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Jahrelang wurde der Bevölkerung die Formel „sicher und wirksam“ als zentrale Botschaft der Covid-Impfkampagne präsentiert. Nun veröffentlichen die US-Senatoren Ron Johnson und Rand Paul interne Nachrichten aus Anthony Faucis Diensthandy sowie eine E-Mail der damaligen amtierenden FDA-Chefin Janet Woodcock. Die Dokumente zeigen etwas, das rückblickend erhebliche Fragen aufwirft: Während öffentlich für die Impfungen geworben wurde, diskutierten führende US-Gesundheitsbeamte intern über fehlende Daten bei Schwangeren, ein theoretisches Fehlgeburtsrisiko und schwer einzuordnende Nebenwirkungen, bei denen sich Betroffene nicht ernst genommen fühlten.
THERE’S MORE: In addition to the texts, @SenRandPaul and I released an email from Dr. Janet Woodcock from May 2021.
Dr. Woodcock emailed Dr. Fauci about personally receiving reports of patients experiencing hard to classify adverse events: “no one takes them seriously, no one… pic.twitter.com/sVG4zrNWtB
— Senator Ron Johnson (@SenRonJohnson) August 16, 2026
Die Unterlagen beweisen nicht, dass Covid-Impfstoffe Fehlgeburten verursacht haben. Sie beweisen jedoch, dass entsprechende Sicherheitsfragen innerhalb der Führung der amerikanischen Gesundheitsbehörden bereits Anfang 2021 diskutiert wurden – und dass die damalige Datenlage keineswegs so eindeutig war, wie die später allgegenwärtige Formel „sicher und wirksam“ vermuten ließ.
Der erste Vorgang spielt sich am 25. Januar 2021 ab.
Vivek Murthy fragte Anthony Fauci und Rochelle Walensky, ob es für Schwangere Daten oder theoretische Gründe gebe, die Impfung eher früh oder spät in der Schwangerschaft durchzuführen.
Walenskys Antwort war bemerkenswert:
„My understanding is that this is all a data free.“
Sinngemäß: Nach ihrem Verständnis gab es dazu überhaupt keine Daten.
Fauci stimmte zunächst zu. Es gebe keine Daten oder theoretischen Gründe für die Annahme, dass eine Impfung zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft vorzuziehen sei.
Doch nur knapp eine Stunde später erhielt Fauci eine Nachricht von Dr. John Mascola, dem damaligen Direktor des Vaccine Research Center des National Institute of Allergy and Infectious Diseases – also Faucis eigener Behörde.
Mascola schrieb:
„I am corrected on pregnancy studies.“
Und anschließend:
„Initial Studies avoid vaccination in first trimester due to possible fever and higher rates of miscarriage in first trimester.“
Auf Deutsch:
„Ich muss mich hinsichtlich der Schwangerschaftsstudien korrigieren. Erste Studien vermeiden Impfungen im ersten Trimester wegen möglichen Fiebers und höherer Fehlgeburtsraten im ersten Trimester.“ Genau diese Nachricht ist auf dem jetzt veröffentlichten Screenshot zu sehen.
Die zeitliche Abfolge ist besonders interessant.
Nach Angaben des Senatsausschusses las Fauci Mascolas Nachricht um 18:42 Uhr.
Nur drei Minuten später schrieb Fauci erneut an Murthy und Walensky.
Diesmal klang seine Einschätzung anders:
„Since many people have significant cytokines storm and fever after the 2nd dose, this theoretically could be associated with miscarriage in the first trimester.“ („Da bei vielen Menschen nach der zweiten Dosis ein starker Zytokinsturm und Fieber auftritt, könnte dies theoretisch mit einer Fehlgeburt im ersten Trimester in Zusammenhang stehen.“ )
Fauci hielt es also nun zumindest theoretisch für möglich, dass starke Immunreaktionen und Fieber nach der zweiten Dosis mit Fehlgeburten im ersten Trimester verbunden sein könnten.
Walensky antwortete:
„Definitely a good point, esp after dose two.“
Also:
„Definitiv ein guter Punkt, besonders nach der zweiten Dosis.“
An Mascola schrieb Fauci lediglich:
„Thanks.“
Damit ist dokumentiert: Innerhalb weniger Stunden diskutierten einige der wichtigsten amerikanischen Gesundheitsbeamten intern darüber, dass bei Impfungen in der Frühschwangerschaft Daten fehlten und zumindest theoretische Sicherheitsbedenken bestanden.
