Künstliche Süßstoffe: Was Light-Limonaden mit dem Gehirn machen könnten

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Light-Getränke gelten seit Jahrzehnten als kalorienarme Alternative zu zuckerhaltigen Softdrinks. Doch immer mehr Studien werfen die Frage auf, ob künstliche Süßstoffe langfristig unerwünschte Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnten – insbesondere auf das Gehirn.

Studie: Höheres Demenzrisiko bei regelmäßigem Konsum

Forscher der Universität Miami berichten, dass Menschen, die täglich mehr als ein Light-Erfrischungsgetränk konsumieren, in ihrer Untersuchung ein mehr als vierfach erhöhtes Risiko aufwiesen, später an Demenz zu erkranken, verglichen mit Personen, die solche Getränke selten oder gar nicht tranken. Zudem war jedes zusätzliche Light-Getränk pro Tag mit einem um rund 39 Prozent höheren statistischen Risiko verbunden.

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Die Studienautorin Hannah Gardener betont jedoch, dass bislang nicht geklärt ist, welche Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sein könnten. Die Ergebnisse zeigen einen statistischen Zusammenhang, beweisen jedoch keine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung. Dennoch sehen die Forscher weiteren Untersuchungsbedarf.

Künstliche Süßstoffe im Fokus

Aspartam, Sucralose, Saccharin und Acesulfam gehören zu den am häufigsten verwendeten künstlichen Süßstoffen. Sie sind um ein Vielfaches süßer als Zucker und enthalten kaum Kalorien. Dass sie kalorienarm sind, bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sie ohne biologische Auswirkungen bleiben.

Die Ernährungswissenschaftlerin Mpho Tshukudu verweist darauf, dass künstliche Süßstoffe die Zusammensetzung des Darmmikrobioms verändern und möglicherweise zur Entwicklung einer Insulinresistenz beitragen könnten. Da Darm und Gehirn über die sogenannte Darm-Hirn-Achse miteinander verbunden sind, könnten Veränderungen im Darm auch Auswirkungen auf Entzündungsprozesse und die Gehirnfunktion haben.

Hinweise auf schnelleren kognitiven Abbau

Eine weitere Studie ergab, dass regelmäßiger Konsum künstlich gesüßter Getränke über einen Zeitraum von acht Jahren mit einem messbar schnelleren Rückgang von Gedächtnis- und Denkleistungen verbunden war. Auch hier handelt es sich um einen statistischen Zusammenhang, der weitere Forschung erforderlich macht.

Kritik an der Vermarktung von Light-Produkten

Über viele Jahre wurden Light- und Zero-Getränke als gesündere Alternative zu zuckerhaltigen Softdrinks beworben. Kritiker bemängeln, dass die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen künstlicher Süßstoffe lange Zeit nur unzureichend untersucht wurden, während die Getränkeindustrie ihre Produkte offensiv vermarktete.

Zwar bewerten zahlreiche Aufsichtsbehörden künstliche Süßstoffe innerhalb der zulässigen Aufnahmemengen weiterhin als sicher, gleichzeitig wächst jedoch die Zahl wissenschaftlicher Arbeiten, die mögliche Langzeitfolgen untersuchen und neue Fragen aufwerfen.

Welche Alternativen gibt es?

Die ganzheitliche Ernährungsberaterin Jaz Robbins empfiehlt als Alternative vor allem Wasser – auf Wunsch mit Kohlensäure. Wer mehr Geschmack möchte, könne Zitrone, Gurke oder Beeren hinzufügen. Auch Kokoswasser könne eine Option sein, enthalte allerdings natürlichen Zucker und sollte daher in Maßen konsumiert werden.

Die aktuelle Studienlage zeigt, dass künstlich gesüßte Getränke weiterhin intensiv erforscht werden. Während die bestehenden Untersuchungen statistische Zusammenhänge zwischen regelmäßigem Konsum und gesundheitlichen Risiken nahelegen, bleibt die Frage nach den biologischen Ursachen Gegenstand weiterer wissenschaftlicher Forschung.

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