Nach Erdbeben in Kolumbien: Präsident De la Espriella meldet „alarmierenden“ Anstieg der Opferzahl

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Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien ist die Zahl der Opfer erneut stark gestiegen. Zuletzt bestätigten die Behörden des südamerikanischen Landes den Tod von 265 Menschen. In seinem jüngsten Bericht sprach Präsident Abelardo de la Espriella am Mittwoch zudem von 3.494 Verletzten.

„Und die Zahl der Vermissten ist alarmierend auf 496 gestiegen. Unsere wichtigsten Bemühungen konzentrieren sich jetzt auf die Suche nach den Vermissten.“

Dem Staatschef zufolge seien insgesamt 25.872 Familien oder 53.816 Menschen in elf Provinzen von der Naturgewalt betroffen worden. Die Zahl der komplett eingestürzten Gebäude wurde auf 140 beziffert. Die Rede war auch von Zehntausenden beschädigten Wohnungen.

Bei der Pressekonferenz am Mittwoch rief De la Espriella den wirtschaftlichen Notstand aus, um die Folgen des Bebens der Stärke 7,4 zu beheben. Eine solche Tragödie erfordere außerordentliche Maßnahmen, um der entstandenen Krise die Stirn zu bieten, erklärte der Politiker. Er kündigte zudem die Gründung einer zusätzlichen Stiftung an. Der Fonds mit dem Namen „Milagro“ (auf Deutsch „Wunder“) werde nationale und ausländische Mittel gezielt auf den Wiederaufbau der beschädigten Infrastrukturen lenken, hieß es. In den betroffenen Gegenden solle damit auch die wirtschaftliche Aktivität angekurbelt werden.

Laut Medienberichten wird der Ausnahmezustand es der Regierung ermöglichen, Maßnahmen auch ohne Zustimmung des Parlaments zu ergreifen. Die Kontrolle durch das Verfassungsgericht bleibt dennoch bestehen. Bislang hat die Regierung des rechten Politikers, der erst seit einer Woche im Amt ist, nicht vor, neue Steuern einzuführen.

Die USA wollten nach eigenen Angaben Kolumbien 15,5 Millionen US-Dollar für Notunterkünfte, Lebensmittel und weitere Hilfsmaßnahmen bereitstellen. Auch El Salvador, Mexiko und Chile boten dem lateinamerikanischen Land Unterstützung an.

Das Beben hatte sich um 7:34 Uhr Ortszeit oder 14:34 Uhr MESZ ereignet. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Departamento Chocó. Dem US-amerikanischen Geologischen Dienst (USGS) zufolge hatte der Erdstoß die Stärke 7,4. Darauf folgten zahlreiche Nachbeben. Die Erschütterungen waren auch in der Hauptstadt Bogotá und in den Nachbarländern Venezuela, Ecuador und Panama zu spüren.

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