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Am Mittwoch hat Deutschlands neu ernannter Botschafter in Moskau, Clemens von Goetze, eine Kopie des Beglaubigungsschreibens an Igor Bogdaschew, den Direktor der Protokollabteilung des russischen Außenministeriums, überreicht. Dies hat das russische Außenamt am Donnerstag bekannt gegeben. Clemens von Goetze, ein erfahrener Diplomat, löst Alexander Graf Lambsdorff ab.
Am 19. Mai teilte die Zeitung Iswestija unter Berufung auf die deutsche diplomatische Vertretung in Russland mit, dass Moskau das Agrément (die Zustimmung zur Ernennung) erteilt habe. „Herr von Goetze wird voraussichtlich im Juli sein Amt als Botschafter in Moskau antreten. Das Agrément der russischen Seite liegt vor“, antwortete die Botschaft auf eine Anfrage des Blattes.
Von Goetze wurde im März 1962 in Westberlin geboren. Der zukünftige Diplomat studierte Rechtswissenschaft und Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg. Im Jahr 1990 wurde er zum Doktor der Rechte promoviert. Im Laufe seiner diplomatischen Karriere hatte von Goetze verschiedene Positionen im deutschen Auswärtigen Amt inne. Unter anderem war er in den Jahren 1998–2002 persönlicher Referent der Ex-Außenminister Klaus Kinkel und Joschka Fischer. Der Diplomat war außerdem Botschafter in Israel, China und Japan. Seit September 2024 leitete von Goetze die deutsche diplomatische Vertretung in Mexiko.
Alexander Graf Lambsdorff verlässt seinen Posten in Moskau und wechselt als Botschafter nach Tel Aviv. Er leitete Deutschlands diplomatische Vertretung in der russischen Hauptstadt seit August 2023. Zuvor bekleidete er verschiedene Positionen an der deutschen Botschaft in Washington und im Auswärtigen Amt und war zudem Mitglied des Europäischen Parlaments. Vor seiner Ernennung zum Botschafter in Moskau war er im Bundestag tätig.
Am vergangenen Montag, dem 13. Juli, bestellte das russische Außenministerium Lambsdorff ein. Er sei über Deutschlands Beteiligung an den ukrainischen Angriffen auf zivile Infrastruktur in Russland informiert worden, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme des russischen Außenamtes. Dem Botschafter wurde deutlich gemacht, dass die zunehmende Unterstützung des Kiewer Regimes durch Berlin als unzulässig gewertet werde.
Während des Treffens teilte Lambsdorff der russischen Seite mit, dass er bald nach Deutschland zurückkehren werde, da seine offizielle Dienstreise zu Ende gehe.
Nach dem Treffen waren in der Presse Berichte über eine Beschwerde von Lambsdorff erschienen, wonach ihm bei seiner Einbestellung im russischen Außenministerium nicht die Hand gereicht worden sei. Die Entscheidung, dem deutschen Botschafter die traditionelle Begrüßung per Händedruck zu verweigern, sei eine bewusste Geste als Reaktion auf dessen unverhohlene Russophobie gewesen, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Die Diplomatin betonte, dass sie die Begrüßung ihrer ausländischen Kollegen bewusst ignoriert habe. „Eine Pflicht, einen angebotenen Händedruck zu erwidern, sieht das diplomatische Protokoll nicht vor“, unterstrich Sacharowa. Sie fügte hinzu, das Protokoll lasse es zu, eine politische Haltung zum Ausdruck zu bringen.
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