polizeichef der Stadt mitteilte.

Der Angriff ereignete sich im Bezirk Côte-des-Neiges, einem von vielen verschiedenen Bevölkerungsgruppen geprägten Stadtteil, der sich jedoch besonders durch jüdische Restaurants, Supermärkte und Einrichtungen kennzeichnet. Die Polizei wies laut ersten Angaben an die Presse darauf hin, dass ersten Ermittlungen zufolge der getötete Zivilist durch einen Querschläger ums Leben kam.

Das Centre for Israel and Jewish Affairs (CIJA), eine bedeutende kanadische zivilgesellschaftliche Organisation, bestätigte mittlerweile, dass es sich bei dem getöteten Zivilisten um Michael Moshe Mizrahi handelt, der ein aktives Mitglied der jüdischen Gemeinde von Montreal war.

Laut Medienberichten beobachtete ein Zeuge, wie „eine Waffe aus einem Fenster des Hotels ragte, hörte Schüsse und alarmierte die Polizei“, so die Ermittler. Die Polizei warnte im Anschluss die Bevölkerung vor einem „bewaffneten und gefährlichen Verdächtigen“ und rief dazu auf, die Gegend umgehend zu meiden.

Bilder in den sozialen Medien zeigen einen Mann in militärischer Kleidung mit einem Gewehr, der auf dem Boden liegt. Bei ihrer Ankunft am Tatort seien Sicherheitskräfte direkt unter Beschuss geraten,  erklärt ein Polizeisprecher. Zeugen erklärten „in 58 Sekunden mindestens 29 Schüsse“ gehört zu haben. Ausgehend von den Ereignissen rückten gepanzerte Fahrzeuge und schwer bewaffnete Einheiten der Polizei an.

Der französischsprachige öffentlich-rechtliche Sender Radio CBC Canda berichtete am Montagabend, der Amokläufer habe sich von der frauenfeindlichen „Incel“-Bewegung inspirieren lassen. Einer der tödlichsten Vorfälle in Kanada war ein Amoklauf mit einem Fahrzeug in Toronto im Jahr 2018, bei dem 10 Menschen ums Leben kamen und 16 verletzt wurden, wobei die Tat nach Ermittlungen unmissverständlich im Zusammenhang mit der „Incel“-Ideologie stand. Weitere Angaben zum Täter, zum Alter oder zur Herkunft, wurden bis dato seitens der Ermittler nicht bekannt gegeben.

In der Bewegung schließen sich heterosexuelle Männer zusammen, die nach eigenen Angaben unfreiwillig sexuell enthaltsam und deshalb unzufrieden und frustriert sind. Ihren Frauenhass verknüpfen sie dabei häufig mit geäußerten Gewaltfantasien.

Anfang dieses Jahres ereignete sich ein Schusswaffenangriff an einer Schule in der westkanadischen Provinz British Columbia. Acht Menschen starben, darunter der 18-jährige Täter, der sich als „transgender“ bezeichnete.

Mehr zum Täter – USA: Amokschütze war erneut ein Transgender

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