Wie Trump versuchte, den Chef der iranischen Revolutionsgarde zu bestechen

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Von Pepe Escobar

Eine Quelle von Transition Procol*, wie wir hier live enthüllten, ist unmissverständlich: Der Präsident der USA – obwohl er den Krieg gegen den Iran unzählige Male „gewonnen“ hat, zumindest was das laute Geschrei angeht – unternahm einen groß angelegten Versuch, den Befehlshaber der Revolutionsgarde (IRGC), General Ahmad Vahidi, und hochrangige iranische Militärführer durch enorme finanzielle Anreize dazu zu bringen, mit der Regierung in Teheran zu brechen.

Hier haben wir also POTUS (**), der die gute alte Teile-und-Herrsche-Taktik anwendet – die die Briten vom Römischen Reich gelernt haben –, um die IRGC von innen heraus zu spalten.

Dies war nicht nur ein rein sondierender diplomatischer Kontakt. Trump wollte nicht einfach nur herausfinden, ob Vahidi US-iranische Verhandlungen unterstützte. Laut unserer Quelle – die sich im engen inneren Kreis vom Obersten Führer Mojtaba Khamenei befindet – war dies eine umfassende Operation zur Unterwanderung der Führung gemäß dem venezolanischen Drehbuch, um den iranischen Staat zu spalten. Der Versuch schlug kläglich fehl.Denn Ahmad Vahidi lehnte ihn voll und ganz ab.

Die Trump-Administration hatte bereits im Mai 2026 über Nechirvan Barzani, den Präsidenten der Region Kurdistan im Irak, einen mehr oder weniger direkten Kanal zu Vahidi geschaffen. Die damalige Leiterin der Nationalen Nachrichtendienste, Tulsi Gabbard, kontaktierte Barzani – voll autorisiert durch Trump und Vizepräsident JD Vance –, und anschließend wurde über Erbil im irakischen Kurdistan eine verschlüsselte Verbindung zu Vahidi hergestellt.

Fast drei Monate lang ruhte der Kanal – oder lag im Koma. Doch dann versuchte Trump, den Kanal zu einer faktischen Spaltung der iranischen Führung zu nutzen. Dabei wandte er den konzeptionellen Präzedenzfall aus Venezuela an: das zentrale Kommando isolieren; dessen unmittelbare Umgebung für „Kooperation“ großzügig bestechen; und die internen Voraussetzungen für eine Enthauptung des Regierungssystems schaffen.

Die Quelle beschreibt, dass über Vahidi „Milliarden von Dollar“ als Anreize für mehrere Mitglieder der obersten IRGC-Führung angeboten wurden. All dies geschah, während Trump im extremen Brüll-Modus war, Teheran bedrohte und von seiner „Kontrolle“ über die Straße von Hormus phantasierte.

Bislang wurde nichts davon von unabhängiger Seite öffentlich bestätigt. Und wahrscheinlich wird es das auch nicht. Aber das bedeutet nicht, dass die Quelle nicht glaubwürdig ist.

Die Quelle ist Teil des engen inneren Kreises von Mojtaba, hat alles direkt von Vahidi gehört und war später uneingeschränkt autorisiert, die äußerst sensiblen Informationen den pakistanischen Vermittlern offenzulegen, insbesondere Feldmarschall Asim Munir, den Trump praktisch jeden Tag anruft und um „Hilfe“ bittet, die Iraner wieder an den Verhandlungstisch zu bringen (während in Wirklichkeit er den Verhandlungstisch in die Luft gejagt hat).

Ich besteche, also bin ich

Vahidi ist keine Randfigur des Militärs. Ganz im Gegenteil: Er ist der Kommandeur der IRGC – dem institutionellen Zentrum der iranischen harten Macht. Die Trump-Regierung wollte Zugang zur obersten Ebene der IRGC selbst. Doch sie haben auf den falschen Mann gesetzt.

Der aktuell zweitwichtigste Mann im Iran, der alles überblickt, einschließlich der wichtigsten Entscheidungen der IRGC, ist Mohsen Rezaee: der neue Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats (SNSC) und persönlicher Vertreter des Obersten Führers Mojtaba Khamenei.

Mohsen Rezaee ist ein ehemaliger IRGC-Kommandeur, und seine Führungsrolle ist unangefochten – wie das Vertrauen beweist, das der Oberste Führer in ihn setzt.

Der übergeordnete Rahmen, der seine Entscheidungen – und die von Menschen wie Vahidi – leitet, ist das schiitische Verständnis von moralischer Pflicht, Ethik, Aufopferungsbereitschaft und dem Geist des souveränen Widerstands – Werte, die einem Imperium der Betrüger völlig fremd sind.

Es ist kein Wunder, dass ein krasser Neo-Crassus in War-a-Lago/Washington tatsächlich glaubte, ein kampferprobter Militärführer – und die Leute um ihn herum – könnten das Schicksal eines Zivilisationsstaates für ein bloßes Bestechungsgeld verkaufen und dazu verleitet werden, überzulaufen, sich abzuwenden oder einen Regime Change zu ermöglichen.

Die gleiche Methode wie in Venezuela anzuwenden, bedeutet, dass die Trump-Regierung tatsächlich glaubte, sie ließe sich auf den Kontext des schiitischen Iran übertragen. Das beweist einmal mehr ein erstaunliches Maß an kultureller Dummheit.

Die Methodik mag bei korrupten lateinamerikanischen politischen/militärischen Eliten funktionieren: Die Geschichte sagt uns, dass dies schon so oft geschehen ist.

Aber zu glauben, man könne der IRGC – die weit davon entfernt ist, ein loses politisches Gefolge um einen verwundbaren Präsidentenpalast zu sein – Schutz, politisches Überleben, eine Menge Geld und/oder einen künftigen Anteil an der Beute anbieten, zeigt deutlich, dass das „Imperium der Betrüger“ keine Ahnung vom institutionellen Zusammenhalt des iranischen Sicherheitsstaates hat. Überall im Globalen Süden wird dies als das angesehen werden, was es ist: eine weitere Episode von Neo-Crassus‘ „Kunst des Deals“.

Ergänzend dazu eine weitere aktuelle Episode, in der der Capo mit der Demokratischen Volksrepublik Korea liebäugelt und dann Südkorea – „Ich habe um zehn Milliarden Dollar gebeten“ – um Schutzgeld ersucht. Das ist der Pizzo. Nicht zu verwechseln mit Pizza. Pizzo ist sizilianische Umgangssprache für Erpressungsgeld.

Mafia, Piraterie, Bestechung, Erpressung: Wir erleben ein flexibles Imperium in Aktion.

Aus dem Englischen übersetzt von Olga Espín

* Transition Procol ist eine Internetplattform für geopolitische Analysen, die sich u.a. mit Entdollarisierung, BRICS-Staaten, internationalen Beziehungen und der sich abzeichnenden multipolaren Welt befasst

** POTUS: Kurzwort aus dem Regierungs- und Nachrichtendienstgebrauch für den US-Präsidenten (Akronym von „President of the United States“)

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