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Strom bleibt in Deutschland teurer als in anderen Industriestaaten, obwohl im großen Stil erneuerbare Energien hinzukommen. Martin Endress von Eon Energie über fehlende Infrastruktur und steigende Kosten
Immer mehr Strom aus Sonne und Windkraft fließt ins deutsche Netz – und trotzdem sind die Strompreise für Privatkunden und Industrie nach wie vor höher als in anderen Industrieländern. Warum das so ist, darüber spricht Martin Endress, Chief Commercial Officer von Eon Energie, im Capital Wirtschaftspodcast. „Wir kommen bei der Energiewende in eine zweite Phase“, sagt Endress. „Die erste Phase war gekennzeichnet davon, dass wir Erneuerbare ausgebaut haben. Jetzt geht es darum, dass das System bezahlbar wird.“
Aus Endress‘ Sicht ist das Hauptproblem, dass niedrige Strompreise, die durch den vermehrten Einsatz der Erneuerbaren entstehen, nicht „beim Endkunden ankommen“. Der Grund sind auch fehlende Smart Meter, also intelligente Strommessgeräte, in deutschen Haushalten. „Smart Meter bleiben der Flaschenhals“, sagt Endress. Während in Deutschland nur fünf Prozent der Haushalte über derartige Geräte verfügen, sind es in anderen europäischen Ländern mehr als 70.
Allerdings geht der Eon-Manager auch davon aus, dass der Umbau des Stromnetzes noch länger die Kosten nach oben treiben wird: „Der Netzausbau – sowohl auf Verteilebene als auch auf Ebene der Übertragungsnetze – wird noch richtig Geld kosten“, sagt er. „Und das werden die Kunden in den Netzentgelten spüren.“
Hören Sie in der neuen Folge von „Capital – der Wirtschaftspodcast“