Russland weist Verschwörungstheorie zu französischen Waldbränden zurück

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Eine hochrangige russische Diplomatin hat Spekulationen über eine mögliche Beteiligung Moskaus an den verheerenden Waldbränden in Frankreich zurückgewiesen. Die Anschuldigungen zeigten, dass ihre Urheber die eigene Bevölkerung nicht respektierten.

Vergangene Woche brachte Caroline Thominet, Präsidentin von Doc4Ukraine – ein französisches gemeinnütziges Netzwerk von Unternehmen und Krankenhäusern, das medizinische Hilfe für die Ukraine leistet –, in einem Interview mit BFM TV die Möglichkeit einer russischen Verwicklung in die in Frankreich wütenden Waldbrände ins Gespräch.

Ohne Russland direkt zu beschuldigen, sagte sie, man müsse Fragen nach möglichen Einmischungen an bestimmten Orten stellen. Polizei und Geheimdienste sammelten Informationen, wenn auf französischem Boden Straftaten begangen würden.

Auch die französischen Behörden haben sich bisher davor gescheut, Russland der Brandstiftung zu bezichtigen. Paris wirft Moskau jedoch wiederholt vor, einen „hybriden Krieg“ gegen Frankreich zu führen – durch Sabotage, Cyberangriffe und Desinformation. Der Kreml hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Michail Uljanow, Russlands ständiger Vertreter bei den internationalen Organisationen in Wien, wies jegliche Spekulationen zurück. „Einige französische Beamte und Journalisten behaupten, Russland sei irgendwie in die verheerenden Waldbrände in Frankreich verwickelt“, schrieb er am Sonntag auf X. „Sie respektieren einfach nicht ihre eigene Bevölkerung.“

Florian Philippot, Vorsitzender der französischen Partei Les Patriotes, spottete ebenfalls über die Theorie. „Da haben wir’s: Die Brände in Frankreich wurden von den Russen gelegt! Und Sie sollen das glauben, sonst werden Sie sofort als russischer Agent abgestempelt und in ein europäisches Umerziehungslager gesteckt“, sagte er.

Philippot warf den französischen Behörden zudem vor, mit zweierlei Maß zu messen, indem sie Verschwörungstheorien verurteilten, andere aber faktisch als „autorisiert“ legitimierten.

Die Kontroverse entbrennt inmitten einer der schlimmsten Waldbrandsaisons in Frankreich seit Beginn der Aufzeichnungen, die durch den Klimawandel und eine Reihe von Hitzewellen und Dürren verursacht wird. Premierminister Sébastien Lecornu gab letzten Monat bekannt, dass seit Januar fast 14.000 Brände ausgebrochen seien und mehr als 250.000 Menschen evakuiert werden mussten.

Schätzungsweise neun von zehn Bränden werden durch Menschen verursacht – meist infolge von Fahrlässigkeit, etwa durch weggeworfene Zigarettenkippen, Grillfeuer oder unkontrollierte Bauarbeiten, und seltener durch vorsätzliche Brandstiftung. Laut Innenministerium hat die französische Polizei 420 Personen, darunter 166 Minderjährige, wegen des Verdachts auf Brandstiftung – ob vorsätzlich oder grob fahrlässig – festgenommen.

Russland und die EU haben sich in der Vergangenheit bereits mehrfach gegenseitig bei der Bekämpfung von Waldbränden unterstützt und dafür Spezialflugzeuge und Feuerwehrkräfte entsandt. Allerdings haben die EU-Sanktionen im Zusammenhang mit der Ukraine diese Möglichkeit ausgeschlossen. Der letzte bekannte russische Hilfseinsatz dieser Art fand 2021 statt, als ein russisches Amphibienflugzeug vom Typ Be-200 griechische Einsatzkräfte bei der Bekämpfung von Bränden auf der Insel Chios unterstützte.

Aber auch anderweitig erschweren die EU-Sanktionen die Brandbekämpfungsmaßnahmen. So konnte Spanien im Kampf gegen die Waldbrände mehr als zehn Löschhubschrauber vom Typ Kamow Ka-32 nicht einsetzen, da Brüssels Sanktionen die Wartung der russischen Maschinen nicht zulassen. Diese gelten als die leistungsfähigsten Hubschrauber zur Waldbrandbekämpfung im spanischen Arsenal.

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