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„Du wirst nichts besitzen und glücklich sein.“ Kaum ein Satz wird so häufig mit dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Verbindung gebracht wie dieser. Zwar stammt die Formulierung ursprünglich aus einem Zukunftsbeitrag der dänischen Politikerin Ida Auken aus dem Jahr 2016, doch sie wurde über Jahre zum Sinnbild einer Zukunft, in der Eigentum zunehmend durch Miete, Leasing und geteilte Nutzung ersetzt wird.
Nun schlägt ausgerechnet der Club of Rome – jener einflussreiche Thinktank, der bereits 1972 mit seinem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ weltweite Debatten auslöste – in eine ähnliche Richtung.
The World Economic Forum 2026 Begins
Nows a good time to remember some of that previous predictions for the entire World, as part of the Great Global Reset.
“You will own nothing and be happy”
“Meat will be a treat”
“Western values will be tested to breaking point”
The WEF… pic.twitter.com/XVKArNKjrb
— Concerned Citizen (@BGatesIsaPyscho) January 20, 2026
Der Club of Rome ist keine gewöhnliche Umweltorganisation. Seit über fünf Jahrzehnten beraten dort ehemalige Staats- und Regierungschefs, Wissenschaftler, Unternehmer und internationale Spitzenfunktionäre über die Zukunft der Weltwirtschaft und globaler Politik. Seine Veröffentlichungen finden regelmäßig Eingang in politische Debatten, internationale Organisationen und Regierungen.
Gerade deshalb verdient ein neuer Beitrag des Club of Rome besondere Aufmerksamkeit.
In seinem aktuellen Beitrag fordert Lars Fogh Mortensen, Mitglied des Club of Rome und Experte der Europäischen Umweltagentur (EEA), die Kreislaufwirtschaft massiv auszubauen.
Begründet wird dies mit der Behauptung, Europas Wirtschaft funktioniere noch immer überwiegend linear. Nur rund zwölf Prozent der verwendeten Materialien würden wiederverwendet oder recycelt. Doch wer erwartet, dass es lediglich um Mülltrennung oder Recycling geht, wird beim Weiterlesen überrascht.
Der Beitrag beschreibt drei Ebenen des Wandels. Neben neuen Gesetzen, finanziellen Anreizen und technischen Innovationen fordert Mortensen ausdrücklich einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel.
Nicht nur die Wirtschaft müsse verändert werden. Auch Werte, Überzeugungen, Konsumgewohnheiten und gesellschaftliche Normen müssten sich ändern.
Sinngemäß heißt es, dauerhafte Veränderungen erforderten Veränderungen der Werte und Überzeugungen der Menschen. Kreislaufmodelle müssten mit der Art übereinstimmen, wie Menschen denken, konsumieren und miteinander interagieren.
Mit anderen Worten:
Nicht nur Produkte sollen anders hergestellt werden. Auch der Bürger selbst soll anders leben.
Besonders auffällig ist die Forderung nach sogenannten „Access-based Business Models“.
Gemeint sind Geschäftsmodelle, bei denen Eigentum zunehmend durch Nutzung ersetzt wird:
Hersteller bleiben Eigentümer. Der Bürger bezahlt lediglich für die Nutzung. Spätestens an diesem Punkt fühlen sich viele Beobachter an das WEF erinnert.
Der berühmte Satz „Du wirst nichts besitzen und glücklich sein.“ entwickelte sich weltweit zum Symbol einer Zukunft, in der individuelles Eigentum zunehmend an Bedeutung verliert.
Das WEF betonte später mehrfach, dieser Satz sei missverstanden worden und habe lediglich ein Zukunftsszenario beschrieben, nicht ein politisches Ziel. Doch unabhängig von dieser Einordnung fällt auf:
Viele der heute propagierten Konzepte ähneln genau jener Vision erstaunlich stark.
Auch der aktuelle Beitrag des Club of Rome wirbt für Modelle, in denen Eigentum zunehmend durch Zugang ersetzt wird.
Hier beginnt die eigentliche politische Debatte. Denn weder das WEF noch der Club of Rome sind demokratisch gewählte Institutionen. Dennoch veröffentlichen beide regelmäßig Konzepte, die weit über Umweltpolitik oder Wirtschaft hinausreichen und tief in gesellschaftliche Strukturen eingreifen.
Es geht nicht mehr ausschließlich um CO₂ oder Recycling. Es geht um Konsum, Eigentum, Lebensstil und gesellschaftliche Werte.
Die entscheidende Frage lautet deshalb:
Wer hat diesen Organisationen das Mandat gegeben, Vorstellungen darüber zu entwickeln, wie Millionen Menschen künftig leben, konsumieren oder Eigentum nutzen sollen?
Befürworter argumentieren, ohne Kreislaufwirtschaft seien Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung langfristig nicht beherrschbar. Kritiker sehen dagegen eine schleichende gesellschaftliche Transformation.
Nicht mehr der Bürger entscheide frei über Eigentum und Konsum, sondern internationale Thinktanks entwickelten Leitbilder, die anschließend über Politik, Regulierung und Wirtschaft schrittweise umgesetzt würden.
Ob diese Entwicklung tatsächlich zu einer Gesellschaft führt, in der Eigentum immer weiter an Bedeutung verliert, bleibt offen.
Fest steht jedoch:
Der aktuelle Beitrag des Club of Rome fordert nicht nur neue Technologien oder mehr Recycling. Er fordert ausdrücklich neue Gesetze, neue Geschäftsmodelle, neue gesellschaftliche Normen und Veränderungen des Konsumverhaltens. Und genau deshalb dürfte die Debatte über den künftigen Stellenwert von Eigentum und individueller Freiheit in Europa weiter an Schärfe gewinnen.