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Ceuta: Augenzeugen berichten – „Wir wurden zur Grenze geschickt“. Erin Reporter vor Ort widerspricht der Rückführungs-Darstellung von Tausenden.

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Ceuta: Zwei Augenzeugen erschüttern die offizielle Erzählung

Die Bilder aus Ceuta gingen um die Welt: Zehntausende Migranten stürmten innerhalb weniger Tage die spanische Exklave. Kurz darauf erklärten Behörden und viele große Medien, die Lage sei weitgehend unter Kontrolle. Der Großteil der Menschen sei nach Marokko zurückgebracht worden, Auslöser seien Gerüchte in sozialen Netzwerken gewesen.

Doch unabhängige Augenzeugenberichte zeichnen ein völlig anderes Bild.

Der erste stammt von einem Migranten, der von einer Reporterin von Rebel News direkt in Ceuta interviewt wurde. Seine Aussage ist bemerkenswert – nicht nur wegen ihres Inhalts, sondern wegen ihrer Klarheit.

Auf die Frage, warum er nach Ceuta gekommen sei, antwortet er, die Grenze sei offen gewesen. Wer ihm das gesagt habe? Seine Antwort: „Marokko.“ Auf die Nachfrage, ob er damit die Regierung meine, antwortet er erneut mit „Ja“.

Noch brisanter wird seine Schilderung, als er die Rolle der marokkanischen Polizei beschreibt. Die Beamten hätten die Menschen nicht aufgehalten, sondern ihnen den Weg gezeigt. Immer wieder hätten sie gesagt: „Geh nach Ceuta.“

Erst zwei oder drei Tage später habe sich alles geändert. Plötzlich habe der marokkanische König die Menschen öffentlich zur Rückkehr aufgerufen. „Kommt zurück, meine Kinder“, habe die neue Botschaft gelautet.

Warum zuerst gehen und dann zurückkehren?

Der Migrant kann diese Frage nicht beantworten. Er sagt lediglich: „Es ist komisch.“

Marokko verfügt über einen der am stärksten ausgebauten Sicherheitsapparate Nordafrikas. Die Grenze zu Ceuta gehört zu den sensibelsten Grenzabschnitten zwischen Afrika und Europa. Dass sich innerhalb weniger Tage Zehntausende Menschen nahezu ungehindert in Richtung Europa bewegen konnten, wirft zwangsläufig Fragen auf.

Noch schwerer wiegt die Aussage, dass marokkanische Sicherheitskräfte den Weg nicht versperrt, sondern den Menschen sogar gezeigt hätten. Sollte dies zutreffen, wäre die Krise nicht das Ergebnis eines spontanen Kontrollverlustes, sondern einer bewusst zugelassenen Grenzöffnung.

Während über diesen Aspekt kaum gesprochen wird, liefert ein zweiter Journalist einen weiteren Mosaikstein.

In einem Fernsehinterview berichtet der Journalist Nick Shirley Fox-News, der selbst vor Ort war, dass die offiziellen Rückführungszahlen kaum das widerspiegelten, was er in Ceuta gesehen habe. Überall in den Bergen und Hügeln rund um die Stadt hätten sich Menschen versteckt. Beim Fahren durch die Straßen sehe man immer wieder Personen aus dem Gelände auftauchen.

„Wer weiß, wie viele Leute dort immer noch sind?“, sagt der Reporter. „Es gibt keine wirkliche Zahl.“

Diese Aussage deckt sich mit Berichten anderer Medien, wonach sich zahlreiche Migranten in Wäldern, verlassenen Gebäuden oder bei Bekannten verstecken, um einer Rückführung zu entgehen.

Noch aufschlussreicher ist jedoch, was der Reporter über die Ziele der Migranten berichtet.

Niemand wolle dauerhaft in Ceuta bleiben. Die spanische Exklave sei lediglich das Sprungbrett. Das eigentliche Ziel heiße Europa. Deutschland, Frankreich, Großbritannien oder andere europäische Staaten – dort wollten viele ihre Reise fortsetzen.

Damit verändert sich der Blick auf die gesamte Krise.

Es geht nicht nur um Ceuta. Es geht um Europas Außengrenze.

Nick Shirley schildert zudem, wie er selbst von einer Gruppe Migranten verfolgt und mit Steinen sowie Flaschen beworfen wurde. Im Studio wird anschließend ausdrücklich darauf hingewiesen, wie knapp ihm die Flucht gelungen sei.

Solche Vorfälle passen kaum zu dem Bild einer Krise, die bereits überwunden sein soll.

Auffällig ist vielmehr, worüber kaum gesprochen wird.

Die öffentliche Debatte dreht sich um Rückführungszahlen, humanitäre Hilfe und Gerüchte in sozialen Netzwerken. Weit weniger Aufmerksamkeit erhält die Frage, warum eine der bestgesicherten Grenzen Europas plötzlich durchlässig wurde – und warum ein Migrant übereinstimmend schildert, dass marokkanische Sicherheitskräfte die Menschen ausdrücklich zum Grenzübertritt aufforderten.

Noch bemerkenswerter ist der abrupte Kurswechsel. Erst sollen die Menschen nach Ceuta gehen, wenige Tage später werden sie öffentlich zur Rückkehr aufgefordert.

Warum?

War das eigentliche Ziel bereits erreicht? Sollte politischer Druck auf Spanien und die Europäische Union aufgebaut werden? Oder wollte Rabat demonstrieren, dass die Stabilität der europäischen Außengrenze letztlich auch vom Verhalten Marokkos abhängt?

Diese Fragen bleiben unbeantwortet.

Fest steht jedoch, dass diese Berichte die offizielle Erzählung erheblich ins Wanken bringen. Sie zeichnen das Bild einer Krise, die nicht einfach außer Kontrolle geraten ist, sondern möglicherweise erst durch politische Entscheidungen ermöglicht wurde.

Sollten sich diese Schilderungen bestätigen, wäre Ceuta weit mehr als eine Migrationskrise.

Dann wäre die Migration selbst zu einem geopolitischen Druckmittel geworden – mit Zehntausenden Menschen als Spielfiguren einer politischen Strategie. Und genau darüber wird bislang erstaunlich wenig gesprochen.

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