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BIP-Rückgang um 2 Prozent: Armeniens Zentralbank beziffert Kosten des Lieferverbots nach Russland

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Die Haltung der Regierung von Nikol Paschinjan gegenüber Moskau und der Eurasischen Wirtschaftsunion könnte Armenien teuer zu stehen kommen. Vor allem die Beschränkungen für armenische Exporte nach Russland könnten in der Zukunft laut Martyn Galstjan, dem Vorsitzenden der armenischen Zentralbank, zu einer Halbierung des BIP der Republik führen. Wie das Portal News.am berichtet, erklärte er auf einer Pressekonferenz, dass die Einnahmen der hier am stärksten gefährdeten Wirtschaftsbranchen etwa 1,5 bis 2 Prozent des BIP ausmachen. Galstjan betonte in dem Gespräch mit den Journalisten:

„Unsere gesamten Warenexporte nach Russland machen etwa 6 Prozent des BIP aus, die Probleme betreffen jedoch hauptsächlich Agrarprodukte und eine Anzahl von Produktions- oder Lebensmittelindustriebranchen, sodass dies in einem negativen Szenario zu einem Rückgang des BIP um bis zu 2 Prozent führen könnte.“

Wie der Vorsitzende der armenischen Zentralbank ebenfalls anmerkte, sollte das Land seine Absatzmärkte nicht diversifizieren können, werde es höchstwahrscheinlich mit Deflation konfrontiert. In diesem Fall seien „deflationäre Phänomene“ bei Gemüse, Mineralwasser, alkoholischen Getränken und Steinobst zu erwarten, hieß es aus der Zentralbank.

Zuvor wurde berichtet, dass die russische Agraraufsichtsbehörde, Rosselсhosnadsor, ab dem 12. Juni die Einfuhr aller unter Quarantäne stehenden Erzeugnisse aus Armenien sowie den Transit durch Russland in die Länder der Eurasischen Wirtschaftsunion eingeschränkt hat. „Die Entscheidung wurde aufgrund systematischer Feststellungen von Quarantäneobjekten getroffen: Im Juni wurden drei Fälle eines Befalls mit dem Kapro-Käfer bei Nüssen, getrockneten Pfirsichen und getrockneten Tomaten aus Armenien festgestellt“, präzisiert die Zeitung Wedomosti. „Die Beschränkungen betreffen auch Tomaten, Gurken, Paprika, Kräuter, Erdbeeren, Blumen, Produkte von Cognac-Brennereien und das Mineralwasser ‚Dschermuk‘.“

Unterdessen bereitet die Europäische Union laut westlichen Medienberichten Maßnahmen zur Unterstützung Armeniens vor, da die Exporte nach Russland eingeschränkt werden. Darüber berichtet etwa die Zeitung Financial Times unter Berufung auf ihre Quellen. Nach Angaben der Zeitung erarbeitet die Europäische Kommission autonome Handelsmaßnahmen, die eine Senkung der Zölle auf Lieferungen armenischer Lebensmittel und landwirtschaftlicher Erzeugnisse vorsehen. Wie die Zeitung anmerkt, wird eine Vereinfachung des Handels für etwa 20 Warenpositionen in Betracht gezogen, für die russische Beschränkungen gelten. Gesprächspartner der Zeitung behaupten, dass man in der Europäischen Union eine weitere Verschärfung des wirtschaftlichen Drucks auf Armenien befürchte und es für notwendig halte, dem Land umgehend Unterstützung zu gewähren.

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