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Nach Angaben der russischen Alkohol- und Tabakaufsichtsbehörde Rosalkogoltabakkontrol ist die Produktion fast aller Getränkesorten – von hochprozentigen Spirituosen bis hin zu Bier – in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres deutlich zurückgegangen. Darauf weist die Zeitung Iswestija hin. Die Zeitung schreibt:
„Die Wodkahersteller in Russland produzierten in den ersten acht Monaten 39,6 Millionen Dekaliter [dal] Wodka, was einem Rückgang von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Cognac-Produktion sank um 16,8 Prozent auf 4 Millionen dal, während die Produktion von Spirituosen um 0,1 Prozent auf 11,4 Millionen dal stieg. Insgesamt wurden 10,9 Prozent weniger Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als neun Volumenprozent hergestellt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Produktion von alkoholarmen Getränken ging dabei um 53,8 Prozent auf 495.600 dal zurück. Die Produktion von Gärgetränken (Bier, Biergetränke, Cidre, Poire und Met) sank von Januar bis August um 6,3 Prozent auf 593,4 Millionen dal.“
Dabei haben wirtschaftliche Faktoren – wie beispielsweise die stark gestiegenen Verbrauchsteuern auf Alkohol – allein keinen entscheidenden Einfluss gehabt. Vielmehr war dieser Trend das Ergebnis des Zusammenwirkens mehrerer Faktoren. So verweist beispielsweise Maxim Tschernigowski, Dozent am Lehrstuhl für Management der Präsidentenakademie in Sankt Petersburg, auf den komplexen Charakter des Problems und erklärt:
„Auf den Markt wirken gleichzeitig mehrere Faktoren ein: steigende Kosten für Rohstoffe, Verpackungen, Komponenten, Logistik und Kreditmittel, die Anhebung der Mindestverkaufspreise für hochprozentigen Alkohol sowie ein Rückgang der Konsumbereitschaft.“
Ein wesentlicher Faktor für den Rückgang der Produktionsmengen ist das veränderte Verbraucherverhalten. Die Russen trinken nun tatsächlich weniger, wie auch die Statistik belegt. Dabei verzichtet der Verbraucher teilweise aus Spargründen auf den Kauf von Alkohol, da alkoholische Getränke keine Güter des täglichen Bedarfs sind. Zudem handelt es sich hierbei um eine Fortsetzung des Trends der letzten Jahre. Der Alkoholkonsum in Russland ist in den letzten fünf bis sechs Jahren um etwa 15 Prozent zurückgegangen, wie Vertreter des Gesundheitsministeriums kürzlich erklärten. Dort geht man davon aus, dass die staatliche Anti-Alkohol-Kampagne Früchte trägt. Wie Maxim Tschernigowski erklärt, sinkt der Anteil der Konsumenten starker alkoholischer Getränke stetig, während die junge Generation alkoholärmere Getränke bevorzugt.
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