Genau hier beginnt der bislang ungeklärte Teil der Geschichte.
Der Senatsausschuss von Ron Johnson schreibt ausdrücklich, dass derzeit unklar ist, auf welche „initial studies“ Mascola sich bezog.
Ebenso ungeklärt ist, was er mit „I am corrected“ meinte: Hatten Studien bereits höhere Fehlgeburtsraten gezeigt? Oder wurden Frauen im ersten Trimester vorsorglich ausgeschlossen, weil Fehlgeburten in dieser Phase natürlicherweise häufiger auftreten und Fieber theoretisch ein zusätzliches Risiko darstellen könnte?
Das ist ein entscheidender Unterschied.
Johnson und sein Ausschuss wollen Mascola deshalb befragen. Nach Angaben des Senators hat Mascola inzwischen einen Anwalt eingeschaltet.
Denn sie zeigt, wie unsicher die Datenlage intern zu diesem Zeitpunkt noch war.
Und damit endet die Geschichte nicht.
Am 27. Mai 2021 schrieb Janet Woodcock, damals amtierende Leiterin der mächtigen US-Arzneimittelbehörde FDA, eine E-Mail an Fauci und den damaligen NIH-Direktor Francis Collins.
Der Betreff:
„Vaccine adverse events“ – Impfnebenwirkungen.
Woodcock berichtete, sie sei von mehreren Menschen kontaktiert worden, die nach Covid-Impfungen Nebenwirkungen erlebt hätten – und zwar nach allen drei damals verwendeten Impfstoffen.
Viele seien Beschäftigte im Gesundheitswesen gewesen.
Einige kannte Woodcock nach eigener Aussage sogar persönlich.
Die Symptome passten ihrer Einschätzung nach nicht zu einem klar definierten Syndrom und seien mit üblichen Labortests häufig nur schwer zu erfassen.
Dann schrieb die damalige FDA-Chefin einen Satz, der fünf Jahre später besonders schwer wiegt:
„The peoples’ main complaint is that no one takes them seriously, no one knows how to treat them, and there is no effort to study this.“
Auf Deutsch:
„Die Hauptbeschwerde dieser Menschen ist, dass niemand sie ernst nimmt, niemand weiß, wie man sie behandeln soll, und dass keinerlei Anstrengungen unternommen werden, dies zu untersuchen.“
Woodcock ging noch weiter.
Sie warnte davor, dass genau diese Art von Beschwerden möglicherweise nicht einmal von den bestehenden Überwachungssystemen zuverlässig erkannt werden könnte.
Sie erwähnte ausdrücklich VAERS, die aktive Überwachung der CDC und das auf Krankenakten basierende BEST-System der FDA.
Nach ihrer Einschätzung waren die geschilderten Probleme nicht von der Art, die solche Systeme ohne Weiteres erkennen könnten.
Das ist von enormer Bedeutung.
Denn eine der zentralen Antworten auf Kritik an der Impfstoffsicherheit lautete jahrelang, dass die Präparate nach ihrer Zulassung beziehungsweise Notfallgenehmigung kontinuierlich durch mehrere Sicherheitssysteme überwacht würden.
Nun zeigt eine interne E-Mail der damaligen FDA-Spitze: Woodcock selbst hielt es für möglich, dass bestimmte Beschwerden durch genau diese Systeme fallen könnten.
Woodcock wollte die Angelegenheit deshalb wissenschaftlich untersuchen lassen.
Sie schlug ausdrücklich vor, eine Kohorte dieser Patienten zusammenzustellen und systematisch zu untersuchen.
Dafür müsse Geld bereitgestellt und ein Wissenschaftler gefunden werden, der sich für solche „medizinischen Rätsel“ interessiere.
Dann folgt eine weitere bemerkenswerte Passage:
„I doubt the industry would support, for obvious reasons.“
„Ich bezweifle, dass die Industrie dies unterstützen würde – aus offensichtlichen Gründen.“
Und anschließend ihre Warnung:
„if you let a problem fester, then it will come back to bite you later and you are not prepared.“
Sinngemäß:
Wenn man ein Problem schwelen lässt, wird es einen später einholen – und dann ist man nicht vorbereitet.
