Raketenproduktion: Rheinmetall plant Atacms-Produktion für die USA in Deutschland

„Wir werden hoffentlich dazu beitragen können, die Arsenale aufzufüllen“: Rheinmetall-Chef Armin Papperger plant mit Lockheed Martin die Fertigung von Atacms-Raketen für die US-Streitkräfte in Deutschland

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„Wir werden hoffentlich dazu beitragen können, die Arsenale aufzufüllen“: Rheinmetall-Chef Armin Papperger plant mit Lockheed Martin die Fertigung von Atacms-Raketen für die US-Streitkräfte in Deutschland

Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall will die US-Streitkräfte dabei unterstützen, ihre durch den Irankrieg unter Druck geratenen Vorräte durch die Produktion von Atacms-Raketen in Deutschland wieder aufzustocken. „Wir werden hoffentlich dazu beitragen können, die Arsenale aufzufüllen“, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger in einem am Freitag veröffentlichten Reuters-Interview mit Blick auf die geplante Produktion der begehrten Atacms-Raketen am Standort Unterlüß.

Rheinmetall hatte jüngst eine grundsätzliche Übereinkunft zur gemeinsamen Fertigung von Atacms in Deutschland mit dem US-Partner Lockheed Martin geschlossen. „Jetzt muss noch das Joint Venture genehmigt werden, da sind wir schon sehr weit“, sagte Papperger: „Wir haben das Go der US-Regierung.“ US-Präsident Donald Trump habe beim NATO-Gipfel die Übernahme von mehr Verantwortung durch Europa begrüßt. „Wir würden gemeinsam mit Lockheed Martin den Weltmarkt bedienen wollen mit Atacms“, fügte er hinzu. „In 2028 werden wir dann erste Umsätze sehen.“

Der Hochlauf der Produktion von Atacms werde helfen, die US-Streitkräfte zu unterstützen, sagte Papperger. „Es wird natürlich auch dann noch dafür reichen, die durch den Irankrieg geleerten Arsenale der US-Truppen zu füllen“, unterstrich er. „Das wird nicht in zwei Jahren gelingen, das wird viel länger dauern“, fügte er hinzu. „Bei Raketen wird es einen Markt für die nächsten 15 Jahre geben“, prognostizierte er.

Der Krieg gegen Iran bringt die US-Bestände an landgestützten Raketen unter Druck. Details zur genauen Nutzung der Raketen vom Typ Army Tactical Missile Systems (Atacms) und Precision Strike Missiles (PrSM) sind nicht bekannt. Die US-Regierung hat die Bedenken um geleerte Arsenale zurückgewiesen. Die Langstreckenwaffen ermöglichen den USA präzise Angriffe aus sicherer Entfernung. Von den USA gelieferte Atacms spielten auch eine Schlüsselrolle im Krieg in der Ukraine und ermöglichten es den ukrainischen Streitkräften, Ziele in Russland anzugreifen.

Boxer-Vertrag in der finalen Entscheidungsphase

Der milliardenschwere Vertrag über die Lieferung von Boxer-Radpanzern an die Bundeswehr soll bis zum Jahresende unterschrieben werden. „Im Wege steht dem Projekt überhaupt nichts“, sagte Papperger. „Wir sind in der Phase der finalen Entscheidung.“ Nach Verhandlungen mit den zuständigen Behörden im August und dem Abschluss im September solle die finale Entscheidung über das „Arminius“ genannte Projekt in der ersten oder zweiten Dezemberwoche in der Haushaltssitzung des Bundestages fallen, fügte er hinzu. Für Rheinmetall liege das Auftragsvolumen dieser Bestellung bei 12,4 Mrd. Euro, während das Gesamtvolumen zusammen mit dem Partner KNDS rund 25 Mrd. Euro umfasse.

„Dann muss noch ein Servicevertrag verhandelt werden“, fügte Papperger hinzu. Dieser liege für beide Partner zusammen voraussichtlich bei einem Volumen von 4 Mrd. Euro. „Als erstes Paket reden wir also über eine Größenordnung von rund 14,5 Mrd. Euro“, unterstrich er mit Blick auf den Rheinmetall-Anteil. Zudem gebe es zwei Optionen für weitere Bestellungen im Gesamtwert von nochmals rund 25 Mrd. Euro.

Im Projekt „Arminius“ plant die Bundeswehr eine umfassende Bestellung von Radpanzern des Typs Boxer in verschiedenen Fahrzeugvarianten, die von Rheinmetall und KNDS produziert werden. In Branchenkreisen war in der Vergangenheit von bis zu 3000 Fahrzeugen die Rede gewesen.

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