Der Wirtschaftspodcast: Autohändler Weller: „Das Elektroauto stoppt keiner mehr“

Burkhard Weller leitet eine der größten Autohandelsgruppen Deutschlands. Im Podcast erklärt er, warum chinesische Marken so erfolgreich sind – und weshalb das Rennen ums Elektroauto für ihn entschieden ist

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Burkhard Weller leitet eine der größten Autohandelsgruppen Deutschlands. Im Podcast erklärt er, warum chinesische Marken so erfolgreich sind – und weshalb das Rennen ums Elektroauto für ihn entschieden ist

Herr Weller, ist 2026 nur ein schlechtes Jahr für die deutschen Autohersteller – oder auch für den Autohandel?
Für die Industrie ist es sicher ein schlechtes Jahr. Für den Handel ist es ein anstrengendes. Wir haben Ausnahmejahre hinter uns, in denen alle Handelshäuser und Gruppen Fett angesetzt haben. Und das muss wieder abtrainiert werden. Das ist nichts Dramatisches, aber es bedeutet eine Umgewöhnung. Wir gehen auf 2,8 Millionen oder 2,9 Millionen Pkw-Neuzulassungen. Und mehr werden es nicht in Deutschland. Im Grunde aber ist es eine Normalisierung.

Wie äußert sich denn diese Normalisierung?
Es fängt damit an, dass die Autos besser geworden sind und länger halten. Sie werden dann auch länger gefahren, man muss nicht mehr bei 100.000 Kilometern das Auto wechseln. Der Verkauf muss also angeschoben werden, und das bedeutet, dass man gute Preisangebote machen muss, um den Verbraucher zu locken. Das geht auf unsere Margen, und das macht es anstrengender.

Sie haben neben deutschen Marken auch chinesische Hersteller bei sich im Angebot. Wie läuft das?
Wir haben mit MG und BYD zwei Marken im Angebot. Der Absatz chinesischer Autos läuft sehr gut. Von der ersten Stunde an. Es läuft, weil die wirklich preislich gut eingestellt sind. Ein BYD oder auch ein MG kostet zwischen 6.000 und 8.000 Euro weniger als ein europäisches Auto. Wie lange das durchzuhalten ist, werden wir sehen. Aber im Moment ist es so, und preissensible Kunden schauen da natürlich hin.

BYD ist der größte Elektrohersteller der Welt. Und wir sehen auch, dass der Anteil der E-Autos an den Zulassungszahlen steigt. Ist das Rennen gelaufen?
Ja, das Elektroauto stoppt keiner mehr. Darum braucht man auch weder Unterstützung noch Zwangsmaßnahmen – indem die Politik sagt, ab 2035 werde kein Verbrenner mehr erlaubt. Es wird immer noch den einen oder anderen geben, der einen Verbrenner fahren möchte und vielleicht auch muss. Aber das Elektroauto setzt sich durch, weil es mit jeder neuen Produktion besser wird. Alle Autos haben heute reale Reichweiten von deutlich über 300 Kilometern. Und was noch wichtiger ist: die schnelle Ladezeit.

Hören Sie in der neuen Folge von „Capital – der Wirtschaftspodcast“

  • Warum Weller die deutsche Autoindustrie noch lange nicht abschreibt
  • Wie er die chinesischen Hersteller einschätzt
  • Wer aus Wellers Sicht in Deutschland gute Elektroautos baut

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