Europa trägt 23 % der weltweiten Krebslast – warum eigentlich?

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Europa gilt als eine der wohlhabendsten Regionen der Welt. Die Lebensmittelvorschriften gehören zu den strengsten überhaupt, zahlreiche Zusatzstoffe sind verboten, die medizinische Versorgung zählt vielerorts zur Weltspitze. Dennoch kommt ausgerechnet Europa auf einen unverhältnismäßig hohen Anteil der weltweiten Krebserkrankungen. Die Zahlen werfen Fragen auf.

Der Cancer Atlas, der auf Daten der International Agency for Research on Cancer (IARC) der WHO basiert, kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis:

Europa stellt weniger als 10 Prozent der Weltbevölkerung, trägt aber mehr als 20 Prozent – rund 23 Prozent – der weltweiten Krebslast.

Gleichzeitig entfallen auf Europa jedes Jahr rund 4,1 Millionen neue Krebsdiagnosen und nahezu zwei Millionen Krebstodesfälle.

Warum gerade Europa?

Die offiziellen Erklärungen verweisen auf mehrere Faktoren:

  • die alternde Bevölkerung,
  • höhere Lebenserwartung,
  • Rauchen,
  • Alkoholkonsum,
  • Umwelt- und Lebensstilfaktoren.

Das sind zweifellos wichtige Einflussgrößen. Doch reichen sie aus, um den außergewöhnlich hohen Anteil Europas an der weltweiten Krebslast vollständig zu erklären?

Diese Frage wird zunehmend diskutiert.

Schließlich verfügt Europa im internationalen Vergleich über vergleichsweise strenge Lebensmittelvorschriften. Viele Farbstoffe und Zusatzstoffe, die beispielsweise in den USA zugelassen sind, dürfen in Europa gar nicht verwendet werden. Auch die Adipositasraten liegen in vielen europäischen Ländern unter denen der Vereinigten Staaten. Trotzdem bleibt die Krebsbelastung außergewöhnlich hoch.

Gibt es weitere Einflussfaktoren?

Die Ursachen von Krebs sind komplex. Genetik, Alter, Ernährung, Umweltgifte, Alkohol, Tabak, Bewegungsmangel und zahlreiche weitere Faktoren spielen zusammen.

Doch seit einigen Jahren wird eine weitere Frage gestellt:

Hat die seit Ende 2020 beziehungsweise ab 2021 in großem Umfang eingeführte mRNA-Impfung möglicherweise Einfluss auf bestimmte Krebsentwicklungen?

Diese Frage wird sowohl in wissenschaftlichen Fachpublikationen als auch in der öffentlichen Debatte diskutiert. Bislang gibt es keinen wissenschaftlichen Konsens, dass mRNA-Impfstoffe insgesamt zu einem Anstieg der Krebsinzidenz in der Bevölkerung geführt haben. Gleichzeitig erscheinen weiterhin Studien und Fallberichte, die einzelne biologische Mechanismen oder seltene Beobachtungen untersuchen. Die Forschung auf diesem Gebiet ist noch nicht abgeschlossen.

Wichtig ist dabei jedoch eine saubere Trennung:

Die Statistik des Cancer Atlas liefert keinen Beleg für einen Zusammenhang mit den COVID-Impfkampagnen. Sie zeigt lediglich die hohe Krebsbelastung Europas im internationalen Vergleich.

Um einen möglichen Zusammenhang wissenschaftlich zu untersuchen, müssten langfristige Entwicklungen der Krebsinzidenz vor und nach 2021 sowie Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen sorgfältig analysiert werden.

Mehr Fragen als Antworten

Fest steht:

Europa trägt gemessen an seinem Bevölkerungsanteil eine außergewöhnlich hohe Last an Krebserkrankungen. Warum dies so ist, darüber gibt es zahlreiche Erklärungsansätze – aber offenbar noch keine abschließende Antwort.

Gerade deshalb erscheint es legitim, unbequeme Fragen zu stellen und mögliche Einflussfaktoren wissenschaftlich zu untersuchen, statt bestimmte Hypothesen vorschnell auszuschließen oder als gesichert darzustellen.

Denn wenn eine Region mit weniger als zehn Prozent der Weltbevölkerung mehr als ein Fünftel der weltweiten Krebslast trägt, sollte dies Anlass sein, sämtliche plausiblen Ursachen sorgfältig und ergebnisoffen zu erforschen – unabhängig davon, wohin die Ergebnisse letztlich führen.

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