Iran ist nicht länger an das MoU gebunden und passt seine Taktik an

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Larry C. Johnson

Die Ankündigung Irans, das MoU für beendet zu erklären, wurde unmittelbar von einer deutlichen Änderung der iranischen Militärtaktik begleitet. Am Dienstag erklärte Irans stellvertretender Außenminister Kazem Gharibabadi:

„Die USA haben das Memorandum of Understanding nicht lediglich verletzt. Mit der heutigen nächtlichen Aktion (Seeblockade) wurde das MoU vollständig zunichtegemacht.

Iran ist nicht länger an das MoU gebunden.“

Bis heute hatte sich Iran nach eigenen Angaben gewissenhaft an das MoU gehalten. Es griff keine US-Ziele an, bevor es selbst angegriffen wurde. Mit anderen Worten: Iran reagierte auf US-Angriffe. Darüber hinaus stellte die Hisbollah – ein Verbündeter Irans – entsprechend dem ersten Absatz des MoU ihre Angriffe auf Israel ein.

Nun, da das MoU nicht mehr als gültig betrachtet wird, rechne ich damit, dass wir eine Zunahme der Hisbollah-Angriffe auf israelische Stellungen im Südlibanon erleben werden.

Iran seinerseits wartete am Dienstag nicht auf einen US-Angriff. Stattdessen begann es selbst mit Angriffen auf US-Ziele in Bahrain, Kuwait und Jordanien.

Zwei Tanker aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Mombasa und Al Bahiyah, wurden in der südlichen Fahrrinne der Straße von Hormus innerhalb omanischer Hoheitsgewässer von zwei iranischen Marschflugkörpern getroffen.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums der VAE wurde ein Besatzungsmitglied – ein indischer Staatsangehöriger an Bord der Mombasa – getötet. Acht weitere Personen wurden verletzt, davon vier schwer. Unter den Verletzten befinden sich sechs Inder und zwei Ukrainer. Auf beiden Schiffen brachen Brände aus, die unter Kontrolle gebracht wurden. Beide Tanker erlitten Sachschäden.

Die Revolutionsgarden (IRGC) hatten die Straße von Hormus bereits am frühen Sonntag, dem 12. Juli, „bis auf Weiteres“ für geschlossen erklärt und gewarnt, dass kein Schiff die Meerenge passieren dürfe.

Die beiden Tanker wurden als „Verletzer“ der Anordnung bezeichnet. Nach Angaben der IRGC hätten sie ihre Navigationssysteme abgeschaltet, Warnungen des „Sicherheitskontrollzentrums der Straße von Hormus“ ignoriert und seien von der vorgeschriebenen Route abgewichen.

Weiter behauptete die IRGC, das US-Militär habe versucht, Schiffe auf eine „illegale Route“ zu lenken. Die beiden Tanker seien außer Gefecht gesetzt worden, nachdem sie sich entschieden hätten, eine verminte Route zu befahren. Gleichzeitig warnte die IRGC, dass jede Nutzung nicht genehmigter Routen „nichts als Bedauern“, eine Verzögerung der Wiederöffnung der Straße von Hormus sowie eine globale Energiekrise zur Folge haben werde.

Iran griff vier Hauptziele an:

Bahrain (Hauptquartier der 5. US-Flotte) – Am frühen Dienstagmorgen heulten Raketenalarmsirenen. Nabeel Alhamer, Medienberater des Königs, erklärte, die bahrainische Luftverteidigung habe iranische Luftangriffe abgefangen und zerstört.

Videoaufnahmen vermitteln jedoch ein anderes Bild. Nach Angaben der IRGC wurden das Patriot-Radar, das Luftüberwachungsradar der 5. Flotte, das C-RAM-Frühwarnradar sowie ein Satellitenkommunikationszentrum und Waffenlager in Juffair zerstört. Bestätigte Opfer wurden bislang nicht gemeldet.

Kuwait – Das iranische Staatsfernsehen erklärte, die Armee habe US-Einrichtungen und Ausrüstung mit Drohnen angegriffen.

In der vierten Welle der Operation Nasr habe Iran mit zwei Drohnen ein Lager der Kuwait and Gulf Link Holding Company (KGL) in Mina Abdullah vollständig zerstört. KGL gilt als wichtigstes Unterstützungszentrum der US-Armee in Westasien.

Jordanien – Die IRGC bestätigten über die Nachrichtenagentur Fars, am Dienstag einen US-Luftwaffenstützpunkt mit ballistischen Raketen angegriffen zu haben. Gleichzeitig riefen sie die jordanische Bevölkerung dazu auf, die amerikanischen Militärbasen im Land zu schließen.

Jordanien erklärte, vier iranische Raketen abgefangen zu haben. Videoaufnahmen zeigen jedoch mindestens vier Einschläge am Boden.

See- und Luftoperationen – Das iranische Staatsfernsehen berichtete, die Armee habe ein „feindliches“ US-Schiff mit Marschflugkörpern angegriffen. Zudem meldeten iranische Medien, die IRGC hätten über der Straße von Hormus eine US-Drohne vom Typ MQ-1 abgeschossen.

Sollten die US-Angriffe andauern, drohen die Revolutionsgarden außerdem mit der Schließung der Straße von Bab al-Mandab:

„Die IRGC warnen, dass der Gegner, nachdem die Öl- und Gasexportwege durch die Straße von Hormus bereits geschlossen wurden, nun damit rechnen müsse, dass weitere Energiekorridore – über die Straße von Hormus hinaus – geschlossen werden. Ziel seien Transportrouten, die den Interessen der USA und ihrer Verbündeten dienen.“

Erinnern Sie sich an meine früheren Berichte, wonach die sogenannten CATS (Crisis Action Teams) deaktiviert worden waren?

Nun, zumindest CENTCOM arbeitet inzwischen wieder rund um die Uhr. Das bedeutet, dass die US-Angriffe voraussichtlich noch mehrere Tage andauern werden und Iran seinerseits weiterhin US-Stützpunkte in der gesamten Region angreifen wird, die an diesen Angriffen beteiligt sind.

Bislang haben die USA ihre Angriffe auf die iranische Westküste entlang des Persischen Golfs beschränkt. Trump kündigte heute jedoch an, künftig auch Brücken und Kraftwerke im Landesinneren Irans angreifen zu wollen.

Sollte dies geschehen, dürfte Iran nach meiner Einschätzung die Energieversorgungssysteme der Golfstaaten ins Visier nehmen, die die US-Angriffe unterstützen.

Es sieht so aus, als würde der Juli äußerst heiß werden.

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