Deutsche Bahn: Bodycams jetzt auch im Fernverkehr

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Wie die Deutsche Bahn (DB) auf ihrer Homepage mitteilte, setzt sie seit Juli 2026 Bodycams auch im Fernverkehr ein. Der Einsatz der Videokameras, der für die Bahnmitarbeiter freiwillig bleibt, solle Konflikte entschärfen und für Reisende und DB-Beschäftigte mehr Sicherheit schaffen, erklärte die Bahn. Nicht nur Zugbegleiter, sondern auch die Angestellten in der Bordgastronomie und in den DB-Lounges bekommen demnach eine Bodycam zur Verfügung gestellt, insgesamt eine Gruppe von rund 2000 Personen.

Als Begründung für den Einsatz der Kameras nannte die Bahn ein immer häufiger auftretendes aggressives Verhalten von DB-Passagieren. Neben bereits bestehenden Maßnahmen dienten die Bodycams – der DB zufolge – als zusätzlicher Sicherheitsbaustein. Man hofft bei der DB auf eine abschreckende Wirkung auf mögliche Gewalttäter, wenn eine solche Kamera eingeschaltet ist. Außerdem dient die Nutzung von Bodycams der Sicherung von Beweisen.

Derzeit fertigen die Bodycams nur Videoaufzeichnungen an, eine Erprobung von Tonaufnahmen ist für den Herbst 2026 geplant. Vor der Aktivierung der Bodycams müssen die Bahnmitarbeiter die Passagiere über die Aufzeichnung informieren. Zusätzlich werden die Bahnmitarbeiter vor der Übergabe der Kameras im Umgang damit geschult. Die Deutsche Bahn beteuert, die Aufzeichnungen würden nach 72 Stunden gelöscht und der Datenschutz sei gewährleistet. Nur die Bundespolizei habe Zugriff auf die kurzfristig gespeicherten Aufnahmen.

Die Verteilung der Kameras ist Teil des im Februar 2026 entwickelten „Aktionsplans für mehr Sicherheit auf der Schiene“ für Bahnmitarbeiter mit Kundenkontakt. Dazu gehören auch der weitere Ausbau des Hilferufknopfes sowie Schulungen in Sicherheitsfragen für die Mitarbeiter. Nach dem Prinzip „Eigensicherung vor Prüfung“ können Beschäftigte im Regionalverkehr seitdem nach eigenem Ermessen entscheiden, ob sie bei der Ticketkontrolle auf das Vorzeigen des Ausweises bestehen.

Nach einer tödlichen Attacke auf den Zugbegleiter Serkan Ç. anlässlich einer Ticketkontrolle (RT DE berichtete) hatten Bund, Länder, Gewerkschaften und Verkehrsbranche im Februar 2026 einen Sicherheitsgipfel einberufen. Bei dem Treffen verständigten sich die Teilnehmer auf die oben geschilderten Maßnahmen sowie weitere Vorkehrungen zum Schutz der Mitarbeiter.

In der anschließenden Pressemitteilung erklärte das Bundesverkehrsministerium, dass sich die Sicherheitslage für Bahnmitarbeiter verschärft hätte. Es komme bei Fahrkartenkontrollen, bei der Durchsetzung des Hausrechts sowie nach Großveranstaltungen immer wieder zu verbalen und tätlichen Übergriffen.

Den Angaben des Ministeriums zufolge gab es im Jahr 2025 3.262 körperliche Übergriffe auf DB-Mitarbeiter beziehungsweise den Versuch dazu. Das sei zwar ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, konstatierte die Behörde, insgesamt bleibe die Zahl der Übergriffe jedoch auf einem sehr hohen Niveau. Das werde deutlich, wenn man sich die Zahlen von 2016 anschaue: Damals waren es lediglich 2.374 Attacken. Seitdem sei ein Anstieg von 37 Prozent zu verzeichnen.

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