Enter your email address below and subscribe to our newsletter

„Rund 15.000 Euro“ – Jens Spahn gönnte sich mehrere exklusive Treffen mit Peter Thiel

Beitrag teilen

Von Bernhard Loyen 

Seit rund zehn Jahren soll der CDU-Politiker Jens Spahn wiederkehrender Gast exklusiver Treffen eines von Palantir-Gründer Peter Thiel gegründeten Forums namens „Dialog“ gewesen sein – nach Zahlung einer „anfallenden Teilnahmegebühr“. Ausgehend von einem Rechercheartikel des britischen Magazins Wired konfrontierten das Portal T-Online und das vermeindliche Rechercheportal Correctiv das Büro des amtierenden Fraktionsvorsitzenden der Union, das bestätigte, dass der Politiker in „unregelmäßigen Abständen“ an fünf Veranstaltungen teilnahm. Das sogenannte Dialog-Forum existiert demnach bereits seit dem Jahr 2006. Im Jahr 2016 war Thiel Panel-Gast von Spahn im Bundesfinanzministerium in Berlin gewesen, zwei Jahre später erfolgte die erste Umkehrsituation.

Das Dialog-Forum ist eine private Organisation, der man laut WiredArtikel nur auf Einladung beitreten kann und die 2006 vom milliardenschweren Tech-Investor Thiel mitbegründet wurde. Thiel soll dabei manipulativ gezielt US-Beamte, Vertreter ausländischer Regierungen und Führungskräfte aus der Wirtschaft und dem Silicon Valley „bei jährlichen, vertraulichen Treffen“ zusammengebracht haben. Seit zwei Jahrzehnten weigere sich die Organisation dabei hartnäckig, nach Journalistenanfragen die Namen der Mitglieder und Gäste offenzulegen.

Im Jahr 2026 ergab sich die Situation, dass erstmalig durch einen Hackerangriff „ein Verzeichnis im Quellcode der Website von der Schweizer Hacktivistin maia arson crimew aufgedeckt“ und gesichert wurde.

Eine ungenannte Quelle stellte dann der Wired-Redaktion „separat die Teilnehmerliste für die ‚Dialog‘-Klausurtagung 2026 zur Verfügung, auf der 222 Personen aufgeführt sind“.

Zudem ist in dem Material der Mitgliedsstatus sowie Vermerke über die Teilnehmerkategorie jedes Teilnehmers enthalten, darunter Listen von „aktiven Mitgliedern“ und „Gästen“. Die kommende Klausurtagung soll nun vom 12. bis zum 16. August dieses Jahres an einem Veranstaltungsort in der Nähe von Dublin stattfinden, wobei Initiator Thiel demnach zuletzt nicht mehr persönlich bei den Treffen vor Ort war.

In Deutschland erfolgten nach Wired-Veröffentlichung jeweilige Recherchen seitens T-Online und Correctiv (hier und hier). Beide Redaktionen stellten nach Sichtung der Teilnehmerlisten separate Anfragen an Spahns Pressebüro, der demnach der einzige prominente deutsche Politiker in den Dialog-Listen war, aber dazu später eine namentliche „Überraschung“.

Die T-Online-Redaktion recherchierte eine offizielle Einladung, auf der die Veranstalter ankündigten:

„Wenn du ‚Dialog‘ googelst, wirst du nicht viel finden; wir halten uns bewusst im Hintergrund. Die Menschen, die den größten Nutzen aus ‚Dialog‘ ziehen, sind in der Regel äußerst aufgeschlossen, intellektuell neugierig und bereit, authentisch zu sein. Alles ist zu 100 Prozent vertraulich.“

Laut der Offerte an „weltweit führende Persönlichkeiten“ gebe es zudem „keine Sprecher oder Podiumsdiskussionen“, sondern ausschließlich moderierte Diskussionsrunden „in kleinen Gruppen mit acht bis zwölf Teilnehmern“. Auf eine erste schriftliche Anfrage von T-Online erklärte ein Pressesprecher Spahns „zunächst lediglich, Spahn habe für das 2026 geplante ‚Dialog Retreat‘ in Irland eine Einladung erhalten, aber abgesagt“.

Die Correctiv-Redaktion erfuhr aus Spahns Pressebüro, dass der ambitionierte Politiker „nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren fünfmal“ am Forum teilgenommen habe“. So in den Jahren 2018 in Irland, 2019 in Italien, 2022 in Portugal, 2023 in Spanien und 2024 in Deutschland.

In einem Business-InsiderArtikel aus dem Jahr 2016 war darüber informiert worden, dass „US-Tech-Investor Peter Thiel zu Besuch im Bundesfinanzministerium (BMF)“ war, damals unter Leitung des mittlerweile verstorbenen Wolfgang Schäuble (CDU). Bei der Veranstaltung „BMF im Dialog“ diskutierte Thiel dann offiziell mit Jens Spahn, damaliger aufstrebender CDU-Jungpolitiker und Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Das Thema lautete: „Gesellschaftlicher Zusammenhalt 4.0 – Wie Innovation unsere Zukunft rettet“. Der Link zur Veranstaltung ist auf der BMF-Website offline genommen.

Mutmaßlich diente der direkte Berliner Kontakt zwischen den beiden Protagonisten als Spahns kommendes Entree in exklusive internationale Kreise im Jahr 2018, als Spahn bereits als Bundesminister für Gesundheit unter Angela Merkel wirkte.

Ob Spahn eine „exklusive Mitgliedschaft“ bei Dialog eingegangen sei, ließ der strebsame Politiker „auch nach expliziter Rückfrage offen“, so T-Online. Sein Pressesprecher erklärte zudem sogar wörtlich der Correctiv-Redaktion in Verbindung mit der gefürchteten Erinnerungsschwäche des CDU-Politikers (#Masken-Gate):

„Herrn Thiel ist Herr Spahn im Rahmen des Dialog-Formats nie begegnet, den Begriff ‚Dialog-Society‘ kennt Herr Spahn nicht.“

Die erste Liste der Schweizer Hackerin, die „Crimews-Liste“, umfasst insgesamt 113 Namen mutmaßlicher Teilnehmer. Neben Spahn finden sich laut Wired-Angaben unter anderem Elon Musk, der US-Republikaner Ted Cruz, der nachweislich von Thiel protegierte US-Vizepräsident J. D. Vance , die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas, Youtube-Chef Neal Mohan, Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner sowie die Ex-Sicherheitsberaterin unter George W. Bush, Condoleezza Rice. 

In den Epstein Files findet sich zudem, als separates, soweit bekanntes Kontakfeld Thiels, eine „Dialog-Einladung für Personen aus Epsteins Umfeld. Der Mail ist dabei die Anwesenheitsliste des Jahres 2014 beigefügt, in der sich auf Seite 9 überraschend ein weiterer Deutscher findet: Karl-Theodor zu Gutenberg, Ex-Bundesminister und heutiger „Unternehmensberater und Podcaster„.

Die angekündigte Anwesenheit eines „Jeff Epstein“ bei diesem Dialog-Treffen mit zu Guttenberg bezieht sich dabei jedoch auf den ehemaligen Finanzvorstand von Oracle und nicht den Sexualstraftäter.

Ausgesuchte Gäste mussten laut Wired „rund 16.000 Dollar pro Veranstaltung an die Organisatoren“ überweisen, um sich den Einlass zu erwerben. Möglich sei unter bestimmten Umständen jedoch auch „ein erheblicher Preisnachlass“. Das Spahn-Büro antwortete auf diese Frage:

Im konkreten Fall der Dialog-Formate hat Herr Spahn anfallende Teilnahmegebühren in niedrig dreistelliger Höhe selbst getragen.“

Thiel ist als kontrovers wahrgenommener Tech- und Großinvestor bei PayPal bekannt geworden sowie als machtvoller Hintergrundakteur und Unternehmensgründer der weltweit eingesetzten Spionagesoftware Palantir gefürchtet, die bereits auch in Deutschland reichhaltig Daten abschöpft.

Spahn ist demgegenüber nicht im Ansatz innovativ, sondern ein schlichter, aber dafür ehrgeiziger Karrierist aus dem Bilderbuch und in den drei dunklen Jahren der „Corona-Krise“ nachweislicher Täter auf allen nur erdenklichen Ebenen und Verantwortlichkeiten als Ex-Bundesgesundheitsminister und verantwortlich für Steuergeldverschwendung in Milliardenhöhe. Ein aalglatter, skrupelloser Lobbyist für das politische Berlin.

Thiel und Spahn werden sich daher bestens verstanden haben, abgesehen der wirklich völlig unerheblichen Tatsache, dass beide Männer rein zufällig auch noch die gleiche sexuellen Neigung naben.

Mehr zum Thema – Die teure Maskenfehlleistung – Millionen kommen zu Millionen

Beitrag teilen

Neue Beiträge und
Informationen direkt
per E-Mail erhalten.