Nach Campact-„Aufforderung“: Unternehmen stellen Unterstützung von „AfD-nahen“ YouTubern ein

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Die NGO Campact erfährt erneut mediale Aufmerksamkeit, diesmal bezogen auf ihre „Recherche“ zu rund „90 relevanten Unternehmen“, deren Investition in YouTube-Werbung in Verbindung mit unterstellter, bewusster „Unterstützung von Hetzkanälen“ öffentlich kritisiert wird. Die Unternehmen wurden demnach „zum Handeln aufgefordert“, ihre Werbungen auf den genannten Kanälen umgehend zu unterlassen und zudem die „Influencer“ so wörtlich „auf ihre Sperrlisten“ zu setzen. Laut Mitteilung folgten demnach bereits 30 Unternehmen der Aufforderung.

Die Organisation hat laut Eigenauskunft seit Jahresbeginn mehr als drei Millionen Euro „privat eingesammelt“, um mit dem Geld erfolgreich ihre „Strategisch-wählen-Kampagne“ ins Leben rufen zu können (RT DE berichtete). Das anvisierte Ziel lautet weiterhin, jegliche politischen Erfolge der AfD manipulativ zu verhindern.

Die jüngste Anti-AfD-Initiative betrifft dabei nicht nur Parteimitglieder, sondern auch Privatpersonen, die mit journalistisch unterschiedlichen Ansätzen sich kritisch in der Öffentlichkeit wie in individuellen Formaten mit den Themen „Regierungskritik“, „Politikverdrossenheit“ und generellen „Gesellschaftsaufregern“ auf YouTube Fangemeinden aufbauen konnten.

Steigende YouTube-Abonnentenzahlen können dabei durch entsprechende „Monetarisierung“ die Arbeit und das Leben finanziell unterstützend beeinflussen. Für die NGO Campact damit ist das der ausschlaggebende Grund, manipulativ das „Ende von Werbung auf YouTube-Hetzkanälen“ zu fordern. Dazu heißt es auf der Webseite:

„Auf der Videoplattform YouTube haben sich dutzende Kanäle etabliert, die mit menschenverachtenden Inhalten Millionen Klicks erzielen. Auf genau solchen Kanälen läuft Werbung namhafter Unternehmen. Durch die automatisierte Ausspielung der Werbeinhalte wissen Unternehmen oft nicht, dass ihre Werbung vor Hass und Hetze läuft – bislang.“

Eine Recherche, also Denunziationsabsicht, der „Kampagnen-Organisation“ konnte demnach nun auf „rund 90 relevante Unternehmen hinweisen“, deren Werbung mehrfach auf diesen „Hetzkanälen“ seitens Campact-Unterstützern gemeldet wurde. Das weitere Vorgehen lautete:

„Campact informierte die Unternehmen darüber und rief sie zum Handeln auf. Mit Erfolg: Innerhalb der ersten Woche zogen bereits knapp 30 Unternehmen Konsequenzen und kündigten an, dass sie die Kanäle auf ihre Sperrlisten setzen oder diesen Schritt zumindest prüfen.“

Laut Medienberichten handelt es sich bei den attackierten YouTube-Kanälen auch um missliebige Medienunternehmen. Insgesamt 44 der 62 aufgeführten Kanäle rechnet Campact laut Welt-Information (Bezahlschranke) der AfD zu, „weil sie reichweitenstarken Parteivertretern“ wie dem Thüringer Parteichef Björn Höcke, dem sachsen-anhaltischen Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund und Bundeschefin Alice Weidel gehörten, oder „AfD-nah seien“, dazu zähle dann auch unter anderem der Interviewkanal der Journalistin Jasmin Kosubek. Weitere Kanäle werden seitens Campact demnach unter anderem als „rechtspopulistisch“, „rechtsextrem“ oder „verschwörungsideologisch“ bewertet.

Zu den unerwünschten Akteuren, also diesbezüglichen YouTube-Kanälen, gehört natürlich auch die AfD-Fraktion im Bundestag sowie die Medienunternehmen Nius, Apollo News, Kontrafunkradio und die Schweizer Weltwoche. Die Berliner taz zitierte bereits in der Vorwoche aus der Liste:

„KetzerDerNeuzeit, Compact TV, AchtungReichelt, Clownswelt und Vermietertagebuch. Interessant auch: Neben den üblichen rechten Streamern wie Weichreite und Eingollan und rechten Portalen wie Tichys Einblick, Auf1 und Epoch Times finden sich auch viele Accounts von AfD-Abgeordneten.“

Laut Welt-Artikel wollte sich die NGO auf Anfrage nicht explizit dazu äußern, nach welchen Kriterien „die Organisation Kanäle mal als rechtsextrem, mal als rechtspopulistisch und mal als AfD-nah einstufe“. Durch die Anfrage wollte man zudem erfahren:

„Wer nimmt diese Einstufungen vor? Gibt es eine vergleichbare Liste oder Kampagne, die Unternehmen vor Werbeschaltungen auf linksextremen, linkspopulistischen oder der Linkspartei nahestehenden Kanälen warnt? Falls nein: Warum nicht?“

Campact ließ den Fragenkatalog demnach unbeantwortet und reagierte mit einer öffentlichen Pressemitteilung zu Wochenbeginn, um in dieser jubilierend die Unternehmen aufzulisten, die „bereits angekündigt haben, ihre Sperrlisten anzupassen“. Diese wären:

„Aldi Süd, Kleinanzeigen, Indeed, XXXLutz, DEVK, Constantin Film, Wolt, Bergfreunde, Immowelt, Euronics, Axa, Berliner Wasserbetriebe, Milram, dm, Immoscout, Edeka, Flixtrain, Bifi, Klosterfrau, Procter & Gamble.“

Weitere Unternehmen wie „Miniatur Wunderland, LG Electronics, Krombacher, Sparkasse, Sumup, Lenor, Rewe, Booking und Samsung“ hätten zumindest „angekündigt“, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und gegebenenfalls zu reagieren. 

Der taz-Artikel kommentiert, dass „Hetze und Falschinformationen“ sich so wörtlich „im Plattformkapitalismus des 21. Jahrhunderts unter freundlicher Mithilfe von Google vergolden lassen“. 

Campact erklärt in der Mitteilung belehrend:

„Wenn Werbung Hass und Hetze mitfinanziert, läuft etwas schief.“ 

Die größte Bedrohung für „unsere Demokratie“ gehe laut Wahrnehmung der Aktivisten „derzeit vom Rechtsextremismus“ aus. Dabei habe sich die Plattform YouTube „zu einer wichtigen Radikalisierungsplattform für die extreme Rechte entwickelt“.

Mehr zum Thema – Amadeu Antonio Stiftung: Wahlkampf mit öffentlichem Geld?

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