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Deutsche Städte sind gegen hohe Temperaturen nicht gewappnet. Der niederländische Städteplaner Martin Aarts sagt, was Berlin von Rotterdam lernen kann
Temperaturen von 40 Grad und mehr, immer mehr Hitzetage pro Jahr: Deutsche Sommer werden im Zuge des Klimawandels deutlich wärmer, und vor allem die Städte sind darauf nicht vorbereitet. Es fehlen Klimaanlagen in Altenheimen und Schulen, es gibt zu wenig grüne Inseln in den Innenstädten, mit denen sich die Temperatur senken ließe. Und der nach wie vor starke Autoverkehr erwärmt die Luft mit der Abwärme der Motoren zusätzlich.
Anderswo in Europa ist man schon weiter – zum Beispiel in der niederländischen Industriestadt Rotterdam. „Rotterdam war sehr autofreundlich gebaut“, sagt der Buchautor Martin Aarts, der lange als Leiter der dortigen Stadtentwicklungsabteilung gearbeitet hat, im Capital Wirtschaftspodcast. „In den letzten Jahren hat man das wirklich geändert. Wir haben die Pyramide umgekehrt.“
Parkplätze wurden zu Grünanlagen, Autospuren zu Fahrradwegen umgewandelt. „Das bedeutete auch für Rotterdam einen großen Umbau“, sagt Aarts – der auch erklärt, mit welchen Mitteln sich die Bevölkerung und die Unternehmen überzeugen ließen. Die deutsche Hauptstadt sieht Aarts, der auch in Berlin gearbeitet hat, beim Umbau im Hintertreffen. „Berlin läuft in Europa hinterher“, sagt er. „Es wird in Paris gemacht, in Kopenhagen, in Barcelona. In Berlin war es nicht möglich.“ Im Podcast erklärt Aarts, welche Rolle Corona bei der Stadtplanung in Rotterdam gespielt hat – und wie Unternehmen vom Umbau profitieren können.
Hören Sie in der neuen Folge von „Capital – der Wirtschaftspodcast“