Souveräner Auftritt von Ulrich Siegmund (AfD) bei Markus Lanz: „Die Leute interessiert, wie wir unsere Städte sicher bekommen!“

Noch 85 Tage bis zur wichtigsten Landtagswahl in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: Mit einem selbstbewussten Auftritt im ZDF-Talk „Markus Lanz“ hat der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, seinen Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten überzeugend unterstrichen. Die Versuche des Moderators und der beiden gezielt ausgesuchten Mitdiskutanten, ihn aufs Glatteis zu führen, parierte der vielleicht […]

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Noch 85 Tage bis zur wichtigsten Landtagswahl in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: Mit einem selbstbewussten Auftritt im ZDF-Talk „Markus Lanz“ hat der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, seinen Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten überzeugend unterstrichen. Die Versuche des Moderators und der beiden gezielt ausgesuchten Mitdiskutanten, ihn aufs Glatteis zu führen, parierte der vielleicht erste AfD-Regierungschef in Deutschland souverän.

„Wir möchten mindestens ein bis zwei Ministerien streichen“, bekräftigte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund am Donnerstagabend (2. Juli) in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. Die Landesverwaltung sei immer größer geworden und habe sich „aufgebläht“. Siegmund betonte: „Das ist auch ein Anspruch, dass wir an uns selbst sparen.“

Welche Ministerien genau die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt (6. September) abschaffen will, ließ der AfD-Spitzenkandidat offen: „Das werde ich Ihnen vor der Wahl nicht verraten. Ein paar Überraschungen brauche ich noch nach der Wahl.“

Konzentration auf das Wesentliche

Im Übrigen machte Siegmund eine klare Ansage: Die Menschen in Sachsen-Anhalt interessiere nicht, „ob ich jetzt das Bildungsministerium mit dem Wissenschaftsministerium zusammenlege. Die Leute in diesem Land interessiert es, wie wir die Inflation in den Griff bekommen, wie sie ihre Städte wieder sicher bekommen.“

Operative Fragen sollten nicht von politischen Fragen ablenken, sagte Siegmund weiter und unterstrich selbstbewusst: „Ich möchte bei der Sache bleiben. Ich möchte die politischen Fragen dieser Zeit lösen. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum wir aktuell bei 42 Prozent in Sachsen-Anhalt stehen.“

Wie bestellt, so geliefert

Justus Bender, Politik-Vizechef der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) und von Lanz als angeblicher „AfD-Kenner“ in die Sendung eingeführt, versuchte, seiner Rolle als Fallensteller auftragsgemäß nachzukommen:

Die AfD habe „sehr weitreichende Vorbereitungen“ für eine Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt getroffen (als ob das etwas Anrüchiges sei). Offenbar gebe es eine Kabinettsliste. Innerhalb der AfD laufe eine bundesweite Suche nach Personal, dabei gehe es nicht nur um Staatssekretäre und Minister: „Die fangen schon an, Referenten und Büroleiter auszubilden – und das alles in Akademien und richtigen Kaderschmieden (…) Die lernen, einen Haushalt zu schreiben. Die lernen, eine Rede zu schreiben. Der gesamte Apparat wird daraufhin ausgebildet.“ Das sei sorge bei vielen Menschen für eine „Gänsehaut“.

In der AfD gibt es keine Gesinnungsprüfung

Ulrich Siegmund ließ diesen Versuch, etwas quasi Unsittliches herbei zu konstruieren, voll ins Leere laufen: „Ich staune gerade, dass das bei einigen Leuten Gänsehaut hervorruft, wenn man sich qualitativ auf eine Regierungsverantwortung vorbereitet.“ ABER: „Das ist völlig korrekt. Wir bereiten uns seit mehreren Jahren darauf vor. Wir brauchen gute Leute, wir möchten auf Qualität setzen“, betonte der AfD-Spitzenkandidat und stellte klar: „Wir gucken uns die Menschen vorurteilsfrei an. Bei uns gibt es keine Gesinnungsprüfung.“

Kalter Kaffee

Markus Lanz versuchte, einen anderen Popanz aufzubauen: Im Stil eines Großinquisitors bohrte der ZDF-Moderator, weshalb die AfD in der Partei „so viele Verwandte“ beschäftige und ließ süffisant eine Grafik einblenden, in der sich jemand darüber lustig macht, dass Siegmunds Vater täglich fünf Stunden für seinen Weg zur Arbeit und zurück benötige – eine Information, die Lanz angeblich „aus den eigenen Reihen der Partei“ haben will.

Ulrich Siegmund konterte wiederum souverän: „Sie reden ja seit Monaten über mich. Zum ersten Mal bin ich heute dabei und wir reden über diesen kalten Kaffee. Da wird sich da draußen jetzt jeder wieder fragen: Haben wir keine anderen Probleme in diesem Land?“

Nächster Versuch

Markus Lanz bringt das Thema auf die Finanzierbarkeit des AfD-Regierungsprogramms für Sachsen-Anhalt. Der ZDF-Moderator „bittet“ Ursula Weidenfeld, die Finanzierbarkeit des AfD-Regierungsprogramms einzuordnen. Die freie „Wirtschaftsjournalistin“ (u.a. t-online, Spiegel.de) erklärt, sie habe die Kosten zentraler Vorhaben gemeinsam mit dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle berechnet. Allein 13 Maßnahmen der AfD – darunter Familienförderung, 1.000 zusätzliche Polizisten und Handwerksprämien – würden konservativ gerechnet knapp eine Milliarde Euro kosten: „Ich sehe nicht, wo das Geld herkommt.”

Familienpolitik first

Auch auf diese Leimrute geht Ulrich Siegmund nicht. Er verwies auf seine langfristige Vision für Sachsen-Anhalt. Das Regierungsprogramm sei nicht als Sofortprogramm gedacht, sondern unterscheide zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen. Die unmittelbar finanzierbaren Vorhaben würden in einem 100-Tage-Programm vorgestellt, kündigte der AfD-Spitzenkandidat an und bekräftigte: „Wir wollen kostenloses Schulessen und kostenlose Kitas.”,Ein Schwerpunkt seiner Regierungspolitik werde deshalb auf der Familien- und Bildungspolitik liegen. „Die Leute wollen ein zweites oder ein drittes Kind und können es sich nicht leisten”, beklagte Siegmund. Es solle deshalb u.a. ein Baby-Begrüßungsgeld von einer AfD-Landesregierung geben: „Ein positives Familienbild ist uns wichtig!”

Zum Abschluss „bittet“ Lanz den FAZ-Journalisten Bender um eine Einordnung, welche gesellschaftspolitischen Veränderungen im Falle eines Wahlsiegs der AfD in Sachsen-Anhalt zu erwarten seien. Bender lieferte wie bestellt: Zwar drohe kein „Viertes Reich“, aber: „Man sehnt sich nach früher und will das alles so ein bisschen autoritärer gestalten. Ich glaube einfach, dass sozusagen das liberale Deutschland damit bedroht ist.“

FAZIT des gestrigen späten Abends: Ulrich Siegmund zeigte mit seinem selbstbewussten Auftritt „in der Höhle des Löwen“, dass die Zeit für den ersten AfD-Regierungschef in Deutschland reif ist. Dass er erstmals bei „Markus Lanz“ zu Gast war, zeigte zugleich: Die ÖRR-Brandmauer zur AfD beginnt heftig zu wackeln.

Beitrag: Souveräner Auftritt von Ulrich Siegmund (AfD) bei Markus Lanz: „Die Leute interessiert, wie wir unsere Städte sicher bekommen!“
Quelle: Deutschland-Kurier.

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