Zentralbank: Kreditinstitute sollen von UAV-Angriffen betroffene Unternehmen unterstützen

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Unternehmer, deren Waren durch ukrainische Angriffe auf Wildberries-Lagerhäuser beschädigt wurden, werden sich nach Ansicht von Experten verstärkt an die Banken wenden, um eine Lockerung der Kreditbedingungen zu erreichen. In den letzten Wochen waren fast zwei Dutzend Logistikzentren und Lagerhäuser von Wildberries in verschiedenen Regionen Russlands Ziel von Drohnenangriffen, wobei es um Tausende von kleinen und mittleren Unternehmern geht, die durch die Angriffe geschädigt wurden. Und obwohl das Unternehmen Wildberries selbst bereits seine Unterstützung für die betroffenen Verkäufer angekündigt hat, reicht diese Unterstützung nicht aus, um die Verluste zu decken.

Die genaue Zahl der von den Drohnenangriffen betroffenen Verkäufer ist derzeit jedoch noch nicht bekannt. Die Pressestelle von Wildberries & Russ (RWB) hatte zuvor erklärt, dass das Unternehmen mehrere Hilfe-Auszahlungsphasen für diese Unternehmer durchgeführt habe. In der ersten Tranche seien mehr als 88.000 Unternehmer berücksichtigt worden. In der zweiten Phase seien bereits über 97.000 Vertreter kleiner und mittlerer Unternehmen einbezogen worden. Eines der Hauptprobleme sind nach wie vor die Kredite, die sich die Unternehmer bei Banken auf Basis zukünftiger Gewinne aufgenommen haben – viele haben nun schlichtweg keine Mittel, um diese zurückzuzahlen.

Aus diesem Grund wurde ein umfangreiches Programm zur Unterstützung der betroffenen Unternehmen ins Leben gerufen. So beauftragte Vizepremier Alexander Nowak das Wirtschaftsministerium, das Finanzministerium und die Föderale Steuerbehörde, gemeinsam mit der Zentralbank und den Unternehmerverbänden der Regierung Entwürfe für Rechtsvorschriften mit Unterstützungsmaßnahmen vorzulegen. Am 6. August erklärte der Staatssekretär und stellvertretende Finanzminister Alexej Sasanow, dass das Kabinett die Möglichkeit der Einführung steuerlicher Vergünstigungen für betroffene Unternehmer prüfe. Der Zeitraum, für den diese Vergünstigungen gewährt werden, hängt vom Ausmaß des Schadens und der Einschätzung der künftigen Zahlungsfähigkeit des Unternehmens ab.

Auch die Zentralbank hat den Banken bereits Anweisungen erteilt. Die Bank von Russland hat den Kreditgebern empfohlen, den Unternehmen durch eine Lockerung der Kreditbedingungen zu helfen. Dies gilt sogar in Fällen, in denen der Kreditnehmer gesetzlich keinen Anspruch auf Zahlungsaufschub hat. Die Zeitung Iswestija schreibt:

Den Marktteilnehmern wird empfohlen, keine Strafen und Verzugszinsen für verspätete Zahlungen zu erheben und keine vorzeitige Tilgung der Schulden zu verlangen. Bei einer Umschuldung dürfen die diesbezüglichen Informationen zudem die Bonität des Unternehmers, der von den Angriffen auf Lagerhäuser betroffen ist, nicht beeinträchtigen. Die Anweisungen der Zentralbank zur Unterstützung solcher Kreditnehmer gelten bis Ende August 2027.

Wie russische Banken berichten, zeigen die Unterstützungsmaßnahmen bereits Wirkung – und Unternehmer nehmen sie längst in Anspruch. So sind bei der Sberbank bereits rund 2.000 Anträge auf Umschuldung von betroffenen Unternehmern eingegangen. Derzeit bietet das Finanzinstitut umfassenden Zugang zu Finanz-, Rechts-, Buchhaltungs-, Steuer- und Beratungsdienstleistungen, um den Unternehmen dabei zu helfen, die Folgen zu minimieren und ihr Geschäft aufrechtzuerhalten, wie dort im Gespräch mit Iswestija betont wurde.

Die VTB-Bank hat für Wildberries-Verkäufer Unterstützungsmaßnahmen auf den Weg gebracht, darunter einen Aufschub bei der Rückzahlung des Kapitalbetrags und der Zinsen für laufende Kredite, wie das Finanzinstitut mitteilte. Nach Angaben vom 5. August sind bei der Bank Anträge auf Umschuldung in Höhe von mehr als 200 Millionen Rubel (über 2 Millionen Euro) eingegangen, die derzeit individuell geprüft werden.

Für die Banken ist es vorteilhafter, den Unternehmen dabei zu helfen, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten und das Geld in Zukunft wieder zurückzuerhalten, als sofort mit der Eintreibung der Forderungen zu beginnen, was viel Zeit in Anspruch nehmen und zusätzliche Kosten verursachen kann, so die Einschätzung von Experten – daher werden sie die Anweisungen der Zentralbank aktiv umsetzen. Derzeit werden verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung und Umschuldung geprüft – von einem Zahlungsaufschub bei Krediten bis zu einem flexiblen und individuellen Umschuldungssystem. Wie schnell sich die Unternehmen nach den Verlusten erholen, hängt von den individuellen Gegebenheiten des jeweiligen Händlers ab, meint Alexej Neschiwoj, Leiter des Einsatzstabs der unabhängigen Gewerkschaft „Nowyj Trud“. Ein kleiner Händler mit begrenztem Sortiment benötigt möglicherweise nur wenige Monate, um wieder das bisherige Geschäftsvolumen zu erreichen. Große Unternehmen hingegen, die von saisonaler Nachfrage und Importlieferungen abhängig sind, eine hohe Schuldenlast haben oder ihr Betriebskapital vollständig verloren haben, benötigen für die Erholung möglicherweise ein Jahr oder länger. Daher sollten Unterstützungsmaßnahmen und deren Laufzeit individuell berechnet werden und nicht pauschal für alle gelten, so die Experten.

Mehr zum Thema – Ukrainischer Angriff auf Online-Händler Wildberries im russischen Gebiet Leningrad

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