Geschenke und Steuern: Warum Sie auch kleine Geldgeschenke dem Finanzamt melden müssen

Wer Geld verschenkt, muss oft mehr beachten als gedacht. Ab wann greift die Schenkungssteuer – und welche Freibeträge gelten?

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Wer Geld verschenkt, muss oft mehr beachten als gedacht. Ab wann greift die Schenkungssteuer – und welche Freibeträge gelten?

Ob am Geschenketisch, unter dem Tannenbaum oder getarnt in einer Glückwunschkarte: Manch einer verschenkt lieber bares Geld als ein klassisches Präsent. Was viele nicht wissen: In bestimmten Fällen muss das Finanzamt über das Geldgeschenk informiert werden.

Sowohl der Beschenkte als auch der Schenkende müssen das Geldgeschenk binnen drei Monaten beim zuständigen Finanzamt anzeigen. Eine Schenkungssteuer fällt allerdings erst an, wenn die geltenden Freibeträge überschritten werden.

Wie hoch der Freibetrag ausfällt, hängt vom Verhältnis zwischen Schenkendem und Beschenktem ab. Besonders großzügig sind die Regelungen für Ehepartner und Kinder. Für andere Verwandte oder nicht verwandte Personen gelten dagegen deutlich niedrigere Freibeträge.

Diese Freibeträge gelten bei Geldgeschenken

Gemäß den Paragrafen 15 und 16 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) gelten folgende Freibeträge:

Steuerklasse Verhältnis Freibetrag
I Ehegatten und eingetragene Lebenspartner 500.000 Euro
I Kinder und Stiefkinder 400.000 Euro
I Enkel, deren Eltern bereits verstorben sind 400.000 Euro
I Enkel, deren Eltern noch leben 200.000 Euro
I Urenkel 100.000 Euro
 
II Eltern und Großeltern 20.000 Euro
II Geschwister und deren Kinder 20.000 Euro
II Stiefeltern, Schwiegerkinder und Schwiegereltern 20.000 Euro
II geschiedene Ehegatten und getrennte Lebenspartner 20.000 Euro
 
III alle übrigen beschenkten Personen 20.000 Euro

Die Freibeträge gelten für zehn Jahre. Kleinere Schenkungen können sich über die Jahre aufsummieren und den Freibetrag überschreiten. Nach Ablauf der zehnjährigen Frist kann der Freibetrag erneut in Anspruch genommen werden.

Wird der jeweilige Freibetrag überschritten, fällt auf den darüber hinausgehenden Betrag Schenkungssteuer an. Wie hoch diese ausfällt, richtet sich wiederum nach der Steuerklasse und der Höhe der Schenkung.

Diese Sätze gelten bei der Schenkungssteuer

Wert der Schenkung
(oberhalb des Freibetrags)
Steuerklasse I Steuerklasse II Steuerklasse III

bis 75.000 Euro

7 Prozent

15 Prozent

30 Prozent

bis 300.000 Euro

11 Prozent

20 Prozent

30 Prozent

bis 600.000 Euro

15 Prozent

25 Prozent

30 Prozent

bis 6.000.000 Euro

19 Prozent

30 Prozent

30 Prozent

bis 13.000.000 Euro

23 Prozent

35 Prozent

50 Prozent

bis 26.000.000 Euro

27 Prozent

40 Prozent

50 Prozent

über 26.000.000 Euro

30 Prozent

43 Prozent

50 Prozent

Ausnahmen bei der Meldepflicht von Geschenken

Allerdings muss nicht jedes Geldgeschenk dem Finanzamt angezeigt werden. Übliche Gelegenheitsgeschenke müssen in der Regel nicht beim Finanzamt angezeigt werden. Dazu zählen etwa Geldgeschenke zu Geburtstagen, Hochzeiten, zu Ostern oder Weihnachten sowie Zuwendungen für bestandene Prüfungen.

Entscheidend ist dabei, dass sich das Geschenk in einem angemessenen Rahmen bewegt und zu den finanziellen Verhältnissen des Schenkenden passt. Ein Geldschein in der Geburtstagskarte oder ein Zuschuss zur Hochzeit löst deshalb in den meisten Fällen weder eine Steuer noch eine Meldepflicht aus.

Dieser Artikel ist eine Übernahme des Stern, der wie Capital zu RTL Deutschland gehört. Auf Capital.de wird er sechs Monate hier aufrufbar sein. Danach finden Sie ihn auf www.stern.de.

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