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Zum ersten Januar 2026 reduzierte der Gesetzgeber die Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf sieben Prozent. Mit dieser Maßnahme, die im schwarz-roten Koalitionsvertrag vereinbart worden war, sollte die kriselnde Gastronomiebranche eine Stabilisierung erfahren. Die Restaurants waren allerdings nicht dazu verpflichtet, aufgrund der Steuersenkung auch die Preise für ihre Gerichte entsprechend zu senken.
Und tatsächlich: Wer als Gast auf eine Preissenkung aufgrund der niedrigeren Mehrwertsteuer gehofft hatte, muss sich weitgehend getäuscht sehen. Denn heutigen Medienberichten zufolge ergibt eine Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), dass sich die meisten Gastronomen in Deutschland gegen eine Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung entschieden.
Als Grund nannten von der ARD interviewte Gastwirte vor allem die gestiegenen Energie-, Waren- und Personalkosten, die einen Preisnachlass unmöglich machten. Wie eine Vertreterin des Dehoga im Interview erklärte, hätte es aber der gesenkte Mehrwertsteuersatz immerhin ermöglicht, dass die zu erwartenden Preiserhöhungen für Gerichte in den Gaststätten geringer ausgefallen seien.
An der Umfrage des Dehoga waren etwa 2000 Gastronomiebetriebe beteiligt. Das Ergebnis: 73,4 Prozent der Umfrageteilnehmer haben ihre Preise stabil gehalten, also die Preise auf ihren Speisekarten aufgrund des Wechsels bei der Mehrwertsteuer nicht verändert. Unklar bleibt, wie sich die restlichen Betriebe verhalten haben, also ob ihre Preisgestaltung ab Januar 2026 nach oben oder nach unten ging.
Die erste Alternative ist weitaus wahrscheinlicher. Denn laut Statistischem Bundesamt sind die Preise für Gerichte in Restaurants im Jahr 2026 insgesamt weiter angestiegen. Getränke unterliegen in der Gastronomie ohnehin weiterhin der höheren Mehrwertsteuer. Auch in diesem Konsumfeld verzeichnet das Statistische Bundesamt einen Preisanstieg.
Die Konsumenten reagieren dabei durchaus sensibel auf Preissteigerungen. Einer repräsentativen Studie des Bayerischen Zentrums für Touristik (BZT) zufolge, die den Titel „Wie Deutschland essen geht“ trägt, gehen 48 Prozent der Befragten im Vergleich zum Jahr 2025 seltener essen, 40 Prozent haben ihr Ausgehverhalten nicht geändert und nur vier Prozent besuchen häufiger ein Restaurant.
Und auch bei den Zukunftsplänen herrscht Sparsamkeit vor: Künftig wollen 42 Prozent der Studienteilnehmer seltener essen gehen. 47 Prozent planen nicht, ihre diesbezüglichen Gewohnheiten zu verändern, und ebenfalls lediglich vier Prozent wollen häufiger eine Gaststätte aufsuchen.
Bei denjenigen, die sich selten oder nie einen Restaurantbesuch gönnen, ist der Hauptgrund, dass sie sich diesen gar nicht leisten können (49 Prozent). Erst danach kommen Kritik an einer verspürten Diskrepanz zwischen Preis und angebotener Qualität (31 Prozent) sowie Bequemlichkeitsgründe (29 Prozent) oder Zeitmangel (acht Prozent).
Das heißt: Eine zunehmend zur Sparsamkeit gezwungene Bevölkerung stößt auf eine Gastronomie, die kaum Spielräume für Preissenkungen hat oder die Preise gar erhöhen muss, um keinen Verlust zu erleiden. Das sind Umstände, die wenig Hoffnung auf eine baldige Erholung dieser Krisenbranche machen.
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