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Jetzt meldet sich auch der amerikanische Geheimdienstapparat zum Krieg der USA und Israels gegen den Iran – und seine Einschätzung fällt für Donald Trump verheerend aus.
Eine neue, hauptsächlich von der CIA verfasste Geheimdienstanalyse kommt laut der Washington Post zu dem Ergebnis, dass die immer umfangreicheren US-Angriffe den Iran wahrscheinlich weder zur Kapitulation noch zu entscheidenden politischen Zugeständnissen zwingen werden. Washington und Teheran seien vielmehr in einem zeitlich unbegrenzten Schwebezustand zwischen Krieg und Frieden gefangen. (The Washington Post)
Damit widerspricht die CIA indirekt der zentralen Strategie des Weißen Hauses: Iran so lange zu bombardieren, bis die Führung in Teheran nachgibt. Genau das werde voraussichtlich nicht geschehen.
Die Regierung Trump scheint davon auszugehen, dass immer härtere Angriffe automatisch zu mehr Verhandlungsbereitschaft führen. Doch die Geheimdienstanalyse zeichnet ein völlig anderes Bild.
Der Iran habe trotz des Verlustes führender Funktionäre, militärischer Einrichtungen und großer Teile seiner Ausrüstung weiterhin genügend Stabilität und Durchhaltevermögen, um den Krieg fortzusetzen. Bereits eine frühere CIA-Bewertung soll ergeben haben, dass Teheran eine amerikanische Seeblockade mindestens drei bis vier Monate überstehen könnte, bevor schwerwiegendere wirtschaftliche Engpässe eintreten.
Das bedeutet: Die USA können Iran weiter zerstören, aber sie können offenbar nicht erzwingen, dass sich das Land den Bedingungen Washingtons unterwirft.
Militärische Überlegenheit wird damit nicht zu politischem Erfolg, sondern zu einem immer teureren und gefährlicheren Abnutzungskrieg.
ZeroHedge schreibt deshalb davon, dass sich die CIA über eine gezielte Medienweitergabe von Trumps Iran-Krieg distanziere.
Offiziell hat die CIA keine öffentliche Erklärung gegen Trump abgegeben. Der Dienst lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Doch die Botschaft der durchgesickerten Analyse ist kaum misszuverstehen: Der derzeitige Kriegskurs führt nach Einschätzung der eigenen Geheimdienste nicht zum erklärten Ziel.
Der Leak wirkt deshalb wie eine politische und institutionelle Absicherung.
Sollte der Krieg weiter eskalieren und in einem Desaster enden, kann der Geheimdienstapparat später darauf verweisen, dass er das Weiße Haus gewarnt habe. Die Verantwortung läge dann nicht bei den Analysten, sondern bei den politischen Entscheidungsträgern, die trotz dieser Warnungen weitermachten.
Besonders brisant ist die Einschätzung, dass die USA und der Iran auf absehbare Zeit zwischen Krieg und Diplomatie feststecken könnten.
Angriffe werden mit Gegenangriffen beantwortet. Danach folgen Vermittlungsversuche, kurze Ruhephasen und schließlich neue Bombardierungen. Genau dieses Muster erwarten ehemalige US-Geheimdienstvertreter auch für die Zukunft: Eskalation, Beruhigung und erneute Eskalation.
Das ist kein Plan für einen Sieg. Es ist ein Rezept für einen Dauerkrieg.
Die Washington Post spricht offen von einer Pattsituation. Gleichzeitig wird der Krieg in den USA immer unpopulärer. Eine weitere Eskalation – bis hin zum Einsatz von Bodentruppen – wäre für Trump politisch hochriskant und böte dennoch keine Garantie für einen militärischen oder politischen Erfolg.
Trump und Netanjahu präsentieren den Krieg als eine Demonstration westlicher Stärke. Doch hinter den öffentlichen Erfolgsmeldungen wächst offenbar die Sorge, dass Washington zwar Ziele bombardieren, aber den Verlauf des Krieges nicht kontrollieren kann.
Iran ist geschwächt, aber nicht besiegt. Das politische System steht unter Druck, aber es ist nicht zusammengebrochen.
Teheran signalisiert Gesprächsbereitschaft, verweigert aber weiterhin die geforderten Zugeständnisse. Gleichzeitig behauptet Washington regelmäßig, Iran habe amerikanischen Forderungen bereits zugestimmt – nur damit Teheran anschließend erklärt, es gebe keine entsprechende Vereinbarung.
Die Propaganda spricht von Fortschritten. Die CIA spricht von einer Sackgasse.
Während Washington weiter bombardiert, greift der Konflikt bereits auf die gesamte Region über. Iranische Angriffe richten sich gegen amerikanische und verbündete Ziele. Kuwait und Bahrain meldeten abgefangene Luftangriffe. Gleichzeitig drohten die Huthis mit einem Embargo gegen Saudi-Arabien und damit mit einer weiteren Eskalation am strategisch wichtigen Bab al-Mandab. (The Washington Post)
Damit wächst das Risiko, dass aus dem Krieg gegen Iran ein regionaler Flächenbrand wird, der Öltransporte, Schifffahrtswege und die gesamte Weltwirtschaft trifft.
Und all das, obwohl die eigenen US-Geheimdienste inzwischen bezweifeln, dass die Bombardierungen überhaupt das gewünschte politische Ergebnis erreichen können.
Die CIA-Einschätzung ist deshalb mehr als nur ein Geheimdienstbericht. Sie ist eine vernichtende Beurteilung der gesamten Kriegsstrategie.
Die USA besitzen die militärische Macht, iranische Städte, Infrastruktur und militärische Einrichtungen weiter anzugreifen. Doch sie haben offenbar keinen realistischen Plan, wie daraus ein stabiler Frieden oder ein politischer Sieg entstehen soll.
Trump und Netanjahu haben einen Krieg begonnen, dessen Ende sie nicht kontrollieren können.
Jetzt warnt sogar die CIA: Mehr Bomben werden Iran wahrscheinlich nicht zur Aufgabe zwingen. Sie könnten lediglich mehr Zerstörung, mehr Vergeltung und einen noch längeren Krieg hervorbringen.
Die Frage lautet damit nicht mehr, ob die USA weitere Ziele treffen können. Die entscheidende Frage lautet: Wie lange soll dieser Krieg weitergehen, wenn selbst Washingtons eigene Geheimdienste nicht mehr an seine Strategie glauben.