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IPO: KI-Wettrennen: Anthropic beantragt Börsengang – vor OpenAI

Das KI-Startup Anthropic reicht Unterlagen für einen Börsengang ein. Hat das Unternehmen das Rennen gegen OpenAI schon gewonnen?

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Das KI-Startup Anthropic reicht Unterlagen für einen Börsengang ein. Hat das Unternehmen das Rennen gegen OpenAI schon gewonnen?

Das KI-Unternehmen Anthropic hat einen vertraulichen Antrag für einen Börsengang in den USA eingereicht. Dies teilte der Entwickler des Chatbots „Claude“ am Montag mit und kam damit seinem Rivalen OpenAI zuvor. Der Schritt gilt an der Wall Street als Meilenstein für den Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) und als erster Test, ob die hohe Nachfrage der Investoren nach der Technologie auch an den Aktienmärkten anhält. Bei einem vertraulichen Antrag reicht ein Unternehmen die erforderlichen Unterlagen bei der Börsenaufsicht SEC ein, veröffentlicht diese aber erst kurz vor dem Debüt.

Einzelheiten zum Volumen oder den Bedingungen der Erstnotierung wurden zunächst nicht bekannt. Anthropic hatte sich erst Ende Mai in einer Finanzierungsrunde 65 Mrd. Dollar gesichert. Bei dieser Runde wurde das Start-Up aus den USA mit 965 Mrd. Dollar bewertet, womit es den ChatGPT-Entwickler OpenAI überholte. Noch im Februar war Anthropic bei einer Finanzierungsrunde über 30 Mrd. Dollar mit 380 Mrd. Dollar bewertet worden. Zu den Geldgebern gehören Technologiekonzerne wie Google und Amazon sowie Finanzinvestoren wie Blackstone. Zudem wollen Microsoft und Nvidia bis zu 15 Mrd. Dollar in das Unternehmen investieren.

KI sucht Kapital

Auch der Konkurrent OpenAI bereitet sich auf ein Börsendebüt vor und will Insidern zufolge in den kommenden Wochen ebenfalls einen vertraulichen Antrag stellen. OpenAI-Chef Sam Altman zeigte sich jedoch unbeeindruckt vom Vorstoß des Rivalen. Er konzentriere sich nach dem Antrag von Anthropic nicht auf den Zeitpunkt eines eigenen Börsengangs, sagte Altman dem Sender CNBC. OpenAI werde an die Börse gehen, wenn es für das Unternehmen sinnvoll sei.

Analyst Gil Luria vom Finanzdienstleister D.A. Davidson erklärte dagegen, die beiden Unternehmen lieferten sich ein Rennen um das Kapital an der Wall Street. Dem Analysten Harrison Rolfes von PitchBook zufolge hat sich Anthropic mit dem zeitlichen Vorsprung beim Antrag zwar einen Vorteil in der öffentlichen Wahrnehmung gesichert. OpenAI habe nun jedoch die Möglichkeit, die Reaktion der institutionellen Investoren auf die Zahlen von Anthropic abzuwarten.

Anthropic wurde 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet. Der rasante Aufstieg des Unternehmens hatte Anfang 2026 die Märkte aufgeschreckt und deutliche Kursverluste bei Software- und IT-Aktien ausgelöst. Anleger befürchteten, dass die zunehmend autonomen KI-Werkzeuge von Anthropic, wie der Programmier-Assistent „Claude Code“, traditionelle Geschäftsmodelle umkrempeln könnten. Mit einer Bewertung von fast einer Billion Dollar würde Anthropic in die Spitzengruppe des US-Leitindex S&P 500 aufsteigen und sich in die Riege der wertvollsten Unternehmen der Welt einreihen.

Der Vorstoß von Anthropic fällt in eine Phase, in der sich der Markt für Neuemissionen wieder erholt. Nach Daten von Dealogic haben Unternehmen in diesem Jahr bis Ende Mai weltweit bereits 87,5 Mrd. Dollar eingesammelt, der höchste Wert seit 2021. Im vergangenen Monat hatte das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk offiziell seinen Börsengang beantragt. SpaceX strebt dabei ein Emissionsvolumen von 75 Mrd. Dollar bei einer Bewertung von 1,75 Billionen Dollar an.

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