Erste Studie am Menschen: Impfstoff gegen Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus wird getestet

Beitrag teilen

In der Demokratischen Republik Kongo (DRK) wird nun ein neuer Impfstoff gegen das lebensgefährliche Ebola-Virus an Menschen getestet. Nach Angaben des US-Medienunternehmens Bloomberg handelt es sich dabei um eine Entwicklung des Indischen Serum-Instituts (SII) mit Sitz in Pune, die Menschen speziell gegen die seltene Bundibugyo-Variante des Erregers immun machen soll. Ebendieser Stamm breitet sich seit Mai im zentralafrikanischen Staat aus.

Die klinische Studie des weltweit ersten Vakzins gegen die Bundibugyo-Variante ist mit 50 gesunden Erwachsenen angelaufen. Zunächst einmal sollen die Sicherheit des Impfstoffkandidaten und die Immunantwort unter Beweis gestellt werden. Für die Phase-1-Studie stellt das SII nach eigenen Angaben 4.000 Dosen des Impfstoffs zur Verfügung. Dabei sind schon mehr als 620.000 Dosen produziert worden, die der indische Hersteller für weitere Etappen der klinischen Studie und eine mögliche Notfallzulassung lagert. Dem zu testenden Impfstoff liegt dieselbe Schimpansen-Adenovirus-Plattform zugrunde, die man schon im Oxford-AstraZeneca-Impfstoff gegen den COVID-19-Erreger verwendet hat.

Bereits vorhandene Ebola-Impfstoffe richten sich gegen die Zaire-Variante und sind für die Immunisierung gegen die Bundibugyo-Variante nicht zugelassen. Experten rechnen derweil nicht damit, dass das neue Vakzin im Erfolgsfall kurzfristig einen Umbruch bei der jetzigen Epidemie einleiten könnte. Die Entwicklung dient eher der Vorbeugung künftiger Ausbrüche.

Der aktuelle Ebola-Ausbruch dauert sei Mai an. Die ⁠Epidemie wütet in drei von bewaffneten Konflikten geprägten Provinzen der DRK: Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu. Das lebensgefährliche Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten einer infizierten Person übertragen. Um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen, ist es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nötig, 90 Prozent aller Kontaktpersonen zu ermitteln und zu beobachten. Unter den prekären Bedingungen des örtlichen Gesundheitswesens ist das oft unmöglich.

Darüber hinaus klagt die Organisation über die mangelnde Finanzierung: Momentan bekommt die WHO nach eigenen Angaben lediglich 40 Prozent der Summe, die für einen effizienten Kampf gegen das Fieber nötig wäre. Den erforderlichen Betrag beziffert die Organisation auf etwa 115 Millionen US-Dollar.

Bislang sind in der DRK 1.963 Infektionsfälle offiziell bestätigt worden. Mindestens 719 Menschen starben an der Krankheit. Nach WHO-Angaben könnte die tatsächliche Zahl der Erkrankten und der Todesopfer zwei- bis viermal so hoch sein.

Mehr zum Thema – Cholera-Ausbruch in Zentralafrika

Beitrag teilen

Neue Beiträge und
Informationen direkt
per E-Mail erhalten.