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Der mögliche Zusammenhang zwischen mRNA-Impfstoffen und Krebs stand vergangenen Monat im Mittelpunkt einer vielbeachteten Anhörung im US-Senat. Mehrere renommierte Ärzte und Wissenschaftler schilderten dort ihre Beobachtungen aus der klinischen Praxis und stellten wissenschaftliche Arbeiten vor, die aus ihrer Sicht auf ernsthafte Risiken hinweisen.
Der Tenor der Anhörung war deutlich: Die beteiligten Experten sehen erheblichen Forschungs- und Aufklärungsbedarf und kritisieren, dass mögliche Zusammenhänge bislang nicht ausreichend untersucht würden.
Professor Angus Dalgleish von der St George’s, University of London, erklärte vor dem Ausschuss, er habe zahlreiche Patienten behandelt, die nach einer mRNA-Impfung plötzlich an Krebs erkrankten oder bei denen eine bestehende Krebserkrankung unerwartet aggressiv zurückkehrte.
Dalgleish sagte, außerhalb des Zusammenhangs mit den Impfungen hätte er viele dieser Fälle als medizinisch kaum erklärbar eingestuft. Deshalb habe er „keinerlei Zweifel“, dass die Impfstoffe bei diesen Patienten eine wesentliche Rolle gespielt hätten.
Besonders auffällig sei gewesen, dass sich bei mehreren Patienten der Gesundheitszustand kurz nach einer Auffrischungsimpfung verschlechterte oder die Krebserkrankung erneut ausbrach. Dieses Muster habe er nach eigenen Angaben wiederholt beobachtet.
Dr. Wafik El-Deiry, Direktor des Krebszentrums der Brown University, erläuterte während der Anhörung einen möglichen biologischen Mechanismus.
Nach seinen Forschungen könne das Spike-Protein – sowohl nach einer COVID-19-Infektion als auch nach einer Impfung – Gene unterdrücken, die normalerweise an der Tumorabwehr beteiligt sind.
Gemeinsam mit einem Kollegen veröffentlichte El-Deiry im Januar eine Übersichtsarbeit, in der zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen zusammengetragen wurden, die das Auftreten verschiedener Krebsarten kurz nach einer Impfung oder Infektion beschreiben.
Nach Auffassung El-Deirys handelt es sich dabei nicht mehr nur um Einzelfälle oder Anekdoten, sondern um eine wachsende wissenschaftliche Literatur, die aus seiner Sicht ernsthafte Fragen zur langfristigen Sicherheit der Impfstoffe aufwirft.
Der britische Kardiologe Dr. Aseem Malhotra ging in seiner Bewertung noch weiter.
Nach Auswertung der verfügbaren wissenschaftlichen Literatur kam er zu dem Schluss, dass die mRNA-Impfstoffe schädlicher sein könnten als ein schwerer COVID-19-Verlauf selbst.
Seiner Einschätzung nach könnten weltweit Millionen Menschen durch die Impfungen einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs ausgesetzt worden sein.
Malhotra verwies dabei auf veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten, mit denen er seine Einschätzung begründete.
Nicht alle Teilnehmer der Anhörung teilten diese Einschätzungen.
Der demokratische Senator Richard Blumenthal verwies auf das National Cancer Institute, das nach eigener Darstellung keine Belege für einen Zusammenhang zwischen den Impfstoffen und Krebs sieht.
Auch Dr. Julie Gralow von der American Society of Clinical Oncology erklärte, dass Krebsdiagnosen kurz nach einer Impfung nicht automatisch bedeuteten, dass die Impfung die Ursache sei. Viele Tumorerkrankungen entwickelten sich über Jahre hinweg unbemerkt und würden häufig erst zufällig entdeckt.
Kritiker entgegnen allerdings, genau mit diesem Argument seien in der Vergangenheit auch andere vermutete Arzneimittelnebenwirkungen lange Zeit zurückgewiesen worden.
Die Impfstoffhersteller Pfizer und Moderna reagierten auf Anfragen nach einer Stellungnahme nicht.
Bereits zuvor hatte der wissenschaftliche Beraterkreis der US-Seuchenschutzbehörde CDC empfohlen, die Impfempfehlungen einzuschränken, weil aus seiner Sicht Sicherheitsfragen noch nicht ausreichend geklärt seien.
Die CDC passte ihre Empfehlungen daraufhin an. Diese Änderungen wurden jedoch durch einen Bundesrichter vorläufig blockiert. Das Berufungsverfahren läuft derzeit noch.
Kritiker sehen darin ein bemerkenswertes Signal: Selbst Empfehlungen des wissenschaftlichen Beratungsgremiums der CDC könnten durch gerichtliche Entscheidungen ausgebremst werden.
Der republikanische Senator Ron Johnson, der die Anhörung organisiert hatte, erklärte abschließend, man müsse nicht auf endgültige wissenschaftliche Beweise warten, bevor mögliche Gesundheitsrisiken öffentlich diskutiert und die Bevölkerung gewarnt werde.
Nach seiner Auffassung gelte dieser Vorsorgegrundsatz grundsätzlich für jede potenzielle Gesundheitsgefahr – nur bei den COVID-19-Impfstoffen werde offenbar ein anderer Maßstab angelegt.
Die Anhörung macht deutlich, dass die Debatte über mögliche Langzeitfolgen der mRNA-Impfstoffe in den USA weiter an Dynamik gewinnt. Während Kritiker umfassendere Untersuchungen fordern, halten staatliche Behörden und große medizinische Fachgesellschaften bislang an ihrer Einschätzung fest, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen mRNA-Impfstoffen und Krebs bisher nicht nachgewiesen sei.