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Alter Zeitungsausschnitt zeigt: Wie der Westen Osama bin Laden einst als Verbündeten porträtierte

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Vom „Freiheitskämpfer“ zum Staatsfeind Nr. 1 – wie der Westen seine eigenen Verbündeten schuf

Als Robert Fisk Osama bin Laden im Dezember 1993 im Sudan traf, war der spätere Al-Qaida-Chef im Westen noch nicht das Symbol des globalen Terrorismus. Der britische Journalist beschrieb einen saudischen Unternehmer, der Straßen baute und von ehemaligen Mudschaheddin umgeben war, die wenige Jahre zuvor gegen die Sowjetunion in Afghanistan gekämpft hatten. Bin Laden sprach über Infrastrukturprojekte, Landwirtschaft und den Krieg gegen die Rote Armee. Gleichzeitig berichtete Fisk, dass westliche Botschaften bereits vermuteten, einige seiner Kämpfer würden sich auf neue Dschihads in Algerien, Ägypten und anderen Ländern vorbereiten. (The Independent)

Der historische Hintergrund ist gut dokumentiert: Während des sowjetisch-afghanischen Krieges unterstützten die USA gemeinsam mit Pakistan und Saudi-Arabien die afghanischen Mudschaheddin im Rahmen der Operation Cyclone mit Milliardenbeträgen. Ziel war es, Moskau in Afghanistan in einen kostspieligen Stellvertreterkrieg zu verwickeln. Der damalige Sicherheitsberater Zbigniew Brzeziński verteidigte diese Strategie später mit der Begründung, sie habe zum Zusammenbruch der Sowjetunion beigetragen.

Aus diesem Umfeld gingen jedoch zahlreiche militante Netzwerke hervor, die sich später gegen ihre früheren Unterstützer richteten. Dieses Phänomen wird in der Politikwissenschaft häufig als „Blowback“ bezeichnet – die unbeabsichtigten Folgen geheimer oder indirekter Außenpolitik. Die Kämpfer, die einst als Verbündete im Kampf gegen die Sowjetunion galten, wurden in den folgenden Jahren zu Gegnern westlicher Staaten.

Das Interview von 1993 wirkt deshalb heute wie eine historische Momentaufnahme. Es zeigt einen Mann, der im Sudan Straßen baut und von Dorfbewohnern gefeiert wird, obwohl sich die Vorwürfe über neue militante Netzwerke bereits verdichten. Wenige Jahre später stand derselbe Osama bin Laden an der Spitze von Al-Qaida und wurde zum meistgesuchten Terroristen der Welt. Gefördert von den USA

Die Geschichte wirft bis heute eine grundsätzliche Frage auf: Wie oft schaffen Staaten im Zuge geopolitischer Machtkämpfe Akteure, die ihnen später selbst zum Problem werden? Die Unterstützung kurzfristig nützlicher Verbündeter kann langfristige Folgen haben, die weit über den ursprünglichen Konflikt hinausreichen. Diese Dynamik wird von Historikern und Politikwissenschaftlern immer wieder als Beispiel dafür angeführt, wie kurzfristige strategische Interessen langfristige Sicherheitsrisiken erzeugen können.

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