Finanzmärkte: Norwegens Staatsfonds will massiv US-Staatsanleihen loswerden

Der weltgrößte Staatsfonds plant einen milliardenschweren Umbau seines Anleiheportfolios. Die Norweger könnten US-Staatsanleihen im Wert von fast 80 Mrd. Dollar verkaufen. Ist das eine Flucht aus dem Dollar?

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Der weltgrößte Staatsfonds plant einen milliardenschweren Umbau seines Anleiheportfolios. Die Norweger könnten US-Staatsanleihen im Wert von fast 80 Mrd. Dollar verkaufen. Ist das eine Flucht aus dem Dollar?

Der weltgrößte Staatsfonds aus Norwegen will seine Anlagen in US-Staatsanleihen abbauen. Mit der umfassenden Neuausrichtung des Portfolios sollen die Renditen verbessert werden, wie aus einem am Freitag bekanntgewordenen Schreiben von Norges Bank Investment Management (NBIM) hervorgeht. Konkret empfiehlt der Verwalter des 2,3 Billionen Dollar schweren Fonds, den Anteil von Staatsanleihen in seinem Referenzindex von 70 auf 50 Prozent zu senken.

Dies würde Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge einen Abbau von US-Staatsanleihen im Wert von fast 80 Mrd. Dollar bedeuten, nach einem Bestand von rund 215 Mrd. Dollar Ende Juni. Die Entscheidung des Fonds, der im Schnitt 1,5 Prozent aller weltweit börsennotierten Unternehmen besitzt, könnte die Finanzmärkte beeinflussen.

Die Märkte für Staatsanleihen waren zuletzt wegen steigender Inflation und hoher Staatsschulden unter Druck geraten, was die Anleger verunsicherte. Ein Grund dafür: Die US-Staatsverschuldung ist erstmals über die Marke von 40 Billionen Dollar gestiegen.

Umschichtung für bessere Rendite – keine Abkehr vom Dollar

Der Vorschlag ist eine Reaktion auf eine Anfrage des norwegischen Finanzministeriums zur Anlagestrategie. „Wir empfehlen, den Staatsanleihen-Anteil im Anleihenindex von 70 auf 50 Prozent zu senken“, schrieben Notenbankchefin Ida Wolden Bache und NBIM-Chef Nicolai Tangen in dem Brief. „Ein Staatsanleihen-Anteil von 50 Prozent wird ausreichen, um den Liquiditätsbedarf auch in turbulenten Marktphasen zu decken.“

Jegliche Änderungen würden schrittweise umgesetzt, um Auswirkungen auf den Markt und Transaktionskosten zu begrenzen, hieß es. Das frei werdende Kapital soll vor allem in andere Anleiheformen wie hypothekenbesicherte Wertpapiere fließen, um die Anlagen breiter zu streuen.

Bei der Umschichtung handelt es sich jedoch nicht um eine Abkehr vom US-Dollar. Einem Sprecher von NBIM zufolge bleibt das Gesamtengagement in Dollar-Anlagen mit rund 50 Prozent nahezu unverändert. „Was sich ändert, ist die Mischung innerhalb des Dollar-Marktes: weniger US-Staatsanleihen, entsprechend mehr US-Hypotheken- und staatsnahe Anleihen.“

Den Plänen zufolge soll der Anteil von US-Staatsanleihen im Index von 34,1 auf 21,9 Prozent sinken, während der Anteil von nichtstaatlichen US-Anleihen von 16,2 auf 27,6 Prozent steigt. Der gesamte Dollar-Anteil würde damit nur geringfügig von 52,9 auf 52,5 Prozent zurückgehen.

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