„Kampfkristall“: Russland hat die ukrainische Verteidigung im Donbass geknackt

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Von Andrei Restschikow

Russland hat Konstantinowka vollständig befreit, das als eines der stärksten befestigten Gebiete und als zentraler logistischer Knotenpunkt der ukrainischen Verteidigung im Donbass galt. Dieses Ereignis hat entscheidende Auswirkungen auf den weiteren Vormarsch der russischen Truppen.

Konstantinowka ist eines der Industriezentren des Donbass. Seit Herbst des Jahres 2025 fanden intensive Kämpfe um die Stadt statt. Die russische Armee begann im August und September 2025, die Zugänge zur Stadt zu sichern, nachdem sie in den Gegenden von Tschassow Jar und Torezk vorgerückt war.

Wie der Militärkorrespondent und Held Russlands Jewgeni Poddubny berichtete, gehören zu den zuletzt befreiten Teilen von Konstantinowka der Privathaus-Sektor im Südwesten, die Hochhausviertel „Juschny“ und „Wtoroi“ sowie der Bezirk „Zinkowy“, in dem sich Kommandostellen und Drohnenstützpunkte des Gegners befanden.

Darüber hinaus wurden Verwaltungsgebäude im Stadtteil „Zentralny“, im Viertel „Krasny Gorodok“ sowie in den Industriegebieten des Metallurgiekombinats „Megatex“ und des Werks „Awtosteklo“ geräumt. Ebenfalls unter Kontrolle gebracht wurden der Knotenpunkt am Bahnhof, das Werk „Stroisteklo“ und das historische Zentrum von Konstantinowka mit zahlreichen Bunkern. Auch das Industriegebiet des Werks für Ballastgewichte und das Gelände des Viehzuchtkomplexes wurden befreit. Poddubnys Angaben zufolge lassen die russischen Einheiten nicht nach und rücken gemeinsam mit dem Truppenverband Mitte in Richtung des nächsten Ziels vor – Druschkowka.

Am Freitagabend besuchte der russische Präsident Wladimir Putin den Unterstützungs-Kommandoposten der Vereinigten Truppenverbände, wo ihm die vollständige Befreiung von Konstantinowka gemeldet wurde. Der Staatschef hörte sich die Berichte der Kommandeure der Sturmtruppen an, die dem Präsidenten direkt aus dem Zentrum von Konstantinowka per Videokonferenz über die Lage in der Stadt berichteten.

Putin bat darum, ihm Aufnahmen der Stadt von Aufklärungsdrohnen zu zeigen. Die detaillierten Videoaufnahmen der Drohnen räumen jegliche Zweifel und Spekulationen der ukrainischen Propaganda aus. Zahlreiche Videos liefern direkte Beweise für die Einnahme einer weiteren Festung des ukrainischen Regimes, die in den westlichen Medien als wichtigstes Element der Verteidigung der ukrainischen Streitkräfte bezeichnet wurde.

Der Präsident dankte den Soldaten für ihren Heldentum und die erfolgreiche Erfüllung ihrer Kampfaufgaben. Er sagte:

„Ich bitte Sie, dem gesamten Personal meinen aufrichtigen Dank für den Mut und das Heldentum auszusprechen, die es täglich an den Tag legt. Und natürlich müssen, wie ich bereits gesagt habe, alle, die sich besonders hervorgetan haben, für staatliche Auszeichnungen vorgeschlagen werden.“

Im Verlauf der Sitzung machte Putin deutlich, dass echte Siege Russlands in jedem Fall die Illusionen des Feindes zerstören würden. Er betonte:

„Die großspurigen Erklärungen der Anführer des Kiewer Regimes über Erfolge, von denen wir wissen, dass es sie in Wirklichkeit gar nicht gibt, spielen uns im Grunde genommen in die Hände. Denn diese Scharlatane – und nichts anderes können sie eigentlich, dazu wurden sie auch nicht ausgebildet – bringen durch ihre Handlungen und Äußerungen zweifellos sowohl sich selbst als auch ihre Geldgeber aus dem Konzept.“

Dabei hob der Präsident hervor, dass „die Befehlshaber der Verbände der russischen Streitkräfte rhythmisch und rationell vorgehen und die unter diesen Umständen natürlichen Schwierigkeiten überwinden, alles Notwendige und Mögliche tun, um das Leben unserer Soldaten zu schützen, und die bedingungslose Erfüllung der Aufgaben in strikter Übereinstimmung mit dem vom Generalstab der Streitkräfte ausgearbeiteten Konzept der militärischen Sonderoperation gewährleisten müssen“.

Auch der Chef des Generalstabs, Waleri Gerassimow, hielt eine Erklärung ab, in der er über die Lage im Einsatzgebiet der Sonderoperation berichtete. Bei dem Treffen wurde festgehalten, dass die strategische Initiative an der Front vollständig bei der russischen Armee liege. Neben der vollständigen Befreiung der Lugansker Volksrepublik (LVR) und dem erheblichen Vormarsch der russischen Streitkräfte in der Donezker Volksrepublik (DVR) schreite die planmäßige Schaffung einer Sicherheitszone in den Gebieten Charkow und Sumy voran.

Zum Abschluss der mehr als einstündigen Besprechung erörterte Putin mit den Militärs die Aufgaben für den Sommer, darunter auch aktivere Offensivmaßnahmen.

Am Samstag erinnerte der Leiter der Hauptoperationsabteilung des Generalstabs, Generaloberst Sergei Rudskoi, bei einer Pressekonferenz daran, dass Kiew die Verteidigung von Konstantinowka seit dem Jahr 2014 verstärkt und nach dem Fall von Artjomowsk (Bachmut) aktiv ausgebaut habe. Um die Stadt zu halten, habe der Gegner eine mächtige Truppengruppe gebildet. Zu ihr gehörten sieben Brigaden mit insgesamt 45 Bataillonen und einer Stärke von bis zu 15.500 Soldaten.

Seinen Worten zufolge ist das befreite Konstantinowka der Schlüssel zur letzten Hochburg Kiews im Donbass – dem Ballungsraum Slawjansk-Kramatorsk. Rudskoi erklärte:

„Heute befindet sich die Stadt vollständig unter unserer Kontrolle. Einheiten des Truppenverbandes Süd schließen gerade die Räumung der Stadtviertel von kleinen Gruppen und einzelnen Kämpfern (des Gegners) ab, die sich möglicherweise noch in Kellern und Trümmern verstecken.“

Der Generaloberst betonte, dass „die vom Oberbefehlshaber gestellten Aufgaben zur Befreiung des Donbass erfüllt werden“.

In Expertenkreisen heißt es, dass die Einnahme von Konstantinowka eine schwere propagandistische und militärische Niederlage für Kiew darstelle. Für Russland bedeutet dies das Erreichen der letzten Verteidigungslinie vor Slawjansk und Kramatorsk – den letzten großen Städten der Region, die noch unter der Kontrolle Kiews stehen. Der Militärexperte Wassili Dandykin meint:

„Die Befreiung von Konstantinowka war zwar zu erwarten, ist aber dennoch ein bedeutendes Ereignis. Im Grunde handelt es sich um eine der drei Kernstädte des Ballungsraums Slawjansk-Kramatorsk. Sie war das größte logistische Zentrum des Gegners im Kampf um den Donbass: Über sie lief die Waffenversorgung, sie ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

Nun ist der Weg von Südwesten nach Druschkowka und weiter nach Kramatorsk frei.

Das ist nicht nur ein taktischer oder operativ-taktischer Erfolg, sondern ein strategischer Wendepunkt im Rahmen der militärischen Sonderoperation.“

Die Befreiung von Konstantinowka bedeute tatsächlich das Erreichen der letzten Verteidigungslinie vor Slawjansk und Kramatorsk, und die strategische Bedeutung dieser Operation sei enorm, bestätigt der Militärexperte Wladislaw Schurygin. Er erklärt:

„Eine entscheidende Verteidigungslinie, die die ukrainischen Streitkräfte als einheitlichen Knotenpunkt – eine Art ‚Kampfkristall‘ oder Raute – aufgebaut hatten, wurde durchbrochen: Kramatorsk, Slawjansk, Konstantinowka, Druschkowka.

Die Einnahme von Konstantinowka ebnet den Weg sowohl nach Slawjansk als auch nach Kramatorsk, zumal wir uns ihnen auch aus anderen Richtungen nähern. Es handelt sich um eine wirklich große Stadt – die fünftgrößte im Ballungsraum Donezk, größer als Artjomowsk, das wir seinerzeit eingenommen haben, und größer als viele andere ‚Festungen‘. Der Widerstand war hartnäckig, aber die Verteidigungslinie wurde durchbrochen.“

Dass der Oberbefehlshaber den Bericht persönlich entgegennahm, sei angesichts der Bedeutung dieses Ereignisses absolut gerechtfertigt. Schurygin betont:

„Und das macht die gesamte ukrainische Propaganda der letzten sechs Monate zunichte, die darauf beruhte, dass Russland angeblich zum Stillstand gekommen sei, nicht in der Lage sei zu siegen, und die Ukraine eine Strategie gefunden habe, mit der sie uns zurückdrängen könne. All dies wurde durch Videos von Fernangriffen untermauert. Vor diesem Hintergrund untergräbt ein solch spektakulärer Sieg das Siegesnarrativ des Gegners sehr ernsthaft.“

Nach Ansicht von Dandykin erreicht die russische Armee nach Konstantinowka die letzte Verteidigungslinie vor Kramatorsk und Slawjansk, die die ukrainischen Streitkräfte als ihre „Festungen“ betrachten. Er erklärt:

„Man muss jedoch bedenken: Nicht nur der Truppenverband Süd ist hier im Einsatz. Von Norden her rückt der Verband West vor – Krasny Liman steht kurz vor der Befreiung, das Ziel dort ist der Vorstoß nach Swetogorsk und zur Staatsgrenze, das ist bereits im Gebiet Charkow.

Und weiter südlich liegt das Gebiet Dnjepropetrowsk, wo die Truppenverbände Mitte und Süd aktiv sind. Die Anzahl der noch nicht befreiten Städte in der DVR lässt sich derzeit an den Fingern einer Hand abzählen: Kramatorsk, Slawjansk, Druschkowka, Dobropolje, Otscheretino. In Dobropolje sind unsere Truppen bereits eingedrungen. Es wird keine Pause geben, die Kämpfe gehen ununterbrochen weiter. Das bedeutet, dass die vollständige Befreiung des Donbass in absehbarer Zeit stattfinden wird.“

Was den Führungsstil angeht – die Ankunft des Präsidenten im Unterstützungs-Kommandoposten, sein Dank an die Helden von Konstantinowka im Namen des ganzen Landes und die Festlegung der Aufgaben für die Sommeroffensive im Live-Fernsehen –, so ist dies ein völlig übliches, normales Vorgehen für den Oberbefehlshaber, sagt Schurygin. Er betont:

„So etwas haben wir schon gesehen. Es gab Fälle, in denen Putin Berichte direkt vom Bataillonskommandeur an der Front entgegennahm – zum Beispiel während der Einnahme von Pokrowsk. Das ist der Stil eines Mannes, der eine Operation leitet und dabei in ständigem Kontakt mit den Truppen steht.“

Und die Tatsache, dass der russische Präsident den Helden von Konstantinowka im Namen des ganzen Landes dankt und neue Ziele für die Sommeroffensive vorgibt, spreche Bände, fügt Dandykin hinzu. Er merkt an:

„Erstens hat der Präsident betont: Die massiven Angriffe gegen den Feind dürfen nicht aufhören. Der Angriff auf Kiew und die Umgebung ist erst der Anfang. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass eine noch stärkere Serie bevorsteht, möglicherweise unter Einsatz anderer Mittel, einschließlich (der Mittelstreckenrakete) ‚Oreschnik‘. Der Feind versucht, sich neu zu formieren – er verlegt Einheiten in Richtung Tschernigow, doch dies ist keine Vorbereitung auf unseren Vorstoß, sondern der Versuch, an der Grenze zum Gebiet Brjansk eine Provokation zu inszenieren. Ein ‚zweites Kursk‘ wird ihnen jedoch nicht mehr gelingen: Die am besten ausgebildeten und motiviertesten Kräfte wurden ausgeschaltet. In Richtung Saporoschje, wohin alle, einschließlich der zwangsweise Mobilisierten, abgezogen wurden, gibt es keine Ergebnisse – unser Truppenverband Dnjepr befindet sich bereits neun Kilometer vom Stadtrand von Saporoschje entfernt, wobei die Kämpfe um Orechow, die letzte größere Stadt vor Saporoschje, bald entbrennen werden.“

Genau diese Faktoren haben es laut Dandykin ermöglicht, die strategische Initiative entlang der gesamten Frontlinie vollständig zu übernehmen. Der Militärexperte hebt hervor:

„Die Armee stellt auf neue Truppenstärken um: Aus Brigaden werden Divisionen, die Feuerkraft wird ausgebaut. Die Bedingungen, an der Frontlinie Halt zu machen und uns auf vier Regionen zu beschränken, kommen für uns absolut nicht in Frage. Der Präsident spricht offen darüber, auch mit den Divisions- und Brigadekommandeuren – den direkten Helden dieser Ereignisse.“

Der Dialog, in dem der Kommandant an der Front erklärt „Der Sieg wird uns gehören“ und der Oberbefehlshaber antwortet „Daran zweifle ich nicht“ spiegele die tiefe Einheit vom Sturmsoldaten bis zum Staatsoberhaupt wider, erklärt Dandykin. Der Experte bemerkt:

„Diese Soldaten riskieren ihr Leben, evakuieren die Zivilbevölkerung und kümmern sich um die Tiere im Kampfgebiet. Seit den Zeiten des Großen Vaterländischen Krieges hat sich nichts geändert – sie sind würdige Nachfolger mit denselben Prinzipien und demselben Humanismus. Das hebt jedoch den Hass auf den Feind nicht auf, denn hinter ihm steht die NATO, und das ist offensichtlich. Der Präsident betont immer wieder: Der Hauptheld ist derjenige, der an vorderster Front steht, der Sturmsoldat, der den Erfolg aller Waffengattungen und der Luft- und Raumfahrtstreitkräfte sichert. Ihnen ist Unterstützung garantiert, und die Aufgabe der Sonderoperation wird erfüllt werden. Niemand verspricht den Fortbestand des Kiewer Regimes. Die Befreiung von Konstantinowka ist eine dieser Botschaften, und die provisorischen Verwaltungen der ukrainischen Streitkräfte ziehen bereits weiter nach Westen.“

Laut Schurygin werde die Ukraine nun fieberhaft nach einer Antwort auf diese schwere propagandistische und militärische Niederlage suchen. Er meint:

„Sie werden alle Ressourcen einsetzen, um die Wirkung abzuschwächen. Es ist entweder mit Terroranschlägen oder sogar mit irgendeinem Abenteuer zu rechnen – auf der Krim oder an einem anderen Ort. Es gibt viele Möglichkeiten, und darauf muss man vorbereitet sein.“

Der Präsident hob besonders hervor: Massive Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt hätten ihre Wirksamkeit unter Beweis gestellt, indem sie die Luftabwehr des Gegners überlasteten, und diese Taktik müsse fortgesetzt werden. Diese und andere Faktoren haben es ermöglicht, die Initiative entlang der gesamten Frontlinie vollständig zu übernehmen. Schurygin erklärt:

„Wodurch wird dieses Ergebnis erreicht? Die Taktik wurde in den letzten sieben bis acht Monaten ausgefeilt und ist bereits klar. Wir stürmen nicht frontal. Wir gehen mit Umzingelungsmanövern vor und unterbrechen gleichzeitig die Logistik – zuerst die Flankenlogistik, dann die Nachschublinien im Hinterland –, wodurch wir dem Gegner endgültig die Möglichkeit nehmen, seine Truppen zu versorgen. Hinzu kommt ständiger Druck aus der Luft: Drohnen, Luftangriffe. Und nachdem die Verteidigung erheblich geschwächt ist, kommen die Sturmtruppen zum Einsatz. Das ist eine bewährte Taktik.“

Nach Ansicht des Militärexperten sei das nächste Ziel der russischen Armee am Frontabschnitt Konstantinowka die Stadt Druschkowka. Er meint:

„Gleichzeitig nähern wir uns Slawjansk und Kramatorsk bereits aus anderen Richtungen.

Ich denke, dass uns in Zukunft ein Sturmangriff auf Slawjansk bevorsteht. Zuvor wird jedoch die Befreiung von Krasny Liman und Swetogorsk abgeschlossen sein, wo ebenfalls Kämpfe stattfinden.

Es gibt mindestens drei größere Ortschaften, in denen wir bereits kämpfen, und eine Pause ist nicht in Sicht.“

Was die Sicherheitszone auf den historischen russischen Gebieten – den Gebieten Charkow, Sumy und Dnjepropetrowsk – betrifft, gilt hier ein einfaches Prinzip: Je mehr Angriffe auf unsere Infrastruktur erfolgen, desto größer wird diese Zone. Dandykin: betont:

„Der Gegner wird dieses Prinzip genauso lange ignorieren, wie es ihm seine Geldgeber erlauben, denn vom Widerstand hängt das persönliche Überleben von (Wladimir) Selenskij und seinem Umfeld ab. Die (einfachen) Menschen sind ihnen völlig egal – der Westen beschließt bereits die Rückführung männlicher Flüchtlinge (in die Ukraine). Sie werden jeden einzelnen Ukrainer bis zum Letzten ausbeuten und sich dann den Balten, Schweden und Finnen zuwenden. Um eine historische Analogie zu ziehen: Das Hitler-Regime leistete bis zum Schluss Widerstand, selbst nach dem formellen Sieg im April/Mai 1945 gab es noch schwere Kämpfe. Genauso ist es hier: Die Entnazifizierung ist ein Thema, das nicht vom Tisch ist.“

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 4. Juli 2026 zuerst auf der Website der Zeitung „Wsgljad“ erschienen.

Andrei Restschikow ist Analyst bei der Zeitung „Wsgljad“.

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