Autohersteller: Mercedes senkt Prognose: China-Krise belastet den Absatz

Das schwache China-Geschäft bremst Mercedes-Benz aus: Während der Gewinn anzieht, sinken die Verkaufszahlen deutlich. Der Autohersteller korrigiert seine Jahresziele nach unten

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Das schwache China-Geschäft bremst Mercedes-Benz aus: Während der Gewinn anzieht, sinken die Verkaufszahlen deutlich. Der Autohersteller korrigiert seine Jahresziele nach unten

Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal wie erwartet das operative Ergebnis gegenüber dem schwachen Vorjahreswert gesteigert. Der Absatz im Hauptgeschäftsfeld Mercedes-Benz Cars stabilisiert sich aber nicht wie erhofft, sodass der Autobauer jetzt im laufenden Jahr einen leichten Rückgang und kein Volumen mehr auf Vorjahresniveau erwartet. Mercedes begründete das am Dienstag mit dem verschärften Marktumfeld und dem intensiven Wettbewerb in China. Von April bis Juni legte das Betriebsergebnis um 21,5 Prozent auf 1,55 Mrd. Euro zu, nachdem es im Vorjahreszeitraum um zwei Drittel eingebrochen war. Der Dax-Konzern wolle im zweiten Halbjahr Kosten und Produktivität weiter verbessern, erklärte Konzernchef Ola Källenius.

„Auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld sind wir im zweiten Quartal auf Kurs geblieben und haben unsere Modelloffensive beschleunigt“, ergänzte er. Die Modelloffensive füllt demnach die Auftragsbücher und geht demnächst mit dem neuen elektrischen GLA weiter. Bis Ende des Jahres will Mercedes außerdem das automatisierte Fahren auf definierten Strecken in ersten deutschen Städten einführen.

Der Konzernumsatz sank trotz eines erneuten Absatzeinbruchs in China nur leicht um 3,3 Prozent auf 32 Mrd. Euro. Nach einer Umfrage des Prognosehauses Visible Alpha hatten die Fachleute mit einem Umsatz in dieser Höhe und mit einem operativen Gewinn von 1,57 Mrd. Euro gerechnet. Wegen des schwächeren Pkw-Absatzes, der im Halbjahr um sieben Prozent auf 837.000 Fahrzeuge schrumpfte, senkte Källenius auch die Prognose für den Konzernumsatz. Er wird nun leicht unter statt auf Vorjahresniveau erwartet.

Gewinn von Mercedes-Benz Cars schrumpft weiter

Die bereinigte Rendite im Hauptgeschäftsfeld Mercedes-Benz Cars lag mit 4,0 Prozent in der angepeilten Spanne für das Gesamtjahr von drei bis fünf Prozent. Die Schwäche in China, wo die Verkäufe im abgelaufenen Quartal um 30 Prozent absackten, drückte das bereinigte Betriebsergebnis im Hauptgeschäftsfeld um ein Viertel auf 909 Mio. Euro. Neben dem Druck in China belasteten ein ungünstigerer Modellmix und Kosten für das Ausrollen neuer Modelle das Ergebnis. Unbereinigt brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern durch eine Wertminderung der China-Beteiligung um 704 Mio. Euro auf 49 Mio. Euro ein. Die kleinere Van-Sparte und die Finanzdienstleistungssparte verdienten unterdessen besser.

Gestützt wurde das Ergebnis auch durch „konsequentes Kostenmanagement“, wie der Dax-Konzern weiter erklärte. Das Sparprogramm „Next Level Performance“, mit dem schätzungsweise mehr als 5000 Arbeitsplätze abgebaut wurden, untermauerte das Ergebnis mit niedrigeren Verwaltungskosten. Seit 2019 sanken die Fixkosten um rund 25 Prozent. Der Kurs wird beibehalten: Seit Juni werde die globale Produktivitätsoffensive intensiviert, vor allem an deutschen Standorten. Källenius hatte längere Arbeitszeiten in Deutschland fürs gleiche Geld gefordert, um die Produktivität zu steigern. Damit brachte er Tausende Mercedes-Beschäftigte auf die Barrikaden, die für den Erhalt der 35-Stunden-Woche vor allen deutschen Werken demonstrierten.

Auch die anderen deutschen Autobauer verschärfen den Sparkurs in der Krise. Im Volkswagen-Konzern stehen weitere 50.000 Arbeitsplätze und vier Werke in Deutschland zur Disposition. Porsche gab am Montag bekannt, bis 2035 noch 5000 weitere und damit fast 9000 von 42.000 Arbeitsplätzen abzubauen. Auch Mercedes-Rivale BMW, der bislang gut durch die China-Flaute gekommen war, senkte im Juni die Prognose und rechnet nun mit einem operativen Gewinnrückgang – auch hier wird über Stellenabbau gesprochen.

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