Das schrieb nicht irgendein Impfkritiker auf Facebook.
Das schrieb die amtierende Leiterin der US Food and Drug Administration an Fauci und Collins.
Am folgenden Tag leitete Fauci Woodcocks Nachricht erneut an Collins weiter.
Seine Formulierung sorgt nun ebenfalls für Diskussionen:
„Janet asks what we think of this? We cannot ignore her.“
Also:
„Janet fragt, was wir davon halten. Wir können sie nicht ignorieren.“
Fauci schlug anschließend vor, die CDC einzubeziehen und Rochelle Walenskys Meinung einzuholen.
Ron Johnson interpretiert diese Formulierung äußerst kritisch und fragt, warum solche internen Bedenken nicht transparenter gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert wurden.
Die Formulierung allein beweist allerdings nicht, dass Fauci Woodcocks Warnung unterdrücken wollte. Im Gegenteil: Sein Vorschlag, die CDC einzubeziehen, zeigt zunächst, dass er eine weitere Beratung anregte.
Die entscheidende Frage ist deshalb: Was geschah danach?
Wurde Woodcocks vorgeschlagene Kohortenstudie durchgeführt? Welche Patienten wurden untersucht? Welche Ergebnisse gab es? Und falls keine solche Untersuchung erfolgte: Warum nicht?
Genau hier liegt die politische Sprengkraft der jetzt veröffentlichten Dokumente.
Wie absolut durfte die Politik 2021 überhaupt von „sicher und wirksam“ sprechen, wenn führende Verantwortliche intern gleichzeitig über fehlende Schwangerschaftsdaten, theoretische Fehlgeburtsrisiken und schwer erfassbare Nebenwirkungen diskutierten?
„Sicher“ bedeutet in seriöser Medizin niemals „vollständig risikofrei“.
Und „wirksam“ beantwortet nicht automatisch die Frage nach dem individuellen Nutzen-Risiko-Verhältnis für jede Altersgruppe, jedes Geschlecht und jede gesundheitliche Situation.
Gerade deshalb wäre eine offene Kommunikation der Unsicherheiten entscheidend gewesen.
Noch problematischer wird diese Frage angesichts der später eingeführten Impfpflichten und Impfmandate.
Wenn Menschen eine medizinische Entscheidung freiwillig und informiert treffen sollen, müssen bekannte Risiken, unbekannte Risiken und bestehende Datenlücken so transparent wie möglich kommuniziert werden. Die jetzt veröffentlichten Dokumente zeigen, dass solche Unsicherheiten innerhalb der Behörden tatsächlich diskutiert wurden.
Sie widerlegen eine nachträglich schwer aufrechtzuerhaltende Vorstellung: dass Anfang 2021 bereits alle entscheidenden Sicherheitsfragen abschließend beantwortet gewesen seien. Das waren sie offensichtlich nicht.
Ron Johnson und Rand Paul verfügen inzwischen über Tausende Nachrichten von Faucis Diensttelefon und weitere interne Behördenunterlagen. Die beiden Senatoren verlangen Aufklärung darüber, was die Verantwortlichen wussten, wann sie es wussten und wie diese Informationen anschließend behandelt wurden.
Genau das ist jetzt notwendig.
Nicht weil jede interne Sorge automatisch beweist, dass eine Katastrophe vertuscht wurde.
Sondern weil Millionen Menschen Entscheidungen auf Grundlage dessen trafen, was Behörden, Politiker und Medien ihnen über Nutzen und Risiken dieser Produkte sagten. Wenn intern wesentlich vorsichtiger gesprochen wurde als öffentlich, gehört diese Diskrepanz aufgeklärt.
Die Dokumente vom Januar und Mai 2021 liefern dafür zwei bemerkenswerte Beispiele.
Intern hieß es: keine Daten, theoretisches Fehlgeburtsrisiko, schwer erfassbare Nebenwirkungen, Patienten würden nicht ernst genommen und das Problem müsse untersucht werden.
Die Öffentlichkeit hörte dagegen immer wieder eine wesentlich einfachere Botschaft:
„Sicher und wirksam.“
Nach diesen Veröffentlichungen muss gefragt werden, ob diese Gewissheit der damaligen tatsächlichen Datenlage wirklich gerecht wurde – und wer entschied, welche Unsicherheiten die Öffentlichkeit erfahren sollte und welche nicht.