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Die Kantonspolizei (Kapo) Basel-Stadt öffnet ihre Türen einen Spalt weiter. Ab sofort können sich im Rahmen eines Pilotprojekts auch Ausländer mit einer befristeten B-Aufenthaltsbewilligung für die Polizeischule bewerben. Bisher galt als Mindestanforderung die unbefristete C-Niederlassungsbewilligung oder das Schweizer Bürgerrecht.
Für den Lehrgang, der im Herbst 2026 startet, hat die Kapo bereits vier Deutsche eingestellt: zwei Frauen und zwei Männer. Sie absolvieren die vollständige Schweizer Polizeiausbildung an der Interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch, müssen Schweizerdeutsch verstehen und Basel gut kennen.
Hintergrund ist der anhaltende Personalmangel. Dem Korps fehlen derzeit rund 100 Mitarbeiter. Die Zahl der unbesetzten Stellen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, verstärkt durch den altersbedingten Personalabgang und Austritte. Neben der Öffnung für Ausländer setzt die Polizei deshalb auch verstärkt auf die Rekrutierung von Frauen.
Basel-Stadt hat bereits seit etwa drei Jahrzehnten Erfahrung mit ausländischen Polizisten, die über eine C-Bewilligung verfügen. Aktuell sind es 30 bis 40 Personen. Die Erfahrungen damit seien durchwegs positiv, heißt es. Nun wagt der Grenzkanton als erster in der Schweiz den nächsten Schritt und lässt auch B-Bewilligte zu.
Der ehemalige Basler Kriminalkommissär Markus Melzl sieht in der Öffnung kein Problem. Entscheidend sei stets der gemeinsame Auftrag als Polizist gewesen. Größere Sorgen bereite ihm der anhaltende Personalmangel. Auch Harald Zsedényi vom Polizeibeamtenverband Basel-Stadt begrüßt den Schritt. Fähige Bewerber mit einer B-Bewilligung könnten ohne Weiteres bei der Polizei angestellt werden. Die Herkunft spiele dabei keine Rolle, unabhängig davon, ob jemand aus Graubünden oder dem grenznahen Deutschland stamme.
Kritischer sieht es der nationale Verband Schweizerischer Polizeibeamter. Er hält an der Haltung fest, dass der bewaffnete Arm des Staates von Schweizer Bürgern vertreten werden sollte. Eine C-Bewilligung für die Ausbildung sei akzeptabel, zum Zeitpunkt der Vereidigung solle jedoch der Schweizer Pass vorliegen.
Ob die neue Regelung in Zukunft ausgebaut wird, hängt von den Erfahrungen der kommenden Jahre ab. Vier zusätzliche Mitarbeiter reichen jedoch nicht aus, um den bestehenden Personalmangel zu beheben. Die Kantonspolizei Basel-Stadt sucht deshalb weiterhin nach Wegen, neue Polizisten zu gewinnen, auch im grenznahen Ausland.
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