UEFA droht FIFA mit WM-Boykott – Rufe nach Infantinos Rücktritt werden lauter

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Die 55 europäischen Verbände stellen sich geschlossen gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino. Sollte er Anteile an den kommerziellen Rechten der Weltmeisterschaft an private Investoren verkaufen, boykottieren sie künftige WM-Turniere, darunter die Männer-WM 2030 in Spanien, Portugal und Marokko sowie die Frauen-WM 2027 in Brasilien.

Am Donnerstagnachmittag fassten die UEFA-Mitglieder in einer Krisensitzung diesen einstimmigen Beschluss. Ein offizielles Statement aus Nyon gab es am Donnerstagabend noch nicht. Die Informationen stützen sich auf Quellen aus der Online-Konferenz.

Auslöser ist Infantinos Plan, über die neue Tochterfirma „FIFA Forward Enterprise“ die Vermarktungsrechte der Männer- und Frauen-Weltmeisterschaft sowie der Klub-WM zu bündeln.

Private Investoren, darunter auch die Familie von Donald Trump, sollen rund 20 Prozent der Anteile erwerben können. Der Weltverband rechnet mit Einnahmen von bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar und will im Gegenzug die Zahlungen an die 211 Mitgliedsverbände deutlich erhöhen. Die Mehrheit und die volle Kontrolle über sportliche Entscheidungen behält die FIFA. Bis zum 19. September müssen die Verbände Position beziehen.

Für die UEFA ist das ein klarer Tabubruch. Fußball sei kein Produkt und stehe nicht zum Verkauf, hatte der europäische Verband bereits in den Tagen vor der Sitzung ungewöhnlich deutlich protestiert. Niemand habe das Recht, die Seele des Sports an Investoren zu veräußern. Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Hans-Joachim Watzke lehnten den Plan klar ab und sprachen von einem „Angriff auf den Fußball“.

Würde der Boykott greifen, blieben Nationalmannschaften wie Spanien, England, Frankreich, Deutschland und Italien den Turnieren fern – ein Szenario, das den sportlichen und wirtschaftlichen Wert der WM massiv treffen würde. Während Infantino von einer „einmaligen Chance“ für den Weltfußball spricht, sehen die Europäer darin den Einstieg externer Geldgeber in die FIFA-Strukturen und eine weitere Kommerzialisierung.

Andere Kontinentalverbände reagieren bisher zurückhaltender. Europa steht geschlossen da. Die Eskalation erhöht den Druck auf Infantino – und die Stimmen, die seinen Rücktritt fordern, werden lauter.

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