Großbritannien kündigt Social-Media-Ausgangssperre an

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Kit Knightly

Vor wenigen Stunden wurde bekannt, dass die britische Labour-Regierung eine neue Ausgangssperre für soziale Medien ankündigen will. Damit kommt eine weitere Regel zu den ohnehin immer unübersichtlicheren und letztlich sinnlosen Vorschriften für soziale Medien im Vereinigten Königreich hinzu.

Es gibt bereits das vollständige Verbot für unter 16-Jährige sowie die automatisch aktivierte Nacktheitserkennung direkt auf den Geräten. Nun soll zusätzlich eine Social-Media-Sperre ab Mitternacht für 16- und 17-Jährige eingeführt werden.

Wird das funktionieren?

Nun, wenn das Ziel darin besteht, Jugendliche nach Mitternacht von sozialen Medien fernzuhalten, dann wohl kaum. Sie werden die Sperre leicht umgehen. Dafür gibt es schließlich VPNs (zumindest vorerst noch).

Wird es funktionieren, viele Menschen dazu zu bringen, ihr Alter durch das Scannen ihres Gesichts oder ihres Ausweises nachzuweisen? Absolut. Viele werden das tun, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden.

Genau darum geht es bei all diesen Regeln. Man will Sie dazu bringen, Ihr Alter zu verifizieren – und fast noch wichtiger: Man will Sie daran gewöhnen, dass Sie Ihr Alter überhaupt ständig nachweisen müssen. Deshalb werden all diese Maßnahmen auf dieselbe Weise durchgesetzt.

Nacktheitsfilter? Bitte bestätigen Sie Ihr Alter.

Social-Media-Verbot? Bitte bestätigen Sie Ihr Alter.

Mitternächtliche Internet-Ausgangssperre? Bitte bestätigen Sie Ihr Alter.

Es sind fünfzig verschiedene Fragen mit derselben Antwort, fünfzig verschiedene Wege zum selben Ziel. Jede neue Variante soll diejenigen erfassen, die die vorherige Maßnahme – absichtlich oder unabsichtlich – noch umgehen konnten.

Warum gerade jetzt?

Nun, wir befinden uns in den letzten Zügen jener legendären Epoche, die Historiker zweifellos einmal als die „Starmer-Ära“ bezeichnen werden (zumindest hofft er das). Sir Keir ist derzeit eifrig dabei, all jene Regeln zu verabschieden, die sein Vermächtnis festschreiben sollen – als „der Premierminister, der damals an der Macht war und genau dieselben Dinge tat wie alle anderen Regierungschefs in allen anderen Ländern“.

„Wenn ihr sein Denkmal sucht, schaut euch um – es sieht genauso aus wie alle anderen.“

Natürlich hat das nichts mit Starmers Vermächtnis zu tun. Es geht vielmehr darum, seinem Nachfolger eine möglichst lange Schonfrist zu verschaffen.

Denn wenn der scheidende Regierungschef kurz vor seinem Abgang noch alle unpopulären Gesetze durchdrückt, ist das aus PR-Sicht wesentlich günstiger, als wenn der neue Hoffnungsträger sie gleich zu Beginn seiner Amtszeit verabschieden müsste.

Je weniger wirkungslose, bevormundende und unpopuläre Gesetze Burnham in seinen ersten Monaten im Amt beschließen muss, desto länger dauert es, bis die Mehrheit der Menschen erkennt, dass auch er letztlich nicht anders ist als alle anderen – und ihm ebenfalls überdrüssig wird.

Natürlich gilt auch hier das Gesetz des abnehmenden Ertrags. Dieser Trick funktioniert mit jedem Mal etwas schlechter. Deshalb hatte Großbritannien in den vergangenen zehn Jahren bereits sieben Premierminister – und deshalb kann sich Burnham glücklich schätzen, wenn er überhaupt 18 Monate im Amt bleibt.

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