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Die einen haben finanziell schon ausgesorgt, die anderen müssen noch dringend was für die Rente anlegen. So investiert man 25.000 Euro, wenn man den 50. Geburtstag schon gefeiert hat
Mit Anfang bis Mitte 50 haben einige finanziell schon viel erreicht, andere arbeiten noch hart und sorgen sich um die Rente. Doch auch die „Finanzkämpfer“ haben meist ein paar Euro zur Seite gelegt und können mitunter auf ein kleines oder größeres Erbe hoffen. Was also tun, wenn man in diesem Alter auf einen Schlag 25.000 Euro zur Verfügung hat?
So vielfältig wie die finanzielle Lebenssituation ist in dieser Altersklasse der Anlagebedarf. Schließlich sind die Lebensoptionen andere als mit 30 Jahren. Wer jetzt noch keine Karriere gemacht hat, wird sich im Schnitt seltener den super bezahlten Job angeln. Im Gegenteil, die Angst vor der nächsten Restrukturierungswelle im Unternehmen macht Älteren Angst. Dazu kommt: Wer bereits in seinen 50ern ist, kann nicht mehr jahrzehntelang über ETF-Sparpläne ein kleines Vermögen aufbauen und dabei Rückschläge an der Börse aussitzen.
Nötig ist in dieser Altersgruppe also zielgerichtetes Handeln bei der Anlage eines Geldbetrages von 25.000 Euro. Wobei Gleiches natürlich auch für etwas mehr oder weniger Geld gilt. Fest steht jedoch: Die Summe von 25.000 Euro soll nicht mehr einfach zinsfrei auf dem Girokonto oder zu minimalen Zinsen auf dem Tagesgeldkonto liegen. Zwar gilt als Faustregel, gut drei Netto-Monatsgehälter liquide auf der Bank zu halten, aber darüber hinaus ist das nicht sinnvoll, mahnt Michael Mayer, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei Metzler Private Banking: „Sparanlagen sind nicht attraktiv, es droht ein schleichender Wertverlust.“ Liegt die Inflationsrate, wie von der Europäischen Zentralbank angestrebt, bei zwei Prozent, dann muss eine Geldanlage mindestens diesen Wert abwerfen, damit ein Vermögen seine Kaufkraft behält. Hier kommt eine Anlage am Kapitalmarkt ins Spiel.
Bevor es aber an den Kapitalmarkt geht, sind zwei Fragen zu klären, nämlich zu Schulden und Konsumwünschen.
Es ist immer sinnvoll, zuerst Schulden abzubezahlen, bevor Geld am Kapitalmarkt angelegt wird. Bei einem Kredit mit einem Zins von drei Prozent bedeutet eine Sondertilgung von 25.000 Euro eine jährliche Zinsersparnis von 750 Euro, bei fünf Prozent sind es sogar 1250 Euro. Eine höhere Rendite – und zwar ganz ohne Kursrisiko – lässt sich am Kapitalmarkt kaum oder nur mit Risiken erzielen. Wer die 750 Euro mit der Restlaufzeit seiner Hypothek multipliziert und den Zinseszinseffekt mit einrechnet, sieht seine Restschuld durch die Einmalzahlung Monat für Monat noch schneller schrumpfen.
Ähnliches gilt für Verbraucherkredite. Sie bieten zwar in der Regel keine Möglichkeit zur Sondertilgung. Wer aber in drei Jahren einen Autokredit tilgen oder ein Leasingfahrzeug erwerben möchte, sollte den entsprechenden Betrag in Festgeld mit entsprechender Laufzeit parken – und zwar bei einer in Deutschland beheimateten Bank oder Sparkasse wegen der Einlagensicherung. Diese sichert bis zu 100.000 Euro in Deutschland pro Kunde und Bank ab.
Zweitens steht vor der Geldanlage die Frage nach notwendigen Anschaffungen oder Konsumwünschen. Neue Küche, E-Bikes für die ganze Familie oder eine Kreuzfahrt? Wenn plötzlich 25.000 Euro auf dem Konto sind, könnte der richtige Moment gekommen sein, sich diese Wünsche zu erfüllen.
