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Wie Simone Venturini, der Bürgermeister von Venedig, gestern auf seinen Accounts in den Sozialen Medien bekannt gab, ist ein Delfin im Canal Grande aufgetaucht. In einem beigefügten Video ist zu sehen, wie sich das Tier kurz vor der Rialto-Brücke tummelt, während Motorboote in seiner unmittelbaren Nähe vorbeifahren. Der Canal Grande ist Venedigs Hauptwasserstraße, die sich mitten durch die Altstadt schlängelt und entsprechend stark befahren ist.
Demgemäß appellierte Bürgermeister Venturini an die Vorsicht der Verkehrsteilnehmer. Angesichts der zahlreichen Meldungen über einen Delfin in diesem Bereich des Canal Grande sei Vorsicht beim Navigieren angebracht, um das Tier nicht zu verletzen.
In den vergangenen Monaten war im Bacino di San Marco, dem großen Wasserbecken direkt vor dem Markusplatz in Venedig, immer wieder ein Delfin erschienen. Die Venezianer tauften das Tier Nane oder Mimmo. Auch in dem jüngsten Video vor der Rialto-Brücke war eine Delfinflosse zu sehen. Es ist allerdings ungewiss, ob es sich um Nane beziehungsweise Mimmo handelt.
Mimmo hatte sich in Venedig bereits seit einiger Zeit zum Medienstar entwickelt. Touristen verfolgten ihn sogar mittels Schnellbooten, um Selfies mit ihm zu machen – ein Ansinnen, das nicht ganz ungefährlich für das Tier ist.
🐬 Un delfino a Rialto: prestiamo attenzione alla navigazione!
In queste ore sono numerose le segnalazioni della presenza dell’esemplare in Canal Grande. pic.twitter.com/UKpqCj3QIe
— Simone Venturini (@SimonVenturini) August 13, 2026
Wie der italienische Sender Rai berichtet, kam es bereits zu Verletzungen an Mimmos Rückenflosse. Im letzten November versuchten die italienische Küstenwache, Tierschützer und Forscher, den Delfin mittels Schallwellen aus der Lagune zu lotsen. Letztendlich war es ein vergebliches Unterfangen, denn das Tier kehrte bereits nach sechs Stunden wieder zurück.
Der Corriere della Sera schreibt, dass Mimmo aufgrund seiner Verwundung in letzter Zeit etwas scheuer geworden ist. Es könnte also durchaus sein, dass sich ein zweiter Delfin in Venedigs Gewässern angesiedelt hat, was bemerkenswert wäre. Große Tümmler sind in der Adria verbreitet, in Lagunen verirren sie sich allerdings nur selten. Delfin-Experten vermuten, dass das reichhaltige Angebot an Meeräschen Mimmo ins Markus-Becken gelockt haben könnte.
Womöglich hat der Delfin – sei es nun Mimmo oder nicht – die für ihn gefährliche Wasserstraße schon wieder verlassen. Seit Donnerstagmorgen wurden jedenfalls keine neuen Sichtungen im Canal Grande mehr gemeldet.
Die in München angesiedelte Gesellschaft zur Rettung der Delfine e. V. ruft dazu auf, auf Fütterungs- und Annäherungsversuche zu verzichten. Anstatt den Delfin vergrämen zu wollen, solle man den Wunsch des Tieres nach einem Lebensraum in Venedig respektieren und es schützen.
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