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Die Staatsduma hat am Dienstag ein lang erwartetes Gesetz verabschiedet, das den Umgang mit Kryptowährungen in Russland erstmals umfassend regelt.
Mit 340 Ja-Stimmen passierte der Entwurf „Über digitale Währung und digitale Rechte“ die zweite und dritte Lesung. Das Dokument schafft einen rechtlichen Rahmen für den Handel mit und die Verwahrung von Kryptowährungen, verbietet jedoch ihre Nutzung als Zahlungsmittel im Inland.
Das Gesetz definiert die wichtigsten Marktteilnehmer, nämlich lizenzierte Börsen, digitale Depotbanken, Broker, Verwaltungsgesellschaften und – neu – auch Krypto-Wechselstuben.
Nur registrierte Anbieter dürfen den Handel abwickeln. Börsen müssen beispielsweise ein Mindestkapital von 15 Millionen Rubel nachweisen. Digitale Depotbanken übernehmen Verwahrung und Buchhaltung, Broker vermitteln zwischen Anlegern und den Plattformen – auch zu ausländischen Börsen.
Für Privatanleger gelten strenge Regeln. Sie dürfen nur liquide Kryptowährungen mit hoher Marktkapitalisierung und langer Preisgeschichte erwerben – nach Einschätzung der Zentralbank vor allem Bitcoin, Ethereum und USDT.
Voraussetzung ist ein Wissenstest. Nicht-qualifizierte Anleger unterliegen einer jährlichen Kaufgrenze von 300.000 Rubel (rund 3.360 Euro) pro Vermittler. Qualifizierte Investoren bleiben von dieser Beschränkung befreit. Russische Bürger dürfen Kryptowährungen ausschließlich in Verwahrungs-Wallets halten. Selbstverwahrte „kalte“ Wallets bleiben Ausländern und Teilnehmern des Außenhandels vorbehalten.
Zahlungen mit Krypto für Waren und Dienstleistungen im Inland bleiben verboten. Der Rubel, auch in seiner künftigen digitalen Form, bleibt alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel. Wichtige Ausnahmen gelten für den Außenhandel. Unternehmen dürfen Kryptowährungen zur Abwicklung von Export und Importgeschäften nutzen. Damit schafft Russland eine legale Möglichkeit, trotz westlicher Sanktionen internationale Transaktionen abzuwickeln.
Das Gesetz tritt am 1. September 2026 in Kraft. Für bestehende Anbieter gibt es Übergangsfristen bis März bzw. Juli 2027. Die Zentralbank muss bis November noch mehr als 30 ergänzende Verordnungen erlassen. Erst Ende 2026 oder Anfang 2027 rechnen Marktteilnehmer mit einem voll funktionsfähigen, regulierten Kryptomarkt.
Das Gesetz muss noch von Präsident Wladimir Putin unterzeichnet werden. Es gilt als der bislang umfassendste Versuch Russlands, den wachsenden Kryptosektor unter staatliche Kontrolle zu bringen und gleichzeitig wirtschaftliche Spielräume zu erhalten.
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