Berliner Pilecki-Institut bezichtigt Russland der Cyber-Sabotage

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Das polnische Pilecki-Institut in Berlin meldet auf seinen Social-Media-Kanälen einen Cyberangriff auf seine Webseite. Sowohl der Standort in Warschau als auch diejenigen in Berlin und Augustów seien von der Attacke betroffen, die Homepages seit den späten Abendstunden des 13. August nicht mehr erreichbar gewesen.

Die New Yorker Filiale des staatlich finanzierten Kultur- und Forschungsinstituts war offenbar nicht von den Störungen betroffen. Mittlerweile seien die drei Webseiten wieder zugänglich, teilte das Pilecki-Institut in einer heute veröffentlichten Stellungnahme mit.

Die polnische Forschungseinrichtung erklärt die Störungen mit einem „besonders aggressiven“ Cyberangriff und verdächtigt russische beziehungsweise weißrussische Stellen, hinter dem Angriff zu stehen. Es handele sich dabei um eine Arbeitshypothese ‒ die dafür zuständigen Stellen seien mit der Ermittlung der Herkunft des Angriffs betraut.

Dem Pilecki-Institut zufolge gab es bereits in den vergangenen Wochen Cyberangriffe in unterschiedlicher Form auf die Internetauftritte der polnischen Kulturinstitution. Die Angriffe wiesen eine prorussische Tendenz auf: „Die auf unseren Seiten platzierten Inhalte trugen deutlich russische Züge, richteten sich gegen die polnische Geschichtserzählung und versuchten zugleich, antiukrainische Narrative zu verbreiten.“

Die Vermutung, das Ziel russischer oder weißrussischer Cyber-Sabotage geworden zu sein, begründet das Pilecki-Institut damit, dass es sich schon seit Jahren gegen „russische Desinformation“ engagiere, die Verbrechen totalitärer Regime dokumentiere und mit ukrainischen Institutionen zusammenarbeite. Daran werde man festhalten, auch wenn die Bedrohung durch Russland und Weißrussland real sei.

Tatsächlich hat die Arbeit des Pilecki-Instituts in Berlin eine stark antirussische Ausrichtung. Immer wieder führt es in Zusammenarbeit mit ukrainischen Aktivisten Veranstaltungen durch, die gegen das Gedenken an den Sieg der Roten Armee im Jahr 1945 oder gegen das Russische Haus gerichtet sind (RT DE berichtete).

Auch in diesem Herbst wird das Pilecki-Institut am Pariser Platz einer entsprechenden Veranstaltung Raum geben. Das fünftägige „Interdisziplinäre MemoryLab“ trägt den Titel „Between Memory and Stone“ und beschäftigt sich mit dem Umgang mit dem sowjetischen Erbe im öffentlichen Raum, seiner Reinterpretation und Transformation sowie mit „künstlerischen und zivilen Interventionen“ in posttotalitären Räumen.

Eingeladen sind insgesamt 15 ausgewählte Teilnehmer, darunter Forscher, Kuratoren, Pädagogen, Künstler, Journalisten und Akteure der Zivilgesellschaft aus Deutschland, Polen und der Ukraine.

Dass sich das Symposium wieder vornehmlich gegen die sowjetischen Ehrenmale in Berlin richten wird, lässt das Werbevideo der Vitsche-Mitarbeiterin Eva Yakubovska vermuten.

Vor dem Monument im Berliner Tiergarten stehend, richtet sie folgende Fragen an den Zuschauer: „Was soll man mit den sowjetischen Kriegerdenkmalen tun? Darüber skaten? (Übersetzungsvariante: Sie links liegen lassen?) Sie abreißen? Oder sie neu überdenken?“ Die Doppeldeutigkeit von „to skate over it“ dürfte kein Zufall gewesen sein. Im Hintergrund des Videos: Jugendliche, die auf der Treppe der Grabanlage skateboarden.

Mehr zum Thema ‒ Von „Entweihung“ bis Abriss – Konferenz diskutiert Umwidmung sowjetischer Ehrenmale

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