Die teuerste Rechnung der Welt: Wer kassiert künftig an der Straße von Hormus – und mit welchem Recht?

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Hormus unter Belagerung: Schutz oder Schutzgelderpressung?

Legen wir die Zahlen auf den Tisch.

Jedes Jahr passieren rund 7,6 Milliarden Barrel Öl die Straße von Hormus. Bei einem Ölpreis von 70 bis 80 US-Dollar pro Barrel entspricht das einem Handelsvolumen von 530 bis über 600 Milliarden US-Dollar jährlich. (eia.gov)

Nun steht der US-Vorschlag im Raum, auf diesen Warenstrom eine 20-prozentige „Sicherheitsabgabe“ zu erheben. Das entspricht rund 106 bis 122 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

USA, die weder Anrainer der Meerenge ist noch das transportierte Öl besitzt, würde damit Milliarden an einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt abschöpfen.

Das wäre keine gewöhnliche Gebühr – sondern eine Abgabe auf den globalen Energiehandel.

Dem gegenüber steht der iranische Vorschlag einer Durchfahrtsgebühr von 1 bis 2 Millionen US-Dollar pro Tanker. Bei etwa 25.000 bis 30.000 Tankerdurchfahrten pro Jahr ergäbe das Einnahmen von ungefähr 25 bis 60 Milliarden US-Dollar, die nach iranischen Angaben mit Oman geteilt würden.

Der Unterschied liegt nach dieser Argumentation im Zweck der Einnahmen. Sie sollen an konkrete Leistungen gebunden sein:

  • Lotsen- und Navigationsdienste in einem der engsten Seeengpässe der Welt
  • Such- und Rettungseinsätze
  • Maßnahmen gegen Piraterie und zur maritimen Sicherheit
  • Umwelt- und Havarieeinsätze bei Ölunfällen
  • Verkehrslenkung sowie Hafenkoordination auf beiden Seiten der Meerenge

Mit anderen Worten: Gebühren für die Verwaltung einer Wasserstraße, an deren Küsten die beteiligten Staaten liegen.

Die entscheidende Frage lautet daher:

Wer darf für die Sicherheit einer internationalen Wasserstraße Gebühren verlangen?

Die Anrainerstaaten, die unmittelbar an der Meerenge liegen und deren Risiken tragen? Oder ein externer Staat, der „militärischen Schutz“ anbietet und dafür eine Abgabe auf den gesamten Warenverkehr erhebt?

Je nach politischer Perspektive fällt die Antwort unterschiedlich aus. Für die einen handelt es sich um einen legitimen Beitrag zur Sicherung einer kritischen Handelsroute. Für die anderen wäre es nichts anderes als eine globale Form von Schutzgelderpressung – verpackt als Sicherheitsleistung. Die Mafia lässt grüßen.

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