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Donald Trump zeichnet George Soros seit Jahren als einen seiner großen politischen Gegner. Im August 2025 ging er noch einen Schritt weiter: Soros und dessen Sohn Alex sollten nach dem RICO-Gesetz angeklagt werden, forderte Trump öffentlich. Er warf ihnen vor, „gewalttätige Proteste“ in den USA zu unterstützen. Beweise dafür legte der Präsident nicht vor.
Umso bemerkenswerter ist eine weit weniger bekannte Geschichte aus dem unmittelbaren Umfeld der Trump-Familie.
Last August, Trump demanded the public arrest of George Soros and his son Alex on RICO charges for financing violent unrest.
Yet the same Soros quietly invested $250 million into Jared Kushner’s Cadre real-estate platform.
Soros Fund Management sat alongside Goldman and Thiel… https://t.co/hpW3hVaTgL pic.twitter.com/MAulATOihZ
— Shadow of Ezra (@ShadowofEzra) September 2, 2026
Bereits 2015 ging Soros Fund Management eine bedeutende Geschäftsbeziehung mit Cadre ein, der Immobilien-Investmentplattform von Ryan Williams sowie Jared und Josh Kushner. Soros Fund Management erwarb eine Beteiligung und stellte eine Finanzierungsabsicherung von 250 Millionen Dollar bereit. Forbes bestätigte später ausdrücklich diese Verbindung.
Das war kein bedeutungsloser Kontakt. Ein ehemaliger Cadre-Mitarbeiter sagte später gegenüber The Real Deal, Soros und Kushner hätten Ryan Williams vermutlich rund 100 Kontakte vermittelt, die dem jungen Unternehmen entscheidenden Schwung gegeben hätten.
Besonders brisant wurde die Angelegenheit, als Jared Kushner ins Weiße Haus wechselte. Seine Beteiligung an Cadre tauchte zunächst nicht in seinen finanziellen Offenlegungsunterlagen auf. Erst später wurde sie nachgemeldet. Die Washington Post bezifferte Kushners Anteil damals auf 5 bis 25 Millionen Dollar. Kushner erklärte die ursprüngliche Nichtangabe als Versehen.
Damit ergibt sich ein bemerkenswerter Kontrast: Auf der politischen Bühne wurde Soros zu einem der größten Feindbilder Trumps. Hinter den Kulissen hatte Soros Fund Management jedoch längst erhebliches Kapital in ein Unternehmen gesteckt, das von Trumps eigenem Schwiegersohn und dessen Bruder mitgegründet worden war.
Das beweist keine geheime politische Allianz zwischen Soros und Trump – eine solche Behauptung wäre durch die bekannten Fakten nicht gedeckt. Aber es zeigt eindrucksvoll, wie wenig die öffentlich gepflegten politischen Fronten manchmal mit den Netzwerken des großen Geldes übereinstimmen.
Vorne Feindbild, hinten Geschäft: Während Trump heute Soros strafrechtlich verfolgen lassen will, gehörte Soros-Kapital einst zu den wichtigen finanziellen Stützen eines Unternehmens der Kushner-Brüder.
Vielleicht ist genau das die interessantere Geschichte: In der Politik können Welten zwischen ihnen liegen – beim Geld waren die Grenzen offenbar deutlich durchlässiger.