Deutsche Sozialausgaben steigen weiter – Großteil für Renten ausgegeben

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Im Jahr 2025 sind die Sozialausgaben in Deutschland auf rund 1,43 Billionen Euro gestiegen. Dies geht aus einem Bericht des Bundesarbeitsministeriums für das Sozialbudget 2025 hervor. Laut der Süddeutschen Zeitung sei es der zweithöchste Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 1960. Nur zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 sei der Anteil höher gewesen.

Den größten Anteil machten Leistungen für ältere Menschen aus, wie etwa Renten, Pensionen, betriebliche Altersversorgung und die Pflege von Senioren. Dies macht 35,9 Prozent aller Sozialausgaben aus. Vor allem wegen der Rentenerhöhung stiegen die Kosten der gesetzlichen Rentenversicherung um 5,8 Prozent.

Die Leistungen der Arbeitslosenversicherung erhöhten sich besonders stark, hieß es im SZ-Bericht weiter. Sie lagen fast 16 Prozent über dem Vorjahreswert. Laut der Zeitung ist dies auf die wachsende Zahl der Arbeitslosen und den höheren Anteil von Menschen zurückzuführen, die zuvor in gut bezahlten Berufen beschäftigt waren und entsprechend mehr Arbeitslosengeld beziehen.

Mit 7,7 Prozent nahmen auch die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung deutlich zu. Bei der staatlichen Pflegeversicherung betrug der Anstieg 11,2 Prozent. Unter Einbeziehung der privaten Versicherungen floss damit mehr als jeder zehnte in Deutschland erwirtschaftete Euro in Gesundheit und Pflege.

Dagegen gingen die Ausgaben beim Bürgergeld erstmals seit dem Jahr 2019 zurück. Es gab rund 91.000 weniger erwerbsfähige Leistungsbezieher im Jahresvergleich. Einschließlich der Kinder sank die Gesamtzahl um etwa 185.000.

Finanzwissenschaftler Andreas Peichl vom Münchner Ifo-Institut nannte gegenüber der Süddeutschen Zeitung die Alterung der Gesellschaft, die schwache Konjunktur und politische Entscheidungen als wesentliche Ursachen für den Ausgabenanstieg. Zudem waren in den vergangenen Jahren der Ausbau des Wohngeldes, die Einführung der Grundrente sowie Erhöhungen beim Kindergeld und bei der Mütterrente unter den kostspieligen Maßnahmen. Seiner Ansicht nach seien die Zahlen aber nicht alarmierend. Von einem Sozialabbau sei Deutschland weit entfernt, was auch die neuen Zahlen zeigten.

Im vergangenen August hatte Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt, Deutschland könne sich den Sozialstaat in seiner bisherigen Form einfach nicht mehr leisten. Die SPD sowie Verbände und Gewerkschaften warnten dagegen vor Kürzungen.

Im Juni gab das Statistische Bundesamt die Ausgaben 2025 für Rente, Arbeitslosenversicherung und Bürgergeld bekannt. Demnach stiegen sie um 5,9 Prozent auf 751,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt seit 1991 fiel der Anstieg weiter überdurchschnittlich aus. Ausgaben für große Teile der Gesundheitsversorgung waren im Bericht des Statistischen Bundesamtes nicht enthalten.

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