Für Geplantes wie Unvorhergesehenes sollte immer eine größere Summe auf der hohen Kante liegen. Unter Umständen sollten das in diesem Alter auch mehr als die drei empfohlenen Netto-Monatsgehälter sein. Wenn Waschmaschine und Auto gleichzeitig kaputt gehen, dann fällt bei einer kleineren Rücklage schnell der Sommerurlaub aus. Also lieber mehr „Cash“ halten, immerhin gibt es auf der Bank wieder Zinsen. Tagesgeld bietet tägliche Liquidität, aber das hat seinen Preis: relativ niedrige Zinsen. Wer sich für zwei oder drei Jahre festlegt, kann mit Termingeld höhere Zinsen einstreichen.
Bevor es an die Zusammenstellung des Portfolios geht, muss ein Depot eröffnet werden. Das kann bei der Hausbank, einer Direktbank oder bei Neo-Brokern geschehen. Wichtig sind die Kosten – und zwar für das Depot selbst wie auch für Handelsgebühren. Online-Banken bieten meist günstigere Depots als Hausbanken, dafür gibt es aber keine Beratung. Herausgefordert werden die Online-Banken von Neobrokern, die meist nur eine Smartphone-App anbieten. Sie sind sehr günstig, lassen meist aber keine Wahl zwischen Handelsplätzen und bieten daher eher schlechte Kurse. Denn sie verdienen an den Spreads, also der Differenz zwischen An- und Verkaufskurs.
Ein Depot-Vergleich lohnt sich. Wer nur einmal Geld anlegen will, sollte stärker auf die Depotgebühr achten, wer gerne ein aktiver Trader werden möchte, mehr auf die Handelskosten. Apropos Trading: Den Markt perfekt zu treffen gelingt auch Profis nicht. Allerdings lohnt es sich eher, nach ein paar schwachen als nach ein paar starken Tagen im Dax in Aktien zu investieren.
Das Depot ist eingerichtet, das Trading kann beginnen. Bleibt noch die Frage: Für welchen Zeitraum soll das Geld eigentlich angelegt werden? Fünf Jahre oder zehn Jahre? Die Antwort ist entscheidend, denn je kürzer der Zeitraum ist, desto defensiver sollte das Depot aufgebaut werden. Defensiv bedeutet, dass das Risiko von Kursschwankungen (Volatilität) erfahrungsgemäß geringer ist, dafür aber auch die Rendite. Gerade für Menschen in den 50ern ist die Frage: Soll das Geld eine zusätzliche Rente ausschütten, in zehn bis 15 Jahren zur Verfügung stehen oder langfristig erhalten werden? Aus der Antwort folgt die Zusammenstellung des Depots.
Anlegen am Kapitalmarkt bedeutet immer, in produktive Wertschöpfung von Unternehmen zu investieren, die aus ihrer Tätigkeit Cashflows erzeugen und daraus Zinsen oder Dividenden zahlen können. Das unterscheidet sie von Sammlerobjekten, die Moden unterworfen sind und deren Preis allein von Angebot und Nachfrage abhängt – und eben anders als bei Aktien und Anleihen nicht von den künftigen Gewinnen. Die große Zahl nahezu wertloser Briefmarkensammlungen auf deutschen Dachböden mahnt also zur Vorsicht bei vielen sogenannten Sachanlagen.
Wer Aktien kauft, wird darüber Miteigentümer eines Unternehmens. Mit dem Kauf von Anleihen leiht man einem Unternehmen oder dem Staat Geld. Der Staat kann übrigens auch immer Cashflows erzeugen, weil er Steuern erheben oder einfach Geld drucken kann. Als Miteigentümer eines Unternehmens tragen Aktionäre einen Teil des unternehmerischen Risikos, wofür sie mit höheren Renditen – genannt Risikoprämie – entschädigt werden. Anleihen werden in Krisenfällen zuerst bedient, gelten daher in der Summe als sicherer und sind in der Regel stabiler im Kurs als Aktien. Dafür werfen sie langfristig auch nicht so viel Rendite ab.
In der Anlage geht es nun darum, die beiden Anlageklassen geschickt miteinander zu kombinieren. Die Grundregel für langfristig erfolgreiches Investieren ist hierbei, breit zu streuen über Regionen und Branchen hinweg. Mal läuft die eine Branche, mal eine Region gut, manchmal nicht. Niemand weiß im Vorhinein, was gut laufen wird, deshalb lohnt das breite Streuen. So gerät zwar immer mal wieder eine „Gurke“ ins Depot, man nimmt auf lange Sicht aber eben auch alle Chancen mit.
Realistisch ist es, mit einem breit aufgestellten und zusammengemischten Depot über längere Sicht sechs bis acht Prozent Rendite (vor Inflation und Steuern) pro Jahr zu erzielen. Durchschnittlich heißt nicht jährlich, es kann auch Jahre mit Wertverlusten und Jahre mit deutlich zweistelligen Renditen geben. Wer mehr als acht Prozent auf Dauer verspricht, ist unseriös und fährt bestenfalls extrem hohe Risiken. Dazu noch ein Tipp: Es gibt immer wieder einzelne Aktien oder Themen, die über ein bis drei Jahre extrem hohe Kursgewinne oder Renditen erzielen. Langfristig halten sie das aber in aller Regel nicht durch.
Grundsätzlich sollte ein Wertpapier-Depot immer aus Aktien und Anleihen aufgebaut sein. Es geht vor allem um die Gewichtung und die konkrete Auswahl der Aktien- und Anleiheprodukte. Für das breite Streuen empfiehlt es sich immer in Fonds anzulegen.
ETFs sind übrigens keine eigene Anlageklasse, wie mancher glauben mag, der „in den ETF“ investiert. ETFs sind ebenfalls Fonds, die ständig an der Börse gehandelt werden und hohe Transparenzanforderungen erfüllen müssen. Klassischerweise bilden ETFs einen Index wie bei Aktien den Dax oder den Industrieländer-Index MSCI World ab, bei Anleihen die verschiedenen Aggregate-Indizes.
Passive ETFs verzichten auf Unternehmensanalyse und -auswahl, deshalb sind sie billiger sind als klassische aktive Fonds – auch weil der Vertrieb weniger stark zulangt als bei klassischen Fonds. Passive ETFs sind also nie schlechter als ein Vergleichsindex, aber eben auch nie besser. Zum Trost: Viele aktive Fonds sind auf Dauer auch nicht besser als ihre Vergleichsindizes, nur sehr viel teuer. Dies gilt es im Kopf zu behalten, denn zunehmend werden aktive ETFs beworben, die keinem Index folgen und teurer als passive Produkte sind. Ob sich die Aktivität langfristig auszahlen wird, ist noch offen.
Im Folgenden werden zwei Depot-Zusammensetzungen beschrieben, und zwar eine defensivere für die eher mittelfristige Anlage für einen Zeitraum von etwa fünf Jahren. Sie bietet sich für diejenigen an, die sich in einigen Jahren Wünsche erfüllen wollen, sei es eine Kreuzfahrt oder einen frühen Rentenbeginn. Die offensivere Variante ist für eine langfristige Anlage von zehn Jahren und mehr gedacht und dient für den Vermögenserhalt oder auch eine zusätzliche Rente. Wer regelmäßig Geld bekommen möchte, wählt die ausschüttenden Varianten. Wichtig: Auf die Ausschüttungen fallen Kapitalertragsteuern an.
Für den kürzeren Zeitraum von fünf bis sieben Jahren empfiehlt sich eine Anlage mit Übergewicht in Anleihen, die weniger Kursrisiko als Aktien haben. Das lässt sich noch senken mit kurzlaufenden Papieren, die weniger stark als Langläufer auf Zinsänderungen reagieren, aber auch weniger Rendite zahlen.
In diesem kurzlaufenden Portfolio sollten Anleihen einen Anteil von 50 bis 70 Prozent ausmachen. Die beiden Hauptbausteine sollten Euro-Staatsanleihen und Euro-Unternehmensanleihen bilden. Beide Kategorien schließen für deutsche Anlegerinnen und Anleger das Währungsrisiko aus (allerdings auch die Chance auf Währungsgewinne). Alle hier genannten ETFs sind Beispiele, je nach Angebot und Kosten beim jeweiligen Broker können Produkte anderer Anbieter genutzt werden.
Für die Staatsanleihen empfiehlt sich beispielsweise der iShares Core Euro Government Bond ETF (ISIN thesaurierend: IE0008U15456 / ausschüttend: IE00B4WXJJ64). Wer lieber in weniger zinssensitive kurze Laufzeiten investieren möchte, kann den iShares Euro Government Bonds 1-3 ETF wählen (ISIN thesaurierend: IE00B3VTMJ91 / ausschüttend: IE00B14X4Q57).
Als zweiter Anleihebaustein empfehlen sich Euro-Unternehmensanleihen wie etwa der BNP Paribas Easy EUR Corporate Bond SRI 3-5Y ETF (ISIN: thesaurierend LU2446383338 / ausschüttend: LU2008761053) oder der Pimco Euro Low Duration Corporate Bond ETF (ISIN ausschüttend: IE00BP9F2J32). Eine Anlage in kurzlaufende Euro-Unternehmensanleihen guter Bonität bietet der ausschüttende Deka Euro Corporates 0-3 Liquid ETF (ISIN: DE000ETFL532).
Wer etwas mehr Renditechancen möchte, kann einen Teil des Geldes statt in Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) in risikoreichere Hochzinsanleihen (High Yield Bonds) stecken. Weil in diesem Segment viele Risiken schlummern, empfiehlt sich ein aktiv gemanagter Fonds wie etwa der Lazard Euro Corp. High Yield (FR0010597138) oder der Candriam Bonds Euro High Yield (LU0012119607).
Für ein konkretes zeitliches Zahlungsziel bieten sich Laufzeiten-ETFs an, die ein fixes Ablaufdatum und planbare Dividenden haben. Sie sind eine alternative zu Festgeld und investieren in der Regel in Unternehmensanleihen. Hier gilt es nach jeweiliger zeitlicher Präferenz auszuwählen. Populär hat das Produkt der Anbieter iShares unter dem Namen iBonds gemacht, andere Anbieter sind Invesco oder Xtrackers (DWS).
Auf der Aktienseite sollte bei kürzerem Anlagehorizont auf eine eher defensive Ausrichtung geachtet werden. Die Basisanlage schlechthin für globale Aktien ist der MSCI World, der rund 1600 Aktien aus 23 entwickelten Volkswirtschaften enthält. Kostengünstig gibt es hierzu eine Reihe von ETFs wie den Xtrackers MSCI World ETF (IE00BJ0KDQ92) und in einer Variante unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten als Amundi Index MSCI World SRI ETF (LU1861134382). Weniger Schwankungen versprechen zudem ETFs mit weniger volatilen Aktien wie der iShares Edge MSCI World Minimum Volatility ETF EUR Hedged (IE00BYXPXL17).
Wer 25.000 Euro für rund fünf bis zehn Jahre anlegen möchte und sich für 70 Prozent Anleihen und 30 Prozent Aktien entscheidet, der kommt auf folgende Portfolio-Zusammensetzung:
Wer sich für den bequemen Weg entscheidet, kann seine 25.000 Euro einfach in einen Mischfonds (auch Multi Asset-Fonds genannt) stecken. Die Bequemlichkeit hat allerdings einen Preis: Weil hier keine günstigen ETFs zum Einsatz kommen, sind in der Regel Ausgabeaufschläge und hohe laufende Kosten zu zahlen.
Defensive, global anlegende Mischfonds (auch konservative Mischfonds genannt) sind etwa Assenagon Multi Asset Conservative (LU1297482736), Oddo BHF Polaris Moderate (DE000A0D95Q0) und Allianz Dynamic MultiAsset (LU1548496022).
Für die langfristige Anlage von zehn oder mehr Jahren ergibt sich ein ganz anderes Bild. Weil auf lange Sicht zwischenzeitliche Kursrückschläge in der Regel wieder ausgeglichen werden, können die 25.000 Euro nun mit mehr Risiko investiert werden. Der Aktienanteil darf 70 bis 80 Prozent betragen, Anleihen dienen hier eher der langfristigen Stabilisierung.
Kerninvestment sollten wiederum globale Aktien sein. Der MSCI World (oder seine ESG-Variante) bietet hier wieder die Basis. Alternativ kann das Geld langfristig in einen aktiven Fonds angelegt werden, der ergänzend auch in Unternehmen aus Schwellenländern und deren Wachstum investiert. Das ermöglichen beispielweise die drei folgenden Produkte:
Weil insbesondere ETFs auf den MSCI World ein sehr hohes Gewicht von US-Aktien haben, lohnt sich zur Diversifikation eine Anlage in Aktien aus Europa und/oder der Region Asien/Pazifik – beispielsweise mit dem Amundi Stoxx Europe 600 ETF (LU0908500753) oder dem iShares MSCI AC Far East ex-Japan ETF (IE00B0M63730). Wer auf China verzichten möchte, kann auch in den Franklin FTSE Asia ex China ex Japan ETF anlegen (IE00BFWXDV39). Japan ist übrigens durch den MSCI World gut abgedeckt.
Bei der langfristigen Anlage von 25.000 Euro kann der Anleiheanteil ebenfalls etwas risikofreudiger gestaltet sein. Das bedeutet Anleihen mit längerer Laufzeit, die höhere Zinskupons zahlen, sowie globaler Ausrichtung einschließlich Währungsrisiken. Grundsätzlich sollte es bei einer Mischung von Staats- und Unternehmensanleihen bleiben, die Hochzinsanleihen gehören hier fest dazu.
Für die langfristige Anlage in Anleihen bieten sich ETFs auf den Bloomberg Global Aggregate an, der Anleihen aus aller Welt enthält. Eine auf Euro abgesicherte Version bietet beispielsweise iShares an (IE00BDBRDM35). Währungssicherung kostet Rendite, vermindert aber das Risiko einer starken Schwankung des Euro-Außenwertes.
In weltweite Unternehmensanleihen bietet der Vanguard USD Corporate Bond ETF (IE00BGYWFK87) Zugang. Während dieser ETF auf Dollar lautet, ist der Robecco QI Dynamik High Yield-Fonds (LU1152268865) in Euro gesichert.
Wer 25.000 Euro für zehn Jahre und länger anlegen möchte und sich für 70 Prozent Aktien und 30 Prozent Anleihen entscheidet, der kommt auf folgende Portfolio-Zusammensetzung:
Ähnlich wie beim kürzeren Anlagehorizont können zwei oder drei Mischfonds hier ebenfalls ganze Arbeit leisten. Auch das kostet Geld, aber dafür keine großen Mühen. Für Anlagen über zehn Jahre hinaus bietet sich die Anlage in flexiblen globalen Mischfonds an wie Amundi Ethik Fonds Evolution (AT0000774484), RW Portfolio Strategie UI V (DE000A0M7WP7) oder DJE – Multi Asset & Trends (LU0159549145). Weil die Fonds im Detail eigene Strategien verfolgen, lässt sich durch einen Kauf von zwei oder drei von ihnen das Depot besser diversifizieren. Am einfachsten ist es also, die Summe in gleichen Teilen zu verteilen.
Gold wird vielfach als Wunderwaffe fürs Depot verkauft, das gegen Inflation und Krisen aller Art helfen soll. Das ist übertrieben, gerade als Inflationsschutz wirkt Gold nicht besonders gut. Dieser Mythos stammt aus den 1970er Jahren, als in einer Phase hoher Inflationsraten die USA den Goldpreis freigaben. Richtig ist aber: Gold ist der absolute Sicherheitsanker, der hoffentlich niemals benötigt wird. Um ein wenig gefühlte Sicherheit ins Depot zu bringen, kann also ein bisschen des Edelmetalls nicht schaden.
Fünf Prozent der 25.000 Euro, also rund 1250 Euro, können in Gold gepackt werden. Dafür kann man die oben genannten Portfolio-Bestandteile um jeweils ein bis zwei Prozentpunkte kürzen und Gold kaufen. Allerdings sollte dies nicht unbedingt in Münzen oder Barren fließen. Bewahrt man sie zu Hause auf, bleibt die Gefahr eines Diebstahls groß. Eigens ein Schließfach im Banktresor zu mieten, ist aber zu teuer für so eine kleine Menge. Außerdem ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskursen bei physischem Gold sehr hoch, sodass Verluste vorhersehbar sind.
Eine Alternative zu Münzen und Barren sind mit Gold besicherte Inhaberschuldverschreibungen wie Xetra Gold der Deutschen Börse (DE000A0S9GB0) oder Euwax Gold der Börse Stuttgart (DE000EWG2LD7). Diese sogenannten ETCs sind gebührenfrei und täglich handelbar. Außerdem sind mögliche Gewinne wie immer bei Gold in Deutschland steuerfrei.
Transparenzhinweis: Dieser Text stammt aus dem Archiv und erschien erstmals im November 2025. Er wurde erneut geprüft und veröffentlicht.