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„Totaler Wahnsinn“: Berliner Senat will letzten Bunker von Hitlers Reichskanzlei abreißen

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In Berlin-Mitte sollen die letzten Überreste von Adolf Hitlers einstiger Machtzentrale beseitigt werden. Der noch auf dem Gelände der früheren Neuen Reichskanzlei erhaltene Bunker soll Wohnungen und Büros weichen, wie die B.Z. exklusiv erfuhr.

Berlins Bausenator Christian Gaebler sprach sich gegen den Erhalt des historischen Bunkerbereichs aus, in der Mitarbeiter des NS-Regimes einst Unterschlupf gefunden hatten. Der SPD-Politiker begründet das mit der in der Hauptstadt herrschenden Wohnungsnot und der Befürchtung, der Bunker könnte zu einem Wallfahrtsort für Neonazis werden. „Wir stehen dem Neubau von Wohnungen nicht im Wege, um einen Bunker zu erhalten, der dann womöglich noch zum Wallfahrtsort wird“, sagte Gaebler der B.Z.

Wie bekannt wurde, will ein Hamburger Investor auf dem Gelände 66 Wohnungen und ein Geschäftshaus errichten. Kritik an diesen Plänen kommt von Denkmalschützern. Der Bunker sei von „umfassender historischer und wissenschaftlicher Bedeutung“, so Sebastian Heber, Abteilungsleiter für Bodendenkmalpflege beim Landesdenkmalamt. Der Bunker stelle den letzten bauzeitlichen Rest der Neuen Reichskanzlei dar und sei zudem der letzte noch erhaltene Vorkriegsbunker des Berliner NS-Regierungsviertels.

Der Bunker wurde jedoch aufgrund einer Anweisung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen nicht als Denkmal ausgewiesen. Der Landesdenkmalrat hatte sich im März 2025 dafür ausgesprochen, die Aufnahme des Bunkers auf die Denkmalliste zu prüfen. „Die Neue Reichskanzlei war Planungs- und Ausgangsort des Zweiten Weltkrieges und steht symbolhaft auch für das katastrophale Ende des NS-Regimes“, heißt es in der Empfehlung des Expertengremiums.

Für das Ende des NS-Regimes steht auch das berühmte Kapitulationsfoto vom Mai 1945, das den Berliner Stadtkommandanten Helmuth Weidling zeigt, wie er sich der Roten Armee ergibt, als er aus dem Bunker kommt, der nun abgerissen werden soll.

Der Vorstandsvorsitzende des Vereins Berliner Unterwelten reagierte mit Unverständnis auf die Abrisspläne. „Eine der letzten Spuren der NS-Machtzentrale abzureißen, das ist heutzutage totaler Wahnsinn“, sagte Dietmar Arnold, der sich mit seinem Verein für den Erhalt des Bunkers einsetzt.

Die Befürchtung des Bausenators, die Anlage könne als Wallfahrtsort missbraucht werden, findet Arnold nicht nachvollziehbar. Das sei nur „ein vorgeschobenes Argument“. „Der Verein Berliner Unterwelten zeigt seit Jahren erfolgreich, wie man sich mit solchen Gebäuden auseinandersetzen kann, ohne sie gleich abzureißen“, erklärt Arnold. Für Berlin sei der Abriss des letzten authentischen Restes der Neuen Reichskanzlei „oberpeinlich“.

Statt den Bunker abzureißen, der sich laut Arnold in einem „Top-Zustand“ befindet, empfiehlt der Unterwelten-Forscher, dort eine Erinnerungsstätte zur Kapitulation zu errichten und den Wohnungsbau auf dem Areal örtlich zu verschieben.

Mehr zum Thema – Wie sowjetische Aufklärung Verteidigungsanlagen von Berlin aufdeckte

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