Berliner Lehrermangel – Hunderte Beamte seit mindestens einem Jahr krankgeschrieben

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Die offizielle Bildungsstatistik des Berliner Senats weist für das Schuljahr 2025/26 offiziell 34.959 aktive Lehrkräfte aus, dass wären laut den Zahlen damit „rund 900 weniger“ als im Vorjahr. Ausgehend von einer BSW-Anfrage bei der zuständigen Senatsbehörde würden demnach fast 400 Lehrkräfte aktuell in der Hauptstadt „krankheitsbedingt seit mindestens einem Jahr ausfallen.“ Darunter seien den Angaben zufolge 225 verbeamtete Lehrer.

„Lehrerin oder Lehrer in Berlin – ein Beruf mit Zukunft“ wirbt die zuständige Senatsstelle um motivierte Lehrkräfte. Denn die Stadt benötige „engagierte Lehrkräfte“ in allen Schularten; zugleich bestehe für viele Unterrichtsfächer „ein großer Bedarf“.

Zu dieser Dauerrealität wollte der BSW-Politiker Alexander King im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage erfahren, wie sich die genaueren Zahlen zu dem Problem darstellen. Die Morgenpost zitiert aus dem Antwortschreiben (Bezahlschranke), dass laut Meldung durch die betroffenen Einrichtungen „den Schulen 225 verbeamtete Lehrer fehlen“, die demnach rein krankheitsbedingt „seit mindestens einem Jahr nicht mehr unterrichtet“ hätten. Zusätzlich würden „155 angestellte Lehrkräfte“ fehlen, die ebenfalls „seit mindestens zwölf Monaten oder länger krankgeschrieben“ sind. 

In Einzelfällen würden sich die Ausfallszeiten noch extremer darstellen:

„Weitere 50 sind seit mindestens zwei Jahren, 14 seit mindestens fünf Jahren und 18 Lehrer seit mindestens zehn Jahren krankgeschrieben.“

Die meisten „dauerkranken Lehrer (98)“ würden dabei an Grundschulen fehlen. An den Sekundarschulen sind es demnach 54 Lehrkräfte, „die seit einem Jahr oder länger krankgeschrieben sind.“ An Gymnasien „34 und an den berufsbildenden Schulen 27“. Zudem lägen zwölf Fälle an Förderschulen vor.

Zum Umgang mit den Langzeiterkrankten erklärt CDU-Staatssekretärin Christina Henkelaut im Morgenpost-Artikel, dass die „Zentrale medizinische Gutachtenstelle (ZMGA)“ des zuständigen Landesamts für Gesundheit und Soziales bei entsprechenden Fällen damit beauftragt werde, „eine amts-/vertrauensärztliche Untersuchung durchzuführen“. 

Bestätigt das Gutachten die Dienstunfähigkeit als Lehrkraft, aber gleichzeitig die Fähigkeit, andere Tätigkeiten zu übernehmen, „könne ein Einsatz im Projekt der beruflichen Neuorientierung durch amtsangemessene anderweitige Verwendung erfolgen“, so Henkelaut. An „diesem Projekt“ würden derzeit 29 der dauerkranken Lehrkräfte teilnehmen. Sollte innerhalb weiterer sechs Monate nicht davon auszugehen sein, wieder dienstfähig zur Arbeit zu kommen, „beginnt die Einleitung des Ruhestandsverfahrens“, so Henke weiter.

Laut aktueller Einschätzung der Senatsbildungsverwaltung würden laut „ersten Prognosen“ im kommenden Schuljahr „nur etwa 200 Lehrkräfte fehlen“, da es inzwischen den Schulen ermöglicht worden sei, „unbesetzte Lehrerstellen temporär umzuwandeln“ und mit anderen Grundfähigkeiten, „etwa durch Ergotherapeuten oder Sozialarbeiter“, neu zu besetzen.

An den öffentlichen Schulen Berlins setzen sich die Lehrkräfte aus drei Qualifikationsgruppen zusammen. 

29.026 Lehrkräfte verfügen laut jüngster Statistik über ein „abgeschlossenes lehramtsbezogenes Studium“, dies entspricht 83,0 Prozent der Lehrkräfte insgesamt. Ergänzt werden sie durch 1.654 Lehrkräfte „in berufsbegleitender Ausbildung“ (4,7 Prozent). Diese Lehrkräfte hätten sich im Rahmen des berufsbegleitenden Studiums oder des berufsbegleitenden Vorbereitungsdienstes für die Staatsprüfung qualifiziert und gelten damit als „voll ausgebildete Lehrkräfte“.

Abschließend existieren an den unterschiedlichen Einrichtungen „sonstige Lehrkräfte (12,3 Prozent)“, sogenannte Berufsquereinsteiger, die keine volle Lehrbefähigung aufweisen können. In den vergangenen beiden Jahren ist dabei laut Senatsdarlegung die Zahl „der sonstigen Lehrkräfte stark gestiegen“, von 1.708 im Schuljahr 2021/2022 auf aktuell 4.279. 

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