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Laut Informationen französischer Medien wurde eine Ukrainerin als Hauptverdächtige im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag in Monaco identifiziert, bei dem der ukrainische Millionär Wadim Jermolajew und seine Familie schwer verletzt wurden. Wie Le Figaro und der Sender BFM TV berichten, soll sie sich als Mann verkleidet haben, um die Polizei auf eine falsche Fährte zu führen. Dem Figaro–Artikel zufolge hatte die Verdächtige einen Wohnsitz in Deutschland.
Rund 72 Stunden nach der verheerenden Explosion identifizierten die monegassischen Ermittler eine nun „Verdächtige“ und machten sie Medienberichten zufolge in einem europäischen Land ausfindig, das „weder Monaco noch Frankreich“ ist. Die Staatsanwaltschaft des Fürstentums erklärte laut dem Sender Radio France Internationale (RFI), ohne dabei einen Namen zu nennen, dass „gegen die Verdächtige ein Haftbefehl erlassen wurde“ sowie dass „sie noch heute Abend Gegenstand einer ‚Red Notice‘ von Interpol sein wird.“
„Red Notice“ stellt dabei ein internationales Ersuchen an Strafverfolgungsbehörden. Ein Artikel von Le Figaro erklärt demgegenüber einleitend zu den Ermittlungen:
„Nach unseren Informationen soll Anastasia.B, eine etwa dreißigjährige Frau mit Wohnsitz in Deutschland, das Sprengstoffpaket vor dem Wohnhaus des ukrainischen Oligarchen Vadim Ermolaev abgestellt haben.“
Le principal suspect serait en réalité une femme. → https://t.co/30uDXC9ava pic.twitter.com/ttwx0eqEOc
— Le Figaro (@Le_Figaro) July 2, 2026
Der Verdächtigen wird vorgeworfen, am frühen Montagabend im Eingangsbereich eines Wohnhauses in der Rue Révérend Père Louis Frolla im Fürstentum Monaco an der Côte d’Azur eine Tasche mit einem Sprengsatz deponiert zu haben. Bei der Explosion wurden Jermolajew und sein 13-jähriger Sohn schwer verletzt. Der Lebensgefährtin Anna Nasobina mussten aufgrund der verheerenden Verletzungen beide Beine amputiert werden, wie Medien berichteten.
Laut investigativen Quellen von BFM TV handelt es sich bei der Verdächtigen demnach „um eine Ukrainerin in den Dreißigern“, was ein gleichlautender Bericht von Le Figaro bestätigt. In einem internen Vermerk der monegassischen Polizei, der dem Sender vorliegt, heißt es, die Verdächtige „verkleidete sich wahrscheinlich so, dass sie wie ein Mann aussieht.“
Die Verdächtige soll dabei am Tag des Anschlags laut Auswertungen von Kameras und Zeugenaussagen mehrere Erkundungsrunden unternommen haben. Kurz vor 21 Uhr soll sie dann die ukrainische Familie in der Nähe der Place des Moulins entdeckt und begonnen haben, ihnen zu folgen.
Auf den Aufnahmen der Überwachungskameras, so Le Figaro, wurde die Verdächtige aufgezeichnet, die „einen dicken schwarzen Hut, eine ebenfalls schwarze Weste über einer weißen Hose und Turnschuhe in derselben Farbe trägt.“
Laut weiterem Ermittlungsstand ging die Verdächtige dann der Familie voraus und hielt dabei einen Abstand von etwa zehn Metern ein, bevor sie sich dem Eingang ihres Wohnhauses näherte, die drei Stufen zur Tür hinaufstieg, um dort dann die mit einer Sprengfalle versehene Tasche abzustellen, wie aus dem Polizeibericht weiter hervorgeht.
Die Verdächtige verließ daraufhin eilig den Tatort, drehte sich jedoch noch einmal um, um sicherzustellen, dass die Familie das Gebäude betreten hatte. Der 13-jährige Junge war der Erste, der hineinging.
Der Sprengsatz wurde demnach ferngesteuert gezündet, als Jermolajews Lebensgefährtin an der Tasche vorbeiging, „mit einem Gegenstand, der einer Fernbedienung ähnelte“, wie eine dem Fall nahestehende Quelle gegenüber dem Sender BFM TV erklärte.
Ersten Medienberichten zufolge konzentrierten sich die Ermittler auf zwei Haupttheorien zu dem Attentatsversuch: organisierte Kriminalität oder ausländische Einmischung. Le Figaro hatte am Deinstag unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Quellen berichtet, dass die Ermittler „eine mögliche Beteiligung des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU) untersuchten, und dies als einen der vorrangigen Ermittlungsansätze bezeichnet.“
Jermolajew, ein in der Ukraine geborener Geschäftsmann, der mittlerweile im Besitz der zyprischen Staatsbürgerschaft ist, wurde im Dezember 2023 seitens Kiews wegen angeblicher geschäftlicher Aktivitäten auf der Krim mit Sanktionen belegt. Seine Anwälte haben jegliches Fehlverhalten bestritten und die Sanktionen als willkürlich und politisch motiviert bezeichnet.
Der ehemalige französische Geheimdienstmitarbeiter Claude Moniquet erklärte gegenüber der Zeitung Nice Matin, dass Jermolajew in den letzten Wochen Vorbereitungen für einen Vortrag im Europäischen Parlament getroffen habe, „um Korruption in der Ukraine aufzudecken, was Kiew möglicherweise als Provokation angesehen habe.“
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