EXKLUSIV: CIA-Einschätzung beschreibt Israels Wettlauf, das Bündnis zwischen den USA und Israel unumkehrbar zu machen

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Geheimdienstbewertung besagt, dass israelische Vertreter eine langfristige Strategie verfolgen, um das Bündnis für künftige US-Regierungen schwer rückgängig zu machen.

Aída Chávez

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu spricht vor der Trauerfeier für Senator Lindsey Graham (Republikaner, South Carolina) am 28. Juli 2026 in Washington mit Verteidigungsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio. (AP Photo/Jacquelyn Martin)

Israelische Regierungsvertreter wissen, dass sie die amerikanische Öffentlichkeit verlieren. In der Sorge, dass der politische Konsens der USA zugunsten Israels zusammenbricht, verfolgen sie laut einer neuen vertraulichen US-Geheimdienstbewertung eine langfristige Strategie, um Israel dauerhaft in den amerikanischen Militär-, Geheimdienst- und Verteidigungsapparat einzubinden – auf eine Weise, die zukünftige Regierungen nur schwer rückgängig machen könnten.

Israelische Regierungsvertreter glauben, dass der politische Kampf um Israel in den Vereinigten Staaten immer schwieriger zu gewinnen ist und dass die Zeit unbegrenzter jährlicher Militärhilfen in Milliardenhöhe zu Ende geht, heißt es in der Einschätzung, die Capital & Empire von mehreren US-Regierungsvertretern beschrieben wurde. Anstatt sich auf direkte US-Militärhilfe zu verlassen – eine zunehmend sichtbare und politisch umstrittene Form der Unterstützung –, versucht Israel nun mit Hochdruck, sich tiefer in den amerikanischen Militär-, Geheimdienst- und nationalen Sicherheitsapparat einzubinden – in Strukturen, die künftige Regierungen überdauern sollen.

Die Einschätzung, die überwiegend von der CIA verfasst und in dieser Woche verbreitet wurde, beschreibt Gespräche über den Ausbau der geheimdienstlichen Zusammenarbeit sowie die Möglichkeit, einen dauerhaften US-Militärstützpunkt auf israelischem Staatsgebiet einzurichten. Außerdem heißt es darin, israelische Vertreter hätten gezielt einflussreiche Persönlichkeiten aus dem amerikanischen Technologiesektor umworben, um langfristige politische und finanzielle Unterstützung für diese Strategie aufzubauen. Die Einschätzung nennt diese Personen nicht namentlich.

Der Kongress hat bereits begonnen, Elemente dieser Strategie voranzutreiben. Vergangene Woche verabschiedete das Repräsentantenhaus weitgehend unbeachtet Abschnitt 219 des National Defense Authorization Act (NDAA), mit dem innerhalb des Pentagon eine ständige US-israelische Initiative zur Zusammenarbeit im Bereich Verteidigungstechnologie geschaffen wird. Die Fassung des Repräsentantenhauses sieht einen leitenden Pentagon-Beauftragten vor, der die bilaterale Verteidigungsforschung, Entwicklung, industrielle Zusammenarbeit und technologische Integration koordinieren soll.

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Sechs Demokraten – die Abgeordneten Henry Cuellar, Don Davis, Jared Golden, Vicente Gonzalez, Adam Gray und Marie Gluesenkamp Perez – stimmten gemeinsam mit den Republikanern für das Verteidigungsgesetz. Die Vorlage geht nun an den Senat, der voraussichtlich seine eigene Version des NDAA beraten wird, bevor beide Kammern einen gemeinsamen Kompromisstext für die Unterschrift von Präsident Donald Trump ausarbeiten.

Der republikanische Abgeordnete Thomas Massie aus Kentucky, der eine Initiative zur Streichung von Abschnitt 219 aus dem 1,15 Billionen Dollar schweren Pentagon-Haushalt anführte, bezeichnete die Regelung als „Verrat an unserer Souveränität“. Auch die demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez aus New York bezeichnete den Vorschlag als „existenzielle Bedrohung für die amerikanische Souveränität und Demokratie“.

Bereits Anfang dieses Jahres hatte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu angedeutet, die direkte US-Militärhilfe schrittweise auslaufen zu lassen. Die meisten etablierten Medien stellten diesen Vorschlag als Ausdruck der wachsenden wirtschaftlichen und militärischen Stärke beziehungsweise der zunehmenden Eigenständigkeit Israels dar. Nach Einschätzung der CIA verfolgt Israel jedoch ein anderes Ziel. Der Geheimdienst geht davon aus, dass Israel versucht, das Bündnis zwischen den USA und Israel gegen den politischen Wandel in Amerika abzusichern, indem gut sichtbare Auslandshilfe durch tiefere und langfristigere Formen militärischer und industrieller Integration ersetzt wird.

Aus israelischer Sicht würde eine stärkere Einbindung des Bündnisses in den amerikanischen Sicherheitsapparat es künftigen US-Regierungen erheblich erschweren, Druck auf Israel auszuüben, indem Waffenlieferungen verzögert oder zurückgehalten werden.

Die Strategie geht über Geheimdienstkooperation und Militärhilfe hinaus. Israelische Regierungsvertreter wollen außerdem israelische Technologien, Geheimdienstfähigkeiten und gemeinsam entwickelte Waffensysteme direkt in das US-Militär integrieren, sodass die amerikanische Verteidigung zunehmend von israelischen Systemen abhängig wird. Der Einschätzung zufolge haben israelische Vertreter darüber gesprochen, Israel in Washington als einen technologisch und geheimdienstlich unverzichtbaren Partner zu positionieren. Dabei verwiesen sie auf Formulierungen in der Nationalen Verteidigungsstrategie 2026, in der Israel als „Modellverbündeter“ bezeichnet wird, dessen Beziehung zu den Vereinigten Staaten für beide Seiten von Vorteil sei.

Seit Beginn des israelischen Völkermords im Gazastreifen hat sich die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten gegenüber Israel deutlich verschlechtert. Laut einer Umfrage des Pew Research Center vom April haben inzwischen rund 60 Prozent der amerikanischen Erwachsenen eine negative Meinung über Israel – gegenüber 53 Prozent ein Jahr zuvor. Sowohl unter Demokraten als auch unter Republikanern unter 50 Jahren bewertet inzwischen die Mehrheit sowohl Israel als auch Benjamin Netanjahu negativ.

Da Gaza zu einem prägenden Thema innerhalb der Demokratischen Partei geworden ist, verzeichnen die Democratic Socialists of America einen starken Mitgliederzuwachs und zunehmende Wahlerfolge mit Kampagnen, die sich auf die Opposition gegenüber Israel konzentrieren. Vor einer Generation konnte öffentliche Unterstützung für Palästina eine politische Karriere beenden. Heute kann ein Eintrag bei der Canary Mission zum Sprungbrett für den Einzug in den Kongress werden. Nach Einschätzung der CIA ist sich Israel dieser Entwicklung bewusst und zunehmend besorgt